Voraussetzung für Unterrichtsbesuch

„Wer sich nicht testen will, kann gehen“: Deutliche Worte zu neuen Regeln in Schulen

In der Werdohler Realschule fanden schon vor den Osterferien Corona-Selbsttests in der Schülerschaft statt.
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In der Werdohler Realschule fanden schon vor den Osterferien Corona-Selbsttests in der Schülerschaft statt.

Nicht ganz unerwartet, aber doch relativ spät erreichte die Schulen am Donnerstagabend der Beschluss, dass mit Ausnahme der Abschlussklassen nach den Osterferien alle Schüler im Homeschooling bleiben müssen. Sobald Präsenzunterricht wieder erlaubt ist, gibt es eine Testpflicht. Das kommt jetzt auf die Schüler zu.

Werdohl – Wie Oliver Held, Leiter der städtischen Realschule erklärt, hatte er damit gerechnet, dass die Schulen erst einmal geschlossen bleiben. Ohne den offiziellen Erlass habe er vorher nichts planen können. „Man hat zwar eine Vorstellung davon, was kommt, und legt sich vielleicht auch Plan A, B und C zurecht. Wenn der Erlass da ist, kann es aber auch sein, dass man Plan D braucht.“

Genau darin liege das Problem der späten Bekanntgaben. Sven Stocks, Leiter der Albert-Einstein-Gesamtschule, zeigte sich ebenfalls verärgert über die Kurzfristigkeit des Beschlusses: „Den Schulen gegenüber ist das schwierig und fast ein bisschen unfair. Ich finde das unnötig. So hatten wir für die Planungen nur einen Tag Zeit.“

Unterm Strich begrüßen beide Schulleiter, dass die Schulen nach den Ferien noch eine Woche geschlossen bleiben. Wenngleich Stocks hervorhebt: „Logistisch ist das für uns schon eine große Herausforderung, die Schule in ein kleines Testzentrum zu verwandeln.“

Held betont: „Ich finde es richtig, umfassend zu testen.“ Um am Unterricht teilzunehmen, müssen die Realschüler künftig montags und donnerstags einen negativen Schnelltest vorweisen.

Diese Testpflicht, die auch in der jüngsten Schulmail beschrieben ist, hält Oliver Held für absolut gerechtfertigt. „Es geht darum, gewichtige und ernsthafte Gefahren abzuwenden“, sagt er und unterstreicht: „Jemand, der nicht getestet werden will, wird vom Unterricht ausgeschlossen.“ Das hält er schon deshalb für fair, weil ein nicht getesteter Schüler, der im schlechtesten Fall mit dem Coronavirus infiziert ist, eine Gefahr für andere darstellt.

Auch Sven Stocks erklärt: „Wer sich nicht testen lassen will, kann seine Sachen nehmen und wieder nach Hause gehen – ganz einfach.“ An der Gesamtschule hatten vor den Osterferien noch „ein Drittel bis 40 Prozent“ den Schnelltest verweigert, berichtete Stocks. Die Testpflicht könnte insofern also spannend werden. An der AEG soll der Negativtest montags und mittwochs vorgelegt werden.

Ausgesprochen wichtig sei, dass für die Tests und auch für den Ausschluss vom Präsenzunterricht eine Rechtssicherheit geschaffen wurde, betont Held. „Es ist immer schwierig, wenn ich als Schulleiter Regelungslücken ausfüllen muss.“

Die Corona-Schnelltests können die Schüler entweder in der Schule machen, oder aber sie nutzen die Möglichkeit der Bürgertests an einer Teststation. In Werdohl gibt es eine solche Teststraße am Riesei. Es reiche für den Schulbesuch aus, dass ein negatives Testergebnis vorliegt, dass nicht älter als zwei Tage ist, erläutert Sven Stocks.

Genauso handhabe man es auch in der städtischen Gemeinschaftsgrundschule. Deren Leiterin Nina Manns meint: „Dass die Schule nach den Ferien eine Woche geschlossen bleibt, ist sinnvoll. In dieser Zeit können wir uns besser auf die Testpflicht vorbereiten und noch einiges organisieren.“ Gerade in Bezug auf die Schnelltests gebe es an der Grundschule viel Aufklärungsbedarf.

Einige Eltern machten sich Sorgen, was passiere, wenn der Test ihres Kindes positiv ausfalle, berichtet Manns. „Da geht es um Datenschutz. Weil der Test in den Klassen gemacht wird, bekommen das Ergebnis ja alle mit“, gibt die Schulleiterin die Bedenken wieder.

Die Eltern sorgten sich, dass ihr Kind Panik bekommen könnte und weine. Außerdem müsse aufgepasst werden, dass wegen eines positiven Testergebnisses keine Stigmatisierung stattfindet, meint Manns. Gesundheitlich sei der Test aus ihrer Sicht unbedenklich, aber gegen soziale Folgen müsse eben angegangen werden.

In der Notbetreuung übrigens, die in der Schließungswoche angeboten wird, sollen an der Grundschule Schnelltests gemacht werden. Noch am Freitag rechnete Nina Manns mit der Lieferung. Im Schulbetrieb muss der Negativtests montags und donnerstags vorgelegt werden.

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