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Weniger Kita-Plätze: Zweckverband stellt Kita-Planung vor

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Von: Carla Witt

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Die katholische Kita St. Bonifatius in Eveking wird in den nächsten Jahren mit St. Michael in der Stadtmitte zusammengelegt. Dann soll die Einrichtung in Eveking durch die Stadt oder einen noch zu findenden Träger weitergeführt werden.
Den Standort der Kita St. Bonifatius will der Zweckverband aufgeben. Eine Zusage, dass die Kita dennoch erhalten bleibt, konnte der Bürgermeister am Dienstag nicht geben. © Volker Heyn

Die beiden katholischen Kindertageseinrichtungen St. Michael und St. Bonifatius in Werdohl stehen vor sehr großen Veränderungen. Demnach soll es bald weniger Kita-Plätze geben.

Werdohl – Nach der Zusammenlegung der katholischen Kindertageseinrichtungen St. Michael und St. Bonifatius wird der katholische Kita-Zweckverband im Bistum Essen weniger Kindergartenplätze in Werdohl zur Verfügung stellen als bisher. Das hat Gebietsleiterin Iris Leidel am Dienstag während der Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Festsaal Riesei berichtet. Leidel informierte die Kommunalpolitiker und interessierte Werdohler über den bisherigen Planungsstand.

Wie berichtet, soll die Einrichtung St. Michael in der Stadtmitte gestärkt und demnächst als viergruppige Einrichtung weiter geführt werden. Ob ein Neubau notwendig wird oder im Bestand umgebaut wird, stehe noch nicht fest, sagte Leidel. Den Standort im Versetal will der Zweckverband aufgeben.

Weniger Kita-Plätze: Zweckverband stellt Kita-Planung vor

Momentan würden insgesamt 114 Mädchen und Jungen die beiden Einrichtungen besuchen. In der neuen Kita St. Michael werden aber nur circa 75 Plätze zur Verfügung stehen, erklärte Leidel. Diese Anzahl ist der Aufteilung der Gruppenformen geschuldet. Geplant seien zwei Einheiten der Gruppenform I (Kinder im Alter von zwei Jahren bis zur Einschulung) mit jeweils maximal 20 Kindern, sowie jeweils einmal die Gruppenform II (Kinder unter drei Jahren, maximal zehn Kinder) und die Gruppenform III mit maximal 25 Mädchen und Jungen (Kinder ab drei Jahren bis zur Einschulung).

Dass sowohl in St. Michael als auch in der Einrichtung St. Bonifatius „aus pädagogischer Sicht hervorragende Arbeit geleistet werde“ unterstrich Iris Leidel. Das Bistum habe sich aber jede einzelne Einrichtung genau anschaut. „Wir haben festgestellt, dass wir nur eingeschränkt wettbewerbsfähig sind.“ Einerseits müsse man mit sinkenden Zuschüssen des Bistums rechnen, andererseits hätten sich die Anforderungen geändert; so fehlten in vielen Kitas Räume für Bildungsangebote. Auch in der Kita St. Michael gebe es einen hohen Investitionsstau. „Die Einrichtung so weiter betreiben wie bisher, das geht nicht.“

Weniger Kita-Plätze: Machbarkeitsstudie soll Aufschluss geben

In vier bis sechs Wochen solle das Ergebnis der Machbarkeitsstudie vorliegen. Sollte die Entscheidung für einen Neubau fallen, müssten die St. Michael-Kinder während der gesamten Bauphase an einem anderen Ort betreut werden. „Die Stadt Werdohl hat uns auch in diesem Punkt ihre Hilfe zugesagt und Räume in Aussicht gestellt“, sagte Leidel – und lobte die Unterstützung durch die Verwaltung. Bürgermeister Andreas Späinghaus erklärte im Gegenzug: „Wir freuen uns sehr, dass sich der Zweckverband weiter in Werdohl engagiert.“

Im Rahmen der Einwohnerfragestunde meldete sich Christina Sabanci-Henkes vom Elternbeirat der Kita St. Bonifatius zu Wort. „Die Elternschaft der Einrichtung ist von den Plänen des Bistums überrascht und verunsichert“, berichtete sie. „Gibt es einen zeitlichen Rahmen für die Übernahme durch einen anderen Träger? Gibt es eventuell ein Konzept für die Übernahme durch die Stadt?“, hakte Sabanci-Henkes nach.

„Entsprechende Gespräche mit möglichen Trägern werden wir noch führen müssen“, erklärte der Bürgermeister. Ein Konzept für die Übernahme durch die Stadt gebe es noch nicht. „Wir können erst handeln, wenn das Bistum endgültig entschieden hat.“ 2021 hätten die ersten Gespräche zwischen dem Bistum und der Verwaltung stattgefunden. „Damals war aber noch nicht 100-prozentig klar, ob St. Bonifatius geschlossen wird.“ Das Thema sei einfach zu neu, erklärte Späinghaus: „Heute erfolgt die erste öffentliche Information zu diesem Thema. Es wäre fatal, wenn ich heute Zusagen machen würde.“

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