Strompreis ist der Kostentreiber in Werdohl

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Werdohl - Das Jahr 2018 wird ein wenig teurer als das jüngst abgelaufene. Zwar sinken die Gebühren für die Müllabfuhr und das Abwasser, dafür steigen Kosten für Strom und Bustickets bei der Märkischen Verkehrsgesellschaft. Andere Posten bleiben unverändert.

Welche Kosten genau anfallen, hat unsere Zeitung am Beispiel der Familie Mustermann (zwei Erwachsene und zwei Kinder) errechnet:

Grundsteuer B: Unsere Musterfamilie ist in Besitz eines Einfamilienhauses, in dem sie lebt und zahlt für diese Immobilie 365,80 Euro an Grundsteuer an die Stadt Werdohl. Gegenüber 2017 ist dieser Wert unverändert, weil die Stadt den Hebesatz, der weiterhin bei 668 Prozentpunkten liegt, erneut nicht erhöht hat.

Kita-Gebühr: Der vierjährige Sohn Ben besucht für 35 Stunden in der Woche eine der Kitas im Stadtgebiet. Dafür zahlen seine Eltern bei einem Brutto-Jahreseinkommen von 50 000 Euro monatlich 122,50 Euro. Auch dieser Betrag ist gegenüber dem Vorjahr unverändert. Hinzu kommen monatlich weitere 27,50 Euro (halber Beitrag für das zweite Kind) für den zweiten Sohn Louis (8), der das Offene Ganztagsangebot seiner Grundschule nutzt, so dass für Kita und Schule monatlich zusammen 150 Euro und für das ganze Jahr 1800 Euro fällig werden.

Strom: Der vierköpfige Haushalt verbraucht jährlich 3500 Kilowattstunden (kWh). Dafür werden im Grundversorgungstarif des heimischen Anbieters Mark E nach einer Preiserhöhung mit 1101,70 Euro rund 33 Euro mehr fällig als im vergangenen Jahr. Der heimische Energieversorger begründet den Anstieg des Strompreises zum 1. Februar mit deutlich höheren Netzentgelten sowie in geringem Maße einem Anstieg der Beschaffungskosten durch gestiegene Börsenpreise.

Erdgas: Gas bezieht die Werdohler Familie Mustermann über die Stadtwerke Werdohl. Bei einem Gasverbrauch von jährlich 20 000 Kilowattstunden werden dafür 1252 Euro an Bezugskosten fällig. Der Gaspreis bei den heimischen Stadtwerken hat sich im Vergleich zu 2017 nicht erhöht.

Frischwasser: Auch dieses bekommen die Mustermanns über die Stadtwerke und verbrauchen davon in diesem Jahr 180 Kubikmeter. Weil sich auch die Kosten für Frischwasser in Werdohl zum Jahreswechsel nicht verändert haben, zahlt der vierköpfige Haushalt weiterhin 517 Euro.

Die Müllabfuhr wird in Werdohl günstiger. Die Leerung der Tonnen kostet in diesem Jahr knapp 34 Euro weniger als 2017.

Abfall: Die Müllabfuhr wird in Werdohl günstiger. Die Leerung der grauen Restmülltonne und der gelben Wertstofftonne kostet in diesem Jahr 298,12 Euro und damit 33,92 Euro weniger als 2017. Der sogenannte Einwohnergleichwert reduziert sich um zehn Prozent auf 74,53 Euro. Möglich ist die Gebührensenkung für alle Werdohler Einwohner durch eine Entnahme in Höhe von 250 000 Euro aus der Gebührenrücklage.

Abwasser: Auch hier spart Familie Mustermann 2018, wenn auch nur geringfügig. Die Kanalgebühr nach Verbrauch, also die Kosten für die Schmutzwasser-Entsorgungen, sinken von 502,32 Euro 2017 auf 500,64 Euro in diesem Jahr. Die Niederschlagswasser-Entsorgung (Kanalgebühr nach befestigter Fläche) erhöht sich von 103,68 auf 104,76 Euro. Zusammen 605,40 Euro sind 60 Cent weniger als 2017.

Hundesteuer: Vierbeiner „Jogi“ lebt seit vielen Jahren bei den Mustermanns und fällt als Golden Retriever nicht unter die Kategorie „gefährlicher Hund“. Deshalb werden als Hundesteuer seit Jahren unverändert 100 Euro fällig.

Straßenreinigung und Winterdienst: Eine gesonderte Gebühr für diese Dienstleistungen erhebt die Stadt Werdohl nicht. Die Kosten sind in dem Hebesatz für die Grundsteuer B enthalten.

Ein MVG-Ticket für Familie Mustermann ist 16,32 Euro teurer als im vergangenen Jahr.

Bus: Mutter Sarah arbeitet in Lüdenscheid und fährt jeden Morgen mit dem Bus der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) in die Nachbarstadt. Für das Monatsticket, mit dem Sarah über die Stadtgrenze hinaus fahren darf, zahlt sie im Abo 893,76 Euro für 2018 und damit nach einer Preiserhöhung der MVG 16,32 Euro mehr als noch im vergangenen Jahr.

Hallenbad: Die Familie besucht über das Jahr hinweg häufig Hallenbad und Freibad. Die gemeinsame Jahreskarte gibt es weiterhin für 250 Euro.

Bücherei: Vater Florian besitzt einen Mitgliedsausweis für die Stadtbücherei und darf mit diesem gegen eine Jahresgebühr von 15 Euro unbegrenzt Medien für sich und seine Frau ausleihen. Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren entleihen ohnehin kostenlos.

Volkshochschule Lennetal: Die Mustermanns besuchen zwei Kurse der VHS, die ihre Konditionen für 2018 nicht erhöht hat. Einen Kurs besucht Mutter Sarah, einen Vater Florian. Im Schnitt liegen die Kosten für eine Kursteilnahme pro Person bei 50 Euro. Für 2018 kommen bei den Mustermanns also 100 Euro zusammen.

Gesamtrechnung: Unter dem Strich zahlen die Mustermanns in diesem Jahr 7298,78 Euro an Werdohl-Kosten und damit 14,80 Euro mehr als 2017.

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