Weißes Pulver löst Großeinsatz in Werdohl aus

+
Nur unter schwerem Atemschutz betraten die Feuerwehrmänner das Gebäude von Radio Lüling. ▪

WERDOHL ▪ Als die Polizeibeamten am Sonntagvormittag zu einem Einbruch bei Radio Lüling an der Wilhelmstraße gerufen wurden, ahnte noch niemand das Ausmaß der darauf folgenden Ereignisse. Der Routine-Einsatz entwickelte sich zu einem Großaufkommen der Feuerwehr.

Die chronologischen Ereignisse: In der Nacht von Samstag auf Sonntag brachen unbekannte Täter in das Fachgeschäft ein und stahlen 15 Flachbildfernseher im Wert von etwa 10 000 Euro. Nach Information des Ladeninhabers müssen die Täter dafür die Eingangstür aufgebrochen haben. Kurrioserweise wurde festgestellt, dass etwa ein Quadratmeter Glas dieser Eingangstür verschwunden ist. Zudem verstreuten, vermutlich ebenfalls die Eindringlinge, im Eingangsbereich des Geschäftes ein weißes Pulver, das sich teilweise bläulich verfärbte. Die zur Aufnahme des Einbruchs gerufenen Polizeibeamten sowie der Ladeninhaber und ein Glaser klagten kurze Zeit später über starke Atembeschwerden – am späteren Nachmittag ging es den vier Betroffenen nach Angaben der Werdohler Wache aber wieder gut; sie hätten keine medizinischen Probleme mehr, hieß es.

Da die Feuerwehr zunächst nicht ermitteln konnte, um welche Art der Chemikalie es sich handelte, wurde der Gefahrenbereich großräumig abgesperrt. Neben dem Löschzug Stadtmitte rückten auch die Männer aus Eveking mit ihrem ABC-Schutz-Einsatzwagen an die Wilhelmstraße an. In ihren blauen Schutzanzügen entsorgten sie die Chemikalie aus dem Eingangsbereich, die von Spezialisten der Berufsfeuerwehr Dortmund analysiert wurde. Die Menge des verstreuten Pulvers lag laut Stadtbrandinspektor Manfred Theile unter einem Kilogramm. Nach der zeitintensiven Untersuchung der 14-köpfigen analytischen Taskforce aus Dortmund stand am Abend fest, es handelt sich um ein anorganisches Stoffgemisch, von dem keine Gefährdung für die Umwelt ausgeht.

Gegen 19 Uhr konnten somit auch die 40 Werdohler Einsatzkräfte ihren so genannten Vollschutz aufheben und ihre Maßnahmen zurückfahren. Der Verkehr konnte ab 20 Uhr wieder normal fließen. ▪ sr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare