Weihnachtsstimmung im Gewächshaus

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Tausende von Weihnachssternen warten werden bereits jetzt in der Gärtnerei römer groß gezogen. ▪

WERDOHL ▪ Auch wenn der Sommer noch so verregnet ist, an den Winter verschwendet wohl kaum jemand schon einen Gedanken. Anders im Gewächshaus der Gärtnerei Römer: Der Verkaufsschlager der kalten Jahreszeit, der Weihnachsstern, wächst dort bereits heran.

Noch ist für den Laien kaum erkennbar, was sich hinter den Pflänzchen verbirgt, die dicht an dicht auf den Tischen stehen, denn die Blüten lassen noch auf sich warten. Mehr als 2000 Stück wurden am Tag zuvor angeliefert und morgens in kleine Töpfchen gepflanzt. 8000 bis 9000 Exemplare der Pflanze, die ursprünglich aus Mexiko stammt, wird Römer in der Weihnachtszeit voraussichtlich verkaufen.

Wenn die Weihnachtssterne eine Höhe von 12 bis 13 Zentimetern erreicht haben, beginnen die Gärtner mit der sogenannten Steuerung. Bevor sich die charakteristischen roten Blüten entwickeln, werden sie über einen Zeitraum von acht Wochen für jeweils 14 Stunden täglich mit einer lichtundurchlässigen Folie abgedeckt. Damit werden die kurzen, eher sonnenarmen Tage im Herbst simuliert. Bei Pflanzen, die in der Gärtnerei erst in der lichtarmen Zeit groß gezogen werden, ist die Steuerung nicht nötig.

Auch wenn die Weihnachtssterne bereits vor mehr als 100 Jahren von Mexiko eingeführt wurden, entwickelte sich ihre Popularität erst in den 60er Jahren. Laut Peer Römer, dem Chef des Familienbetriebs, gelang es damals durch Züchtung die Pflanze kompakter zu gestalten. Und so fand sie den Weg auf die Fensterbänke Deutschlands.

Bei der Pflege des Weihnachtssterns ist einiges zu beachten. Es sei zwar grundsätzlich möglich, die Pflanze mehrjährig zu halten. Aber auch dann brauche sie Phasen mit weniger Licht. „Es gibt Kunden, die stellen den Blumentopf abends in den Schrank und holen ihn nach 14 Stunden wieder heraus,“ weiß Römer zu berichten. Wieder andere würden ein Pappgestell basteln, das sie über die Pflanze stülpen. „Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt,“ kommentiert der Gärtner diesen Einfallsreichtum lächelnd.

Wer länger etwas von seinem Weihnachtsstern haben möchte, sollte sowohl Staunässe als auch komplettes Austrocknen vermeiden. Zugluft von auf Kipp stehenden Fenstern oder aufsteigende warme Heizungsluft schaden der Pflanze ebenso. Gedüngt werden muss nur in Maßen. Außerdem sollte der Standort möglichst hell sein.

Mittlerweile gibt es den Weihnachtsstern nicht nur mit roten Blüten, sondern auch in weißen oder mehrfarbigen Varianten, die sich laut Römer in den vergangenen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreuen. Auf besonderen Wunsch versehen die Mitarbeiter in der Gärtnerei die Pflanzen auch mit feinem Glitzerstaub. Dazu wird erst ein leimähnlicher Stoff aufgesprüht, die Glitzerpartikel werden darüber gestreut. Römer, selbst kein Freund dieser Variante, meint lachend: „Und zu Ostern findet man dann noch etwas von dem Glitzerzeug in der Suppe.“

In dem Familienbetrieb, in dem außer Peer Römer noch seine Frau, sein 84-jähriger Vater, sein Sohn und die Teilzeitkraft Bettina Ott tätig sind, drehen sich die Gedanken jetzt schon längst nicht mehr um die Weihnachtszeit: In einigen Tagen werden die Primeljungpflanzen und Stiefmütterchensamen für das kommende Jahr erwartet.

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