Weihnachtsmarkt-Verantwortliche ziehen Bilanz: „Haben das Beste daraus gemacht“

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Am Sonntag kamen im Schneetreiben kaum Besucher.

Werdohl - „Werdohler Weihnachtmarkt wird zum Flop“ – nachdem unsere Zeitung so getitelt hatte, und eher negativ über die Veranstaltung auf dem Platz Zur Alten Post berichtet hatte, ist der Weihnachtsmarkt auch in den sozialen Netzwerken ein Thema.

Viele Werdohler hätten sich die Veranstaltung nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr erneut auf dem Brüninghaus-Platz im Herzen der Stadt gewünscht. 

Im Gespräch mit SV-Redakteurin Carla Witt ziehen Ingo Wöste, der Geschäftsführer der Werdohl Marketing GmbH, und die neue Marketing-Mitarbeiterin Swantje Midderhoff Bilanz, und beleuchten, was aus ihrer Sicht machbar wäre, um die Veranstaltung attraktiver zu gestalten. 

Ist der Standort Zur Alten Post unattraktiv? 

Swantje Midderhoff: Natürlich wäre uns der Brüninghaus-Platz als Veranstaltungsort lieber gewesen, weil er einfach größer ist. Aber wir haben das Beste aus dem gemacht, was wir hatten. Wir hätten zum Beispiel gerne eine große Tanne aufgestellt, um das Ambiente noch ansprechender zu gestalten. Aber dafür stand einfach kein Platz zur Verfügung. 

Ingo Wöste: Wir müssen für die Sicherheit der Weihnachtsmarktbesucher sorgen. Deshalb haben wir parkende Autos als Lkw-Sperren genutzt. Dadurch haben wir natürlich noch mehr Platz verloren, aber das ist nicht zu ändern. Den Weihnachtsmarkt, wie früher, in der ganzen Stadt zu verteilen, ist nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin nicht mehr möglich. Dann müssten wir alle Zugänge sichern und trotzdem dafür sorgen, dass Rettungsfahrzeuge passieren können. Das wäre mit dem knappen Budget des Stadtmarketings einfach nicht machbar. Wir denken, dass wir mittelfristig mit unserem Weihnachtsmarkt wieder auf den Brüninghaus-Platz zurückkehren können. 

Wie hat sich aus ihrer Sicht die Terminverschiebung in diesem Jahr auf den Besucherzustrom ausgewirkt? 

Wöste: Wir führen unseren Weihnachtsmarkt immer in Verbindung mit einem verkaufsoffenen Sonntag durch. Das ist eine Win-win-Situation für beide Seiten. Da in Lüdenscheid eigentlich am kommenden 3. Advent ein verkaufsoffener Sonntag geplant war, haben wir uns entschieden, die Werdohler Veranstaltung auf den 2. Advent vorzuziehen. Das ist kein idealer Termin; in Altena, Lüdenscheid, Neuenrade und Balve gab es am Wochenende Weihnachtsmärkte. Am 3. Advent waren wir immer so ziemlich die einzigen Veranstalter in dieser Gegend. Besonders ärgerlich ist jetzt natürlich, dass der verkaufsoffene Sonntag in Lüdenscheid entgegen der Planung nicht stattfinden wird. 

Wie zufrieden waren die Standbetreiber? 

Midderhoff: Viele haben sich darüber geärgert, dass ihnen das Wetter am Sonntag einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Aber dennoch hat keiner seinen Stand frühzeitig abgebaut, obwohl wir das den Teilnehmern aufgrund der Wetterlage natürlich freigestellt hatten. 

Gibt es vielleicht neue Ideen, um den Markt – unabhängig vom Standort – attraktiver zu gestalten? 

Midderhoff: Ich habe schon eine Idee vorgestellt, wie sich der Weihnachtsmarkt und der Einzelhandel besser verknüpfen lassen. Da ich allerdings erst seit Oktober bei der Werdohl Marketing GmbH beschäftigt bin, konnten wir diese Idee nicht mehr umsetzen. Wir hätten mehr Vorlaufzeit gebraucht. Auf jeden Fall wird es im kommenden Jahr etwas Neues geben. 

Am Sonntag war kaum etwas los. Hat der Werdohler Weihnachtsmarkt unter dem Wetter gelitten? 

Midderhoff: Auf jeden Fall! Am Sonntagnachmittag sah es auf den Straßen chaotisch aus, auch die MVG hatte ihre Fahrten eingestellt. Ich habe Kinder mit Schlitten auf unserem Weihnachtsmarktgelände gesehen. Ich glaube, das ist in Werdohl ein seltener Anblick. Für das Ambiente war der Schnee schön, aber es kamen kaum noch Besucher.

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