Einer macht Schluss

Weihnachtsgeschäft: So fällt die Bilanz der Werdohler Händler aus

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Schmuck unterm Weihnachtsbaum ist ein Klassiker. Juwelier Dirk Holtschmidt hat schon so manches Stück aus edlen Metallen verkaufen können. Besonders gut seien Stücke aus der Bernd-Wolf-Kollektion weggegangen, sagt er.

Werdohl – Die Einzelhändler in Werdohl sind mit dem Weihnachtsgeschäft mehrheitlich zufrieden. Das hat eine nicht repräsentative Umfrage in dieser Woche gezeigt.

Einige erwarten in den letzten Tagen vor dem Fest sogar noch zusätzliche Umsätze. 

Für die Werdohler Markthändler liegt das Weihnachtsfest in diesem Jahr nicht besonders günstig: Zwischen dem Markttag am Donnerstag und Heiligabend liegen vier Tage. Für den Kauf von frischen Lebensmitteln war der Wochenmarkt deshalb nicht die erste Adresse. „Wir haben aber trotzdem gut verkauft“, berichtet Geflügelhändler Christian Ziebolz. Natürlich müsse das am Donnerstag gekaufte Fleisch dann zuhause noch für einige Tage kalt gelagert werden. Mit dem Vorweihnachtsgeschäft war auch Czeslaw Szarko zufrieden, der einmal in der Woche in Werdohl Wurstspezialitäten aus Schlesien anbietet. 

„Vor Weihnachten läuft es immer etwas besser als an normalen Markttagen“, stellt der Arnsberger fest. Vor allem sein Weihnachtsschinken und die schlesische Weißwurst, ein Klassiker zu Weihnachten, seien stark nachgefragt worden, erzählt Szarko. „Vor Weihnachten läuft das Geschäft immer gut“, sagt auch Käsehändler Frank Rest. „Dann kaufen die Stammkunden auch mehr als sonst“, hat der Hemeraner festgestellt. Doch trotz des noch einmal guten Geschäfts in der Woche vor Weihnachten war der vergangene Donnerstag für Rest der letzte Markttag in Werdohl. 

Käsehändler macht Schluss

Er wolle kürzertreten, begründet der 59-Jährige, warum er seinen Stand für immer aus Werdohl abziehen will. „Den für uns schlechtesten Markt stoßen wir deshalb ab“, sagt er ganz offen, dass sich die Märkte in Schwerte (mittwochs und samstags) und in Plettenberg (freitags) für ihn mehr lohnen. Dabei geht Rest durchaus mit Wehmut. „Mein Vater stand ja schon seit 1950 in Werdohl, ich selbst bin seit 44 Jahren dabei“, blickt er zurück. „In dieser Zeit sind Kunden auch zu Freunden geworden.“ 

Käsehändler Frank Rest freute sich noch einmal über ein Vorweihnachtsgeschäft, wird aber ab Januar nicht mehr auf dem Wochenmarkt stehen.

Viele klassische Einzelhändler dürften am Heiligen Abend zufrieden auf das diesjährige Weihnachtsgeschäft zurückblicken. Sie haben gute Umsätze gemacht. Dazu gehört zum Beispiel Heike Schröder, die mit ihrem Ehemann Mayk an der Bahnhofstraße längst nicht mehr nur Unterhaltungselektronik verkauft und strahlend von einem „richtig guten“ Weihnachtsgeschäft spricht. Kaffee-Vollautomaten seien in den Wochen vor Weihnachten in großer Stückzahl über den Ladentisch gegangen, berichtete Heike Schröder. Auch Notebooks und „Two-in-One“-Geräte, also Tablets mit abnehmbarem Bildschirm, seien stark nachgefragt worden. Zudem erkennt sie einen Trend zu großformatigen Fernsehgeräten mit 65- bis 70-Zoll-Mattscheiben. „Sogar 75-Zoll-Fernseher werden gekauft“, kann die Geschäftsfrau berichten. Gute Geschäfte machen die Schröders offensichtlich mittlerweile auch durch die Verknüpfung von stationärem und Online-Einzelhandel: Auf der firmeneigenen Internetseite suchen Kunden die Ware aus, die sie dann im Ladenlokal vor Ort abholen. 

Juwelier hat besten Tag noch vor sich

Sehr zufrieden mit den Geschäften in der Adventszeit ist auch Juwelier Dirk Holtschmidt. Gut verkauft hätten sich die in einer klaren und reduzierten Formensprache gehaltenen Schmuckstücke aus der Kollektion von Bernd Wolf, berichtet er. Auch alle Art von Silberschmuck sei in der Vorweihnachtszeit beliebt gewesen. Gerade für Holtschmidt ist das Weihnachtsgeschäft aber noch längst nicht vorbei. „Der 23. Dezember ist bei uns immer der Männertag“, erzählt er mit einem Lächeln, dass kurz vor der Bescherung noch so mancher Kunde ein Geschenk suche. 

Andrea Brockhaus-Passenheim vom Schuhgeschäft Brockhaus ist auch einigermaßen zufrieden. „Wir sind als Schuhhaus ja nicht der klassische Geschenke-Lieferant“, sagte sie. Allerdings habe sie in den Wochen vor Weihnachten relativ viele Schals, einige Handtaschen und vor allem Gutscheine verkaufen können. Um auch den Schuhverkauf anzukurbeln bräuchte es nach ihrer Erfahrung „richtiges Winterwetter“.

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