Weihnachtsbaumverkauf: Auch Umtausch geht schon mal

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Christian Crone (links) hat so manche Anekdote rund um den Weihnachtsbaumverkauf parat 

Werdohl - Weihnachtsbäume auf den letzten Drücker kaufen konnten diejenigen, die spät dran waren, am Samstag noch bei den Pfadfindern. Heute gibt es sogar noch welche auf dem Hof Crone. „Da kommen erfahrungsgemäß aber nicht mehr als fünf Leute“, weiß Christian Crone.

„Das sind dann entweder die, die beinahe vergessen haben, dass das Fest ansteht, oder aber solche die sagen: ‘Ich habe mit Weihnachten eigentlich nichts am Hut, aber wenn ich weiß, dass heute alle Familien zusammenkommen und ich sitze alleine da, dann brauche ich wenigsten noch einen Baum’.“ 

Einmal aber sei es doch ein wenig anders gewesen: „Vier Tage vor Heiligabend hatte ein Ehepaar einen Baum geholt, von dem der Mann gleich sagte, der sei zu breit für ihre Wohnung. Sie meinte aber: ‘Der passt schon’. Die standen dann aber am 24. wieder hier. Das war mit ganz viel Emotionen verbunden“, erinnert sich Crone. Er grinst. Mehr möchte er nicht verraten. Doch auch da hatte der Landwirt und Baum-Verkäufer eine Lösung parat: „Ich habe die beiden noch einen Wunschbaum frisch schlagen lassen. Und wir haben den zurückgebrachten Christbaum in unser Wohnzimmer gestellt“, verrät er. 

Pfadfinder liefern ihre Bäume aus

240 Bäume haben die Pfadfinder in diesem Jahr verkauft, Samstag waren es bloß noch sechs. Die meisten Tannen bringen die jungen Werdohler am Wochenende Mitte Dezember an die Frau und an den Mann. „Das sind dann rund 60 Prozent unserer Bäume“, sagen sie. Bis zu 90 Prozent der Weihnachtsbäume liefern die Pfadfinder auch aus, meist jedoch nur bis zur Wohnungstür oder hinters Haus. Ins Wohnzimmer kommen sie nur selten. 

Jörg Kenter – Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Pfadfinder St. Michael – erinnert sich jedoch: „Früher gab es einmal eine Frau, die uns immer bat, die Lichterkette für sie zu entknoten.“

 Christian Crone kommt mit seinen Kunden viel ins Gespräch. „So bemerke ich etwa, dass es ein zunehmender Trend ist, dass die Menschen ihren Baum schon in der Woche vor dem ersten Advent aufstellen, weil sie nach den Feiertagen dann in den Urlaub fahren.“ Auch traurige Geschichten von Sauerländern, die die Feiertage allein verbringen, hört der Landwirt. „Aber das ist nicht belastend, sondern vielmehr bereichernd“, findet er. Es sei gut zu sehen, dass er denen mit einem schönen Baum etwas Gutes tun könne.

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