1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Weihnachtsbaum-Verkauf: Corona sorgt für Umsatz-Plus

Erstellt:

Von: Ines Engelmann

Kommentare

Christian Crone (links) und sein Team verkaufen auch in diesem Jahr wieder Weihnachtsbäume auf dem Hof Crone – und rechnen mit einer starken Nachfrage.
Christian Crone (links) und sein Team verkaufen auch in diesem Jahr wieder Weihnachtsbäume auf dem Hof Crone – und rechnen mit einer starken Nachfrage. © Ludwig, Carolina

Viele Sauerländer können sich ein Fest ohne Weihnachtsbaum nicht vorstellen. Deshalb wappnen sich auch in diesem Jahr wieder lokale Höfe und Anbieter für den Weihnachtsbaum-Verkauf.

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Lage gehen viele Anbieter auf Nummer sicher.

Die Auswirkungen der Pandemie spürte Christian Crone: „Durch Corona wurde die Reiselust der Menschen gebremst. Das haben wir gespürt, denn im vergangenen Jahr haben sich viele einen Baum gekauft, die sonst verreist sind“, sagt der Besitzer von Hof Crone auf dem Dösseln. Zudem hätten einige Kunden größere Bäumen ausgewählt, da sie pandemiebedingt weniger Besuch bekommen und somit mehr Platz für einen größeren Baum gehabt hätten.

Auf Hof Crone gibt es in diesem Jahr neben Schnittgrün für Dekozwecke auch Nordmanntannen, Blaufichten, ein paar Nobilistannen und Rotfichten. „Bei uns kann man auch Bäume selber schlagen. Aber nur begrenzt“, sagt Christian Crone. Dieses Angebot sei limitiert, „weil nicht alle Kulturen direkt am Hof wachsen“, so Crone. Die Nordmanntanne und die Blaufichte könne auf dem Hof auf dem Dösseln jedoch problemlos selbst geschlagen werden. Die Öffnungszeiten des Weihnachtsbaumverkaufs sind an die Ladenöffnungszeiten gekoppelt: werktags 11 bis 13 Uhr und 16 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr.

Schafe im Kampf gegen das Unkraut

Bei Claudius Schulte in Küntrop geht der Verkauf von Nordmanntannen und Blaufichten ab dem 1. Dezember so richtig los. Schulte legt in seiner Weihnachtsbaum-Plantage viel Wert auf Nachhaltigkeit. Deshalb verzichtet der Küntroper auf den Einsatz von Pestiziden. Um dem Unkraut dennoch die Stirn zu bieten, hält der Familienbetrieb Schafe, die sich mit Erfolg um das Problem kümmern. „In diesem Jahr gibt es noch eine Neuerung: Eigentlich werden die Bäume beim Kauf in Kunststoffnetze gehüllt. Wir bieten nun zum ersten Mal Netze aus Baumwolle an. Die sind sogar kompostierbar“, sagt Claudius Schulte von der Weihnachtsbaumschonung am Breitenbruch. Zwar fällt der Scheunenzauber aufgrund der kritischen Corona-Lage auf dem Hof aus, vollkommen leer gehen die Kunden aber nicht aus. „Glühwein gibt es beim Kauf selbstverständlich kostenlos dazu“, so Schulte.

Glühwein gibt es auch bei Weihnachtsbäume Müller in Altenaffeln. In diesem Jahr wird es den Glühwein jedoch nicht in der Scheune geben, sondern am umgebauten Schweinestall. Der Grund: die Corona-Regeln. „Wir sperren dort einen Bereich für den Verzehr von Getränken und Speisen ab. Dort gilt die 2G-Regel. Abgesehen von diesem Bereich, gilt auf dem ganzen Hof Maskenpflicht“, sagt Landwirt Mattias Müller vom gleichnamigen Hof. Die Scheune wird für Besucher dennoch vom zweiten bis zum vierten Advent – jeweils samstags und sonntags – öffnen. Müller: „Aber nur für Deko-Artikel.“

Rund 10 Prozent mehr Umsatz

Auf dem Hof gibt es bereits jetzt Nordmanntannen, Blaufichten und ein paar Rotfichten zu kaufen. Wer lieber selbst den auserwählten Baum schlagen möchte, ist auf diesem Land- und Forstwirtschaftshof ganz richtig. Im vergangenen Jahr machte Weihnachtsbäume Müller rund 10 Prozent mehr Umsatz. „Viele Leute sind coronabedingt über Weihnachten zu Hause geblieben und haben weniger Besuch bekommen. Dadurch haben mehr Leute Weihnachtsbäume gekauft, die zum Teil größer waren als sonst üblich“, sagt Müller. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen geht er auch in diesem Jahr von einem ähnlichen Umsatz aus.

Auf rund 300 Hektar selbst bewirtschafteter Forstfläche wachsen die Weihnachtsbäume von Familie Lösse. Auf dem Jungferngut an der Märkischen Straße werden sogar richtige Raritäten angeboten: Bäume mit einer besonderen Färbung oder einem besonders weihnachtlichen Duft wie die Balsam- oder Korktanne. „Insgesamt haben wir gut zehn verschiedene Arten hier“, sagt Adelheid Lösse. Auch auf dem Gut spüre man die Auswirkungen der Pandemie. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass im vergangenen Jahr Jung und Alt oft getrennt feierten und mehr Zeit zu Hause verbrachten. Dann wollen es die Leute besonders schön haben und kaufen größere Bäume.“

Vorweihnachtlicher Hofmarkt

Trotz der verschärften Corona-Regeln kann auf dem Jungferngut, das die Familie in der 14. Generation führt, der vorweihnachtliche Hofmarkt mit seinen Lädchen veranstaltet werden. Geöffnet sind der Hofmarkt und die Lädchen werktags von 11 bis 18 Uhr. Stand jetzt sollen auch die Glühweinabende mit Lichterglanz auf dem Gut stattfinden: Los geht es am Samstag, 4. Dezember, von 18 bis 22 Uhr. Auf dem Gut gilt die Maskenpflicht. Am Wochenende, bei den Glühweinabenden und auf dem Hofmarkt gilt die 2G-Regel. Gleiches gilt für die Ausgabe von Getränken und Speisen.

Auch interessant

Kommentare