Weihnachten im Bahnhof in uriger Atmosphäre

WERDOHL ▪ Kuschelig war es, und gemütlich. „Hier ist ja richtig was los“, meinte eine Besucherin, als sie um kurz nach 14 Uhr in den weihnachtlich geschmückten Bahnhof kam, und ihre Begleiterin konnte nur zustimmen: „Klein, aber fein!“

Der zweite Werdohler Weihnachtsbahnhof lockte am Samstagnachmittag viele Besucher an, und wohl alle waren begeistert von der einmaligen Atmosphäre in dem alten Gebäude – und vor allem am Abend auch davor am Feuer. Das freute die Veranstalter vom Stadtmarketing und aus dem Bahnhofsviertel, allen voran Jürgen Antony, der mit dem Ausschenken des Werdohler Glühbiers kaum nachkam: „Wir sind überrannt worden. Die Resonanz ist riesig.“ Sie hätten versucht, das Beste aus dem alten Gebäude herauszuholen, meinte er am späten Nachmittag stellvertretend für die beteiligten Einzelhändler und Dienstleister, und das ist ihnen auch gelungen. Vor allem die hinteren Räume, in denen früher die Gastronomie untergebracht war, verzauberten die Besucher mit dem schummrigen Licht zwischen den kahlen Wänden.

Hier sorgten gleich zu Beginn die Kindertanzgruppen der DJK Tus Westfalia für Unterhaltung. Mit viel Beifall wurden die kleinen aufgeregten Nikoläuse bedacht. Begehrt waren hier später die bereitgestellten Staffeleien, an denen die Kinder unter Anleitung von Wilfried Brauhardt malen konnten.

Der Plettenberger Maler gewann mit seinem Leuchtturmbild auch den ersten Werdohler Kleinkunsthandwerkerpreis, der beim Weihnachtsmarkt am Wochenende zuvor in der Stadtbücherei ausgelobt worden war. Der zweite Preis ging an den Neuenrader Paul Bludau, der – passend zur unendlichen Geschichte des Werdohler Bahnhofs – ein imposantes Geduldsspiel aus Holz gebaut hatte. Den dritten und vierten Preis überreichte Bürgermeister Siegfried Griebsch an Heike und Anna Keune für ihre Patchworkarbeiten.

Über die vielen interessierten und kauflustigen Besucher freuten sich auch die Aussteller, die mit ihrem ausgesuchten Angebot zur weihnachtlichen Stimmung beitrugen. Sie lobten vor allem die schöne Atmosphäre im Bahnhof. Die Meinerzhagenerin Beate Hoppe, die den ganzen Nachmittag am Spinnrad saß, bedauerte deshalb, dass es im kommenden Jahr wegen der anstehenden Sanierung keine Wiederholung geben kann. Dabei hatte sie direkt eine Idee, die sich in Meinerzhagen in der Stadthalle bewährt hätte: Warum nicht ein Weihnachtsmarkt in der Baustelle?

Ob der Vorschlag aufgegriffen werden kann, wird sich zeigen. Fest steht wohl, dass es eine Fortsetzung geben wird. Den Erlös aus dem Bahnhofsfest wollen die Einzelhändler für die nächste Veranstaltung im Bahnhofsviertel nutzen, freute sich Bürgermeister Griebsch.

Hildegard Goor-Schotten

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