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Wegen möglicher Gaspreisverdopplung 2023: Woge reagiert schon im Juli

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Von: Volker Heyn

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Heiztechnisch ist die Woge in 80 Prozent der Wohnungen auf dem neuesten Stand. Heizungsbauer Listringhaus (r.) erläuterte Woge-Chef Wöste im Juli 2021 die Funktionsweise der Gaswärmepumpe im Hochhaus Ütterlingsen.
Heiztechnisch ist die Woge in 80 Prozent der Wohnungen auf dem neuesten Stand. Heizungsbauer Listringhaus (r.) erläuterte Woge-Chef Wöste im Juli 2021 die Funktionsweise der Gaswärmepumpe im Hochhaus Ütterlingsen. © Griese, Volker

Die Wohnungsgesellschaft Werdohl (Woge) reagiert schon jetzt auf die unvermeidliche Gaspreiserhöhung ab Januar 2023. Das kommt auf Mieterinnen und Mieter zu.

Werdohl – Ab 1. Juli 2022 werden die Abschlagszahlungen bereits für das laufende Jahr um die Hälfte erhöht. Woge-Geschäftsführer Ingo Wöste bereitet eine umfassende Informationskampagne für die Mieterinnen und Mieter vor: „Wir alle gemeinsam müssen aktiv den Verbrauch senken, ohne dass es zu massiven Komfortverlusten kommt.“

Mit der Betriebskostenabrechnung Ende Juni werde die Woge eine Öffentlichkeitskampagne starten, um zum Sparen anzuregen. Die Geschäftsführung der Wohnungsgesellschaft rechne damit, dass sich der Gaspreis Anfang 2023 im Vergleich zu jetzt verdoppeln werde. Wöste: „Wir gehen von 100 Prozent Steigerung aus.“ Damit es für die Mieterinnen und Mieter nicht im Januar zu einem „bösen Erwachen“ komme, werde die Woge den Heizkostenabschlag ab dem zweiten Halbjahr 2022 um 50 Prozent anheben. Damit wolle man den Kunden entgegen kommen.

Die Wohnungsgesellschaft werde ihrerseits alles tun, um die Kostenexplosion bei den Gaspreisen für die Mieter abzumildern. 80 Prozent aller Wohnungen seien mit modernster und sparsamster Heiztechnik ausgerüstet und gedämmt. Die Woge habe in der Vergangenheit enorme Summen in die energetische Sanierung gesteckt. Als weiteren Schritt in Richtung Energiesparen und Kostensenkung werde es zu einer Nachtabsenkung der Heizung in den Wohnungen kommen. Die Vorlauftemperaturen der Heizanlagen werden niedriger eingestellt. Wöste sprach davon, durch die Techniker die Anlagen noch effizienter als bisher einstellen zu lassen. Zum Beispiel sollen Wartungsintervalle verkürzt werden, um Heizkörper öfter zu entlüften.

Die technischen Einsparungen dürften aber nicht dazu führen, dass jemand in seiner Wohnung frieren müsse. Wöste: „Der Nachtschichtler muss beim Heimkommen nicht fürchten, dass seine Wohnung kalt ist.“ Die Wohnungsgesellschaft wolle mit allen Mieterinnen und Mietern in einen neuen Dialog kommen. Informationsveranstaltungen in den Quartierzentren sollen zum Beispiel über richtiges und energiesparendes Lüften aufklären.

„Wenn wir es schaffen, viel einzusparen oder wenn der Krieg endet und die Preise sinken, zahlen wir natürlich zurück“, versichert Wöste. Das Nutzungsverhalten bestimme jeder Mensch selbst. „Lasst uns Sommer und Herbst nutzen, ein neues Verhalten einzuüben“, appelliert der Geschäftsführer an die gesamte Wohnungsgesellschaft. Zehn Prozent Einsparung sei möglich.

Es könnte zu einer Verdopplung des Gaspreises kommen

Ganz sicher werden auch die Gaspreise für die Kunden der Werdohler Stadtwerke ab Januar 2023 steigen, das bestätigte Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schlutow auf Nachfrage. Die Stadtwerke versorgen auch die Wohnungsgesellschaft Werdohl mit Gas. Wie stark sich der Gaspreis erhöht, könne niemand ein halbes Jahr im voraus vorhersagen, so der stets sehr vorsichtige Schlutow. Seine persönliche Hoffnung, dass sich die Energiepreise im Laufe von Sommer und Herbst eventuell beruhigen könnten, habe sich allerdings zerschlagen. Laut Wirtschaftsminister Robert Habeck werde es zu „ganz massiven“ Heizkostenerhöhungen kommen. Demnach könnte es tatsächlich zu einer Verdopplung des Gaspreises im nächsten Jahr kommen, vielleicht werde es sogar noch teurer.

Schlutow: „Das ist eine sehr schwierige Situation für alle im Moment, niemand kann das genau etwas vorhersagen.“ Die Daten reichten noch nicht für eine erste Kalkulation.

„Das große Ding bei den Energiekosten lautet: Sparen!“ lässt sich Schlutow zitieren. Verbräuche senken, wo es nur gehe, sei das einzige Mittel, Energiekosten zu vermeiden.

Bislang hätten die Stadtwerke vom Tranchenmodell profitiert, Gas günstig zu verschiedenen Zeitpunkten einzukaufen. Deshalb sei der Gaspreis in 2022 für die Werdohler Kunden im Vergleich mit größeren Anbietern sogar sehr gut.

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