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Wegen A45-Sperrung: Unternehmen im MK verlagert Arbeitsplätze

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Von: Volker Griese

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Im viergeschossigen Atrium des Westfalentowers in Dortmund hat VDM Metals zwei Etagen angebietet. In den Büros sollen demnächst bis zu 82 Mitarbeiter der Verwaltung arbeiten können.
Im viergeschossigen Atrium des Westfalentowers in Dortmund hat VDM Metals zwei Etagen angebietet. In den Büros sollen demnächst bis zu 82 Mitarbeiter der Verwaltung arbeiten können. © Cubion

Wegen der aller Voraussicht nach noch Jahre andauernden Sperrung der A 45 im Bereich der Rahmedetalbrücke wird das Werdohler Unternehmen VDM Metals bald einen Teil seiner Arbeitsplätze verlagern. Ein Teil der Mitarbeiter kann der Arbeit demnächst in Dortmund nachgehen. Dort hat das Unternehmen rund 2000 Quadratmeter Bürofläche auf zwei Etagen im viergeschossigen Atrium des Westfalentowers an der B1 angemietet.

Werdohl ‒ Für zahlreiche Mitarbeiter von VDM Metals, die ihren Arbeitsplatz in Werdohl haben, hat die Sperrung der A 45 zur Folge, dass sich ihr Anfahrtsweg erheblich verlängert hat und dieser dadurch zu einer deutlichen Belastung geworden ist. „Aktuell arbeiten in Werdohl 725 Mitarbeiter, davon 275 in der Verwaltung. 125 Mitarbeiter der Verwaltung sind von der Brückensperrung direkt betroffen“, wird Dr. Niclas Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung von VDM Metals, in einer Pressemitteilung des Unternehmens zitiert.

VDM verfolgte bereits seit dem Sommer das Ziel, den von der Sperrung der Rahmedetalbrücke betroffenen Mitarbeitern einen alternativen Büroarbeitsplatz anbieten zu können. Es galt, einen modernen und für die Mitarbeiter gut zu erreichenden Standort im Ruhrgebiet zu finden. Der ist jetzt im Westfalentower gefunden worden. VDM kann seinen Mitarbeitern dort demnächst 82 Büroarbeitsplätze anbieten.

Der Unternehmenssitz von VDM Metals ist und bleibt in Werdohl. Eine Verlagerung ist nicht geplant.

Dr. Niclas Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung von VDM Metals

Die Anfahrtzeiten würden sich dadurch für viele Mitarbeiter deutlich verkürzen. Der Betriebsrat sei informiert, ein Interessenausgleich werde verhandelt, teilte Unternehmenssprecher Philipp Verbnik mit. Der Bezug der zusätzlichen Büroarbeitsplätze werde den aktuellen Planungen zufolge zum Ende des ersten Halbjahres 2023 erfolgen. Die Vorbereitungen für den Umzug seien bereits angelaufen.

Im Bürokonzept werde auch den veränderten Ansprüchen der Mitarbeiter durch die in der Pandemie erprobte Mischung aus Arbeit in Präsenz und mobilem Arbeiten Rechnung getragen, teilte VDM weiter mit. „Flexibles Arbeiten soll weiterhin möglich sein. Dennoch wissen wir aus zahlreichen Gesprächen, dass ein Bedarf an persönlicher sozialer Interaktion besteht“, lässt sich Dr. Müller zitieren. So würden unter anderem offenere und kommunikative Strukturen geschaffen, die den abteilungsübergreifenden Austausch fördern.

VDM will wohl keinen Mitarbeiter zum Arbeiten in Dortmund zwingen. Der Wechsel erfolge auf freiwilliger Basis, betonte Müller. Wie viele Mitarbeiter ihren Dienstsitz zukünftig im Ruhrgebiet haben werden, ist nach Darstellung von VDM-Chef Müller noch nicht genau zu sagen. Auch würden nicht Mitarbeiter aller Verwaltungsfunktionen nach Dortmund gehen. Beispielsweise bleibe der Vertrieb unter anderem aufgrund der Nähe zur Fertigung vollständig in Werdohl. Auch der Unternehmenssitz bleibe in Werdohl. Eine Verlagerung ist laut Müller nicht geplant. Betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen.

Westfalentower: Lange ein Vermietungsflop

Der 2009/10 hochgezogene Westfalentower ist nach dem RWE-Tower und dem Telekom-Hochhaus mit 86 Metern das dritthöchste Hochhaus in Dortmund. Der aus drei Gebäudeteilen bestehende Koloss bietet auf 22 Etagen eine Bruttogeschossfläche von 28.500 Quadratmetern, galt allerdings lange als einer der größten Vermietungsflops im Ruhrgebiet. Mittlerweile ist der Leerstand erheblich gesunken. Das Gebäude wird seit 2015 zu fast 50 Prozent von der Commerzbank AG genutzt. Auch die ProSiebenSat1 AG ist ein Großmieter.

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