Nach Vergleich

Weg frei für neue Jugendamtsleitung in Werdohl

Die ehemalige Jugendamtsleiterin Kirsten von der Crone und die Stadt Werdohl haben sich vor Gericht auf einen Vergleich verständigt.
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Die ehemalige Jugendamtsleiterin Kirsten von der Crone und die Stadt Werdohl haben sich vor Gericht auf einen Vergleich verständigt.

Die Stadt Werdohl und ihre ehemalige Jugendamtsleiterin Kirsten von der Crone gehen nun endgültig getrennte Wege.

Offensichtlich haben sie vor dem Arbeitsgericht eine Einigung erzielen können, die nun den Weg frei macht zu einer Neuausrichtung des Jugendamtes.

Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) hatte die Jugendamtsleiterin im Einvernehmen mit dem Rat zum 31. Mai von der Amtsleitung abberufen. Sie war allerdings zunächst weiterhin Mitarbeiterin der Stadt Werdohl geblieben. Der Entscheidung vorausgegangen war der Antrag der 43-jährigen Werdohlerin an den Verwaltungschef, das Jugendamt an den Märkischen Kreis zu übertragen. Sie hatte dem Bürgermeister in einem Schreiben „dringend empfohlen“, die Abgabe des Jugendamtes an den Kreis einzuleiten. Das war für Späinghaus eigentlich keine Option, dennoch hatte er einen entsprechenden Antrag an das Landesjugendamt gestellt. Das NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration hatte daraufhin eine kurzfristige Übertragung an den Kreis ausgeschlossen und der Stadt vielmehr empfohlen, ihre Aufgaben als örtliche Träger der Jugendhilfe auszuschöpfen.

Gerichtlicher Vergleich

Die Konsequenz daraus war: Späinghaus entzog von der Crone die Leitung des Jugendamtes, die degradierte Mitarbeiterin wiederum leitete rechtliche Schritte ein.

Jetzt teilte Reinhardt Haarmann, der Personalchef der Stadtverwaltung, in einer Presseerklärung schriftlich mit: „Die Stadt Werdohl und die ehemalige Leiterin des Jugendamtes der Stadt Werdohl, Kirsten von der Crone, haben das zwischen ihnen bestehende Arbeitsverhältnis nunmehr durch einen gerichtlichen Vergleich beendet.“ Damit ist von der Crone also nicht nur keine Leiterin des Jugendamtes mehr, vielmehr ist sie auch ihre Anstellung bei der Stadt Werdohl los.

Eine „weitere Zusammenarbeit für beide Seiten nicht sinnvoll“

„Die Stadt Werdohl und Frau von der Crone sind sich darüber einig, dass aus fachlichen Gründen sowie der unterschiedlichen Auffassungen zur fachlichen Leitung des Jugendamtes eine weitere Zusammenarbeit für beide Parteien nicht sinnvoll ist“, heißt es in der Erklärung weiter. Damit ist auch der Grund für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses benannt. Späinghaus hatte der Jugendamtsleiterin dagegen ein Führungsproblem unterstellt, das auch der Grund dafür sei, dass die Stadt im Bereich des Jugendamtes und der Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) seit längerer Zeit ein Personalproblem habe.

Was diese Behauptung angeht, musste die Stadt vor dem Arbeitsgericht wohl zurückrudern. „Etwaige Vorwürfe, dass gegebenenfalls persönliches Verhalten von Frau von der Crone Grund für eine Abberufung als Jugendamtsleitung in Betracht kommt, werden ausdrücklich durch die Stadt Werdohl nicht aufrechterhalten“, heißt es in der Erklärung des Personalchefs. Und weiter: „Ein persönliches Fehlverhalten von Frau von der Crone, gleich in welcher Art und Weise, war zu keinem Zeitpunkt Grund, weder für die Abberufung, noch für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses.“

Freistellung hat Bestand vor dem Arbeitsgericht

Die Freistellung Kirsten von der Crones von der Leitung des Jugendamtes hatte aber auch vor dem Arbeitsgericht Bestand. Sie sei „aufgrund einer betrieblich erforderlich gewordenen Umstrukturierung, welche mit einer Neubesetzung der Stelle als Jugendamtsleitung einhergeht“, von ihren Aufgaben als Leiterin entbunden worden, heißt es in der Erklärung des Personalchefs. „Die Parteien trennen sich nun einvernehmlich unter Einhaltung der vorgesehenen Kündigungsfristen“, lautet der Schlusssatz.

Späinghaus wollte sich zu dem Vorgang jetzt nicht mehr äußern. Damit halte er sich an die den gerichtlich geschlossenen Vergleich, betonte er. Gleichwohl drückte er seine Erleichterung darüber aus, dass die Angelegenheit damit nun ausgestanden ist. Jetzt könne die Leitung des Jugendamtes neu besetzt werden, sagte er. Derzeit erhält das Werdohler Jugendamt Unterstützung von Michael Schröder, dem Jugendamtsleiter der Stadt Plettenberg, und von einem freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe aus Unna.

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