Wechsel im SPD-Vorstand: Unbeantwortete Fragen zur Schuldiskussion

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Der neue SPD-Vorstand (von links): Siegfried Griebsch, Ali Akdeniz, Vorsitzender Udo Böhme, Kassiererin Marion Gierse, stellvertretender Vorsitzender Björn Walocha, Jana Gester, Gülcan Kiraz, Ulli Daedelow (verdeckt) und Metehan Ugurlu.

Werdohl - „Jetzt ist Schulz!“ – Die Jahreshauptversammlung der SPD am Donnerstag im Haus Werdohl war geprägt von der Wahl eines komplett neuen Vorstands (wir berichteten bereits) und der Aufbruchstimmung, die von Kanzlerkandidat Martin Schulz auch in den Werdohler Ortsverein hineinstrahlt.

Dass die SPD auf einmal wieder attraktiv ist, zeigte der Stapel Parteibücher, den der soeben frisch gewählte Ortsvereinsvorsitzende Udo Böhme an Neumitglieder austeilen konnte. 

Auch wenn er weiter im Vorstand der SPD als zweiter stellvertretender Bürgermeister und vielleicht auch noch mit den Waffeleisen „Hanne“ und „Lore“ im Wahlkampf aktiv sein wird – die Rede vom scheidenden Vorsitzenden Andreas Späinghaus geriet an manchen Stellen doch zu einem Abschied.

„Politik ist mehr als Waffeln backen“

„Politik ist mehr als Waffeln backen“, hat er sich wohl kritisch anhören müssen. Jedenfalls zitierte Späinghaus diesen an ihn gerichteten Satz und legte nach: „Ich würde mich freuen, wenn aus der Mitgliederschaft dann aber auch mal konkrete Vorschläge, konkrete Hilfsangebote und konkrete Unterstützung folgen würde.“ 

40 Jahre in der Partei ist Cornelius Böttcher (links), 25 Jahre Genosse ist Michael Schöne (Mitte) und seit 50 Jahren ist Harald Günther (rechts) Parteimitglied.

Das soll jetzt wohl der neue Vorstand leisten, den sich Udo Böhme selbst zusammengestellt hatte. Böhme ist seit 1985 in der Partei, saß im Kreistag und ist aktuell Ratsmitglied. Er arbeitet in der Personalabteilung von Thyssen-Krupp in Hohenlimburg und ist stellvertretender Betriebsratsvorsitzender. 

Böhme ist zudem Mitglied im Heimat- und Geschichtsverein, im Förderverein Ahehammer und der IG Metall. Sein Stellvertreter Björn Walocha stellte sich knapper vor: Der gelernte Elektroinstallateur ist seit 1999 in der SPD und Ratsmitglied. „Für den Erhalt des Abiturs kämpfen!“

Gefahr, das Abitur zu verlieren

Politik gab es neben den vielen Personalien auch: Andreas Späinghaus brachte in seiner Rede das Werdohler Thema Schulpolitik auf. Es gebe Kräfte in Werdohl, so Späinghaus, denen das Abitur nicht so wichtig sei. „Die pomadige Pflege der alten Zöpfe steht dort an erster Stelle“, griff Späinghaus an. 

Es bestehe die Gefahr, das Abitur in Werdohl zu verlieren. Das sei für ihn persönlich unvorstellbar. Die Werdohler SPD halte Bildung und das damit verbundene Abitur nicht für zweitrangig. „Wir werden für den Erhalt des Abiturs in unserer Stadt kämpfen“, schloss Späinghaus den lokalpolitischen Teil seiner Rede. 

Vorschlag unterliege Verschwiegenheitspflicht

Alt-IG-Metaller Uli Mannack und Ex-Ratsmitglied Wolfgang Klein waren damit nicht zufrieden. Wie denn ganz konkret die Position der SPD-Fraktion im Rat zum Fortbestand der Gesamtschule sei, wollten die beiden wissen.

Man könne doch nicht alles der OVP überlassen, sagte Klein: „Der Ohrmann-Voßloh-Plaßmann-Partei“. Fraktionsvorsitzender Wilhelm Jansen konnte dazu nichts sagen. Der mit der Verwaltung und den anderen Fraktionen gefundene Vorschlag unterliege der Verschwiegenheitspflicht. Man sei auf jeden Fall für Abitur und Gesamtschule.

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