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Wechsel erfolgt: Das ist die neue Jugendpflegerin in Werdohl

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Von: Volker Heyn

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Anna-Katharina Reith ist die neue Jugendpflegerin der Stadt Werdohl. Blumen im Auftrag des Bürgermeisters überreichte Abteilungsleiter Reinhardt Haarmann (links). Reiths Vorgänger Tobias Chylka (Mitte) wurde von AEG-Schulleiter Sven Stocks (rechts) als Nachfolger für den pensionierten Schulsozialarbeiter Peter Helbig an seinem Arbeitsplatz in der Schule begrüßt. Helbig war 25 Jahre Sozialarbeiter der Gesamtschule.
Anna-Katharina Reith ist die neue Jugendpflegerin der Stadt Werdohl. Blumen im Auftrag des Bürgermeisters überreichte Abteilungsleiter Reinhardt Haarmann (links). Reiths Vorgänger Tobias Chylka (Mitte) wurde von AEG-Schulleiter Sven Stocks (rechts) als Nachfolger für den pensionierten Schulsozialarbeiter Peter Helbig an seinem Arbeitsplatz in der Schule begrüßt. Helbig war 25 Jahre Sozialarbeiter der Gesamtschule. © Heyn, Volker

Anna-Katharina Reith ist die neue Jugendpflegerin der Stadt Werdohl. Die 35-Jährige folgt auf Tobias Chylka, der zum 2. November die Stelle des pensionierten Schulsozialarbeiters Peter Helbig an der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) übernommen hat.

Der formelle Wechsel auf den beiden Stellen wurde jetzt im Büro des Schulsozialarbeiters an der AEG vollzogen.

Alle Beteiligten kennen sich sehr lange, manche berufliche Wege in der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit scheinen vorgezeichnet zu sein. So war Tobias Chylka schon mit 17 Jahren als Honorarkraft an der AEG beschäftigt. Seit 21 Jahren ist der Sozialarbeiter bei der Stadt Werdohl beschäftigt. Erst als Streetworker, dann später als Leiter des Jugend- und Begegnungszentrums und zuletzt als Stadtjugendpfleger. Sein Vorgänger war Michael Tauscher, dessen Vorgänger war wiederum Marco Malcherek-Schwiderowski. Letzterer war zwischenzeitlich Jugendamtsleiter bei der Stadt und ist schon vor Jahren zur Stadt Lüdenscheid gewechselt.

Wechsel von allen Beteiligten gewollt

Den Wechsel von Chylka zur größten Schule Werdohls ist von allen Beteiligten so gewollt worden. Chylka selber ist froh über die neue Aufgabe, die auch etwas mit den günstigeren Arbeitszeiten zu tun habe. Chylka ist Vater einer einjährigen Tochter, seine Arbeitszeiten in den Kinder- und Jugendzentren oft genug bis in den späten Abend hinein waren für ihn nicht mehr passend.

Da auch die Pensionierung von Peter Helbeg nach 25 Jahren an der Gesamtschule ziemlich genau absehbar war, hatte sich Schulleiter Sven Stocks schon frühzeitig um eine Nachfolge gekümmert. Chylka sei der Wunschkandidat gewesen, hieß es. Ein Dank ging an Abteilungsleiter Reinhardt Haarmann, der es ermöglicht hatte, dass Chylka trotz längerer Kündigungsfrist gleich im November an der Schule die Arbeit aufnehmen kann.

Helbig seit Sommer 1996 an der AEG

Der Lüdenscheider Peter Helbig hatte im Sommer 1996 an der Gesamtschule mit der Schulsozialarbeit begonnen. Die damals noch brandneuen Gesamtschulen waren Vorreiter in Sachen Schulsozialarbeit. Die AEG wurde 1990 gegründet, ab 1996 startete die gymnasiale Oberstufe. Helbig hatte zunächst eine Handwerksausbildung gemacht, nach der Bundeswehr holte er sein Abitur nach und studierte Sozialarbeit. Die erste Stelle war in Lüdenscheid, bis zur Rente mit 66 Jahren blieb er an der AEG. In diesen 25 Jahren hätten sich die Rahmenbedingungen und die Arbeit im Netzwerk nicht wesentlich geändert, so Helbig: „Kinder sind Kinder.“

Pungelscheid nur noch mittwochs geöffnet

Weil im Augenblick nur zwei pädagogische Mitarbeiterinnen bei der städtischen Jugendpflege verfügbar sind, müssen die Öffnungzeiten im Freizeittreff in Pungelscheid eingeschränkt werden. Anstelle von drei Öffnungstagen ist jetzt nur noch mittwochs von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Das JBZ ist dienstags bis freitags, der Schrottkeller donnerstags und freitags jeweils von 16 bis 20 Uhr geöffnet.

Die Jungen und Mädchen würden sich in ihrer Freizeit heute zwar vollkommen anders beschäftigen als vor drei Jahrzehnten, aber grundsätzlich seien Probleme untereinander sowie mit Eltern und Lehrkräften ähnlichen Charakters geblieben. Helbig: „Alles, was die Kinder mitbringen, soll in die Arbeit mit eingebunden werden.“ Neue Medien zum Beispiel seien Fluch und Segen zugleich: Mobbing habe dadurch andere Dimensionen erreicht, aber durch Medienerziehung könne auch Positives gewonnen werden.

Streitschlichter an der Schule etabliert

Helbig hat Einiges bewirken können im Laufe der vielen Jahre. Lange Zeit waren zum Beispiel die Schulbusbegleiter an der Bushaltestelle auf dem Riesei nötig, mittlerweile sind die damaligen Schwierigkeiten zwischen der früheren Hauptschule und der AEG ins Dunkel des Vergessens gerückt. Durch die Schulsozialarbeit sind bis heute Streitschlichter an der Gesamtschule etabliert worden.

Helbig beschrieb seinen beruflichen Alltag so: „Ein großer Teil der Arbeit ist nicht unbedingt planbar. Die Tür geht auf und es geht los. Man muss sich viel Zeit nehmen für die Kinder.“ Bei der Schulleitung und letztlich auch bei der Stadt als Schulträger bedankte sich Helbig für die sehr guten Arbeitsbedingungen. Helbig war bereits im Sommer coronakonform von der Schulgemeinde verabschiedet worden.

JBZ-Leitung: Stelle ist ausgeschrieben

Anna-Katharina Reith ist ebenfalls schon lange im Geschäft. Die Sozialpädagogin hatte 2004 im Alter von 19 Jahren auf Honorarbasis im Schrottkeller angefangen. Ihre nunmehr ehemalige Stelle als Leiterin des JBZ ist ausgeschrieben.

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