Live aus Werdohl: Wer kann die Landflucht stoppen?

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NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach

Werdohl - Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) wird am Donnerstag, 8. März, live aus Werdohl senden. In seinem Radioprogramm WDR 5 wird er an diesem Abend in der Sendung „Stadtgespräch“ den demografischen Wandel und die Landflucht junger Menschen thematisieren.

Im Jahr 2030 werden in Nordrhein-Westfalen fast eine halbe Million Menschen weniger leben als heute, prognostizieren Demografen. Städte wie Köln oder Münster würden dennoch kräftig weiter wachsen. Eine geradezu dramatische Entwicklung sagen sie dagegen dem ländlichen Raum voraus, vor allem Südwestfalen und Teilen von Ostwestfalen-Lippe. Denn dort komme zum demografischen Wandel die Landflucht.

Klaus Tewes, Redakteur im WDR-Studio Siegen erläutert: „Die Jungen gehen weg, um zu studieren oder eine Ausbildung zu machen und kommen oft nicht wieder. Zurück bleiben die Alten und werden immer älter. Schon bald könnte in einigen ländlichen Regionen jeder dritte Einwohner älter als 65 Jahre sein.“

Werdohl ist besonders betroffen

Besonders vom demografischen Wandel betroffen ist Experten zufolge das Sauerland. Im Märkischen Kreis und dem Hochsauerland, so die Prognosen, werden in den nächsten Jahren mindestens zehn Prozent weniger Menschen leben als heute. Und WDR-Redakteur Tewes weiß: „Neben Altena ist im Märkischen Kreis auch Werdohl besonders stark betroffen und wird in den nächsten Jahren weiter schrumpfen.“ Werdohl hat seit der Jahrtausendwende bereits 12 Prozent seiner Einwohner verloren.

Weniger Menschen - mehr Probleme

Die Folgen der Landflucht sind schon heute zu sehen: Geschäfte stehen leer, Zentren veröden, Immobilien verfallen, es herrscht ein Mangel an Ärzten, Unternehmen suchen händeringend Nachwuchs. Und all diese Probleme werden noch zunehmen, je weniger Menschen auf dem Land leben – ein Teufelskreis.

Gibt es einen Ausweg aus dem Teufelskreis?

Gibt es überhaupt einen Ausweg aus dieser Situation, bei der sich Ursache und Wirkung gegenseitig verstärken? Was sind die Gründe dafür, dass junge Menschen dem ländlichen Raum den Rücken zukehren? Wie könnte man sie halten oder zur Rückkehr bewegen?

Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen-Agentur

Heimatministerin diskutiert mit

Darüber wollen die Moderatoren Thomas Koch und Christina Günther am 8. März ab 20 Uhr im Festsaal Riesei mit den Werdohlern, aber auch mit Experten und Politikern diskutieren. Auf dem Podium werden NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach, der Demografie-Experte Manuel Slupina, Dimitri Hegemann, Gründer der Agentur „Happy Locals“, und Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen-Agentur sitzen.

AEG-Schüler planen Umfrage

Sie sollen ebenso oft und so lange zu Wort kommen wie die Werdohler. Redakteur Tewes: „Wir peilen immer gleich lange Redezeiten für Experten und Publikum an.“

Schon vor der Live-Sendung wird sich die Albert-Einstein-Gesamtschule mit der Thematik befassen. Beispielsweise plant eine Oberstufen-Klasse eine Umfrage unter Mitschülern.

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