Bürgergemeinschaft hofft auf Fördermittel

WBG wünscht sich Stromtankstellen für E-Bikes und sprechende Mülleimer

Sprechende Mülleimer wie im oberpfälzischen Sulzbach-Rosenberg könnten nach Vorstellungen der WBG auch in Werdohl eingeführt werden, die die Passanten zu mehr Reinlichkeit anhalten.
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Sprechende Mülleimer wie im oberpfälzischen Sulzbach-Rosenberg könnten nach Vorstellungen der WBG auch in Werdohl eingeführt werden, die die Passanten zu mehr Reinlichkeit anhalten.

Die Gründe, auf das Fahrrad umzusteigen, können vielfältig sein: gestiegene Benzinpreise, die Möglichkeit, auch längere Strecken ohne Auto zurücklegen zu können, in der Pandemie der Verzicht auf Fahrten in vollen Bussen und Bahnen, das Bestreben, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten oder einfach der Wunsch nach mehr Bewegung.

Und immer mehr Menschen entscheiden sich dann auch gleich für die leicht motorisierte Variante des guten alten Drahtesels, das Pedelec oder E-Bike.

Damit E-Bike-Touristen oder -Alltagsfahrer ihr Rad auch unterwegs nachladen können, braucht es aber zusätzlich ein zuverlässiges Netz an Ladestationen. Und in dieser Hinsicht hat Werdohl bis jetzt wenig bis gar nichts zu bieten. Eine Übersichtskarte des Märkischen Kreises weist für die Stadt an Lenne und Verse nicht eine einzige Ladestation für E-Bikes aus, während in der Nachbarstadt Neuenrade auf einer Strecke von nur zwei Kilometern gleich drei öffentlich zugängliche Stromtankstellen zu finden sind. Die Stadt Balve verfügt sogar über sechs solcher Ladepunkte, davon zwei in der Kernstadt.

Bislang keine öffentlichen Ladesäulen in Werdohl

Die Werdohler Bürgergemeinschaft (WBG) will nun mit einem Antrag an den Ausschuss für Umwelt- und Stadtentwicklung erreichen, dass Fahrer von elektrisch angetriebenen Fahrrädern die Akkus ihrer Fahrzeuge auch in Werdohl an öffentlichen Ladesäulen aufladen können. „Auf dem Markt ist mittlerweile eine große Anzahl verschiedener Stationen verfügbar. Unter anderem auch mit Solarmodulen ausgerüstete autarke Modelle“, heißt es in dem Antrag. Als Standorte kämen das Rathaus oder der Bahnhof infrage.

Auch gebe es Förderprogramme für die Installation solcher Ladestationen. Die WBG nennt Progres.NRW, ein Landesprogramm zur Förderung regenerativer Energien und der Energiewende, als Beispiel. Tatsächlich könnte Werdohl aus dem Bereich Elektromobilität dieses Programms Fördermittel für die Einrichtung von öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur erhalten. Die Zuschusshöhe beträgt 50 Prozent. Die WBG-Fraktion möchte, dass die Stadtverwaltung prüft, ob sie diese Fördermittel abrufen kann.

Sauberkeit in der Stadt soll verbessert werden

Mit einem weiteren Antrag zielt die WBG auf eine Verbesserung der Sauberkeit in der Stadt ab. Sie beantragt, Mülleimer und Papierkörbe ansprechender zu gestalten, um damit die Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erhöhen. „In vielen anderen Städten ist man dazu übergegangen die Müllbehälter durch Aufkleber mit lustigen Sprüchen ansprechender zu gestalten. An manchen Standorten gibt es Abfallbehälter, die sich für den Einwurf von Unrat bedanken“, heißt es in dem Antrag, dem die WBG einige Beispielfotos aus anderen Städten beigefügt hat. Dabei verweist sie sogar auf sprechende Müllbehälter, die beispielsweise in Stuttgart installiert worden sind. Auch in anderen Städte wie Rüsselsheim, Hamburg oder Bremen gibt es Mülltonnen, die sich bei Passanten bedanken, wenn sie Müll einwerfen.

In Oldenburg quittieren die Behälter das Einwerfen mit Sätzen wie „Ein Hauptgewinn für die Umwelt“ oder „Gib mir den Rest!“. Bis zu 40 Prozent mehr Abfall soll auf diese Weise in der Tonne anstatt auf den Oldenburger Gehwegen landen. Die WBG könnte sich so etwas auch für Werdohl vorstellen. „Für Müllsammler mit Audioausgabe wäre zu prüfen, ob diese mittels Förderprogramm beschafft werden können“, schränkt sie allerdings ein, dass sprechende Mülltonnen wohl nur mit finanzieller Unterstützung realisierbar seien.

Ausschuss tagt am 20. April

Der Ausschuss für Umwelt- und Stadtentwicklung kommt zu seiner öffentlichen Sitzung am Dienstag, 20. April, um 17 Uhr im Festsaal Riesei zusammen. Interessierte können die Sitzung unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen verfolgen; unter anderem besteht die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes.

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