Klinikum Lüdenscheid: „Der Aufsichtsrat ist gefragt“

WERDOHL ▪ Bezüglich des Berichtes „Geschäftsführer muss weg, Prof. Dr. Giebel macht vor allem Dr. Schwilk für Misere am Klinikum Lüdenscheid verantwortlich“ folgende Stellungnahme des Fraktionsvorsitzenden der Werdohler Bürger-Gemeinschaft Willibald Mertens.

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„Die Werdohler Bürger-Gemeinschaft (WBG) hat den Artikel im Süderländer Volksfreund mit Erstaunen, aber auch mit einiger Besorgnis zur Kenntnis genommen“, schreibt Mertens und fügt hinzu: „Wenn der pensionierte Klinikdirektor Prof. Dr. Giebel im Gespräch mit dem SV solch deutliche Worte zu den Missständen im hoch defizitären Klinikum Lüdenscheid findet, müssen doch bei allen Kommunalpolitikern im Märkischen Kreis aber auch in den Städten mit Krankenhäusern in der Trägerschaft der Märkischen Kliniken die Alarmglocken schrillen, so auch in Werdohl.“

Dass die Märkischen Kliniken seit Jahren Defizite in Millionenhöhe einfahren würden, sei laut Mertens bekannt. Ein Grund für diese Defizite sei der Einsatz von so genannten Freelancern (Ärzte als Honorarkräfte). „Prof. Giebel spricht nun von einer regelrechten Personalflucht, die in den Kliniken eingesetzt habe. Die Folge dieser Personalflucht dürfte ein Ausweiten der Beschäftigung von Freelancern mit weiteren höheren Kosten sein“, ist sich Mertens sicher.

Prof. Giebel spricht in dem Bericht von einer „aufgeblähten Verwaltung“, einem „falschen Einsatz von Schwestern“ und einer „wundersamen Vermehrung von Managern“. Jeder Punkt für sich bedeute laut Mertens unnötige und zusätzliche Personalkosten, die letztlich mit verantwortlich sein dürften für die jährlichen Defizite.

In diesem Zusammenhang müsse aber auch die Frage nach der Verantwortlichkeit des Aufsichtsrates gestellt werden. Ungeklärt bleibe zunächst die Frage, ob der Aufsichtsrat der Märkischen Kliniken in die Entscheidungen der Geschäftsführung eingebunden gewesen sei oder ob dieser die Pläne der Geschäftsführung wirklich „nur abgenickt“ hat, wie Prof. Giebel in dem Bericht feststellte.

Die Aufgabe eines Aufsichtsrates besteht nach Ansicht des Werdohler WBG-Vorsitzenden auch darin, die Tätigkeit eines Vorstandes (der Geschäftsführung) zu überwachen. Ob und wie der Aufsichtsrat der Märkischen Kliniken dieser Überwachungsfunktion tatsächlich gerecht geworden sei, werde er der Öffentlichkeit erklären müssen.

Der Aufsichtsrat der Märkischen Kliniken setze sich auch aus Vertretern der etablierten Parteien, wie CDU, SPD, FDP und Grünen zusammen. Diese müssten jetzt den Bürgerinnen und Bürgern des Märkischen Kreises erklären, was der Aufsichtsrat zu den Vorwürfen des ehemaligen Klinikdirektors Prof. Giebel zu sagen hat.

Auch die Werdohlerinnen und Werdohler hätten ein gesteigertes Interesse zu erfahren, wie der Aufsichtsrat nun mit den massiven Vorwürfen umzugehen gedenkt. Mertens ist sich zudem sicher, dass diese Vorwürfe bei den Patienten zu einem Vertrauensverlust führen würden.

Die im Klinikum tätigen Ärzte und das Pflegepersonal hätten einen solchen Vertrauensverlust laut Mertens nicht verdient.

Die WBG erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass es Dr. Schwilk gewesen sei, der vor einigen Jahren wesentlich dazu beigetragen habe, dass in der Stadtklinik Werdohl die Geburtshilfe und auch die Gynäkologie geschlossen worden sei. Eine Entscheidung, die von vielen Werdohlern bis heute nicht verstanden worden sei. „Die WBG appelliert jetzt dringend an CDU, SPD, FDP und Grüne, ihren Vertretern im Aufsichtsrat der Märkischen Kliniken mit auf den Weg zu geben, ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat auch tatsächlich als Überwachungsfunktion zu sehen und wahrzunehmen“, schreibt Mertens abschließend.

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