Wasserkraft Wilhelmsthal: Mark E staut die Lenne an

Das Wehrschild links im Bild ist geschlossen, das rechte Schild so weit heruntergefahren, dass die Lenne darunter tosend hervorströmt. So wird das Wasser momentan behutsam aufgestaut, um den Obergraben testweise zu fluten. In verschiedenen Messpunkten wird der Druck aufs Erdreich gemessen, um die Stauung zu kontrollieren.

WERDOHL - Ganz langsam stieg der Lennepegel, Zentimeter um Zentimeter, erst plätscherte das Wasser, später schoss es durch Bohrungen in der Spundwand, später schwappten die ersten Wellen über die stählerne Absperrung: Einigermaßen unspektakulär verlief am Mittwoch die Aufstauung des Obergrabens Wilhelmsthal.

Genau um 13 Uhr lief nach mehreren Jahren Pause wieder Wasser in den Obergraben. Für die Ingenieure der Mark E war das durchaus ein großer Moment, will der Energieversorger das Laufwasserkraftwerk doch wieder vollständig in Betrieb nehmen und umweltfreundlich Energie erzeugen. Lange musste das Unternehmen auf die entsprechenden behördlichen Genehmigungen warten. So ist die Inbetriebnahme auch erstmal eine vorläufige: Sie ist möglich geworden nach Durchführung diverser Vorarbeiten wie eine Sanierung der Flügelmauern durch Herstellung von Entlastungsbohrungen. Sie dient darüber hinaus dazu, die beiden im Laufwasserkraftwerk installierten Maschinen wieder in Betrieb zu setzen und in den kommenden Monaten im Hinblick auf den späteren Dauerbetrieb technisch zu testen und zu optimieren. Die eigentliche Sanierungsmaßnahme der Anlage mit einem Investitionsvolumen von rund 1,8 Millionen Euro wird voraussichtlich im Spätsommer 2010 beginnen. Das teilte jetzt Unternehmenssprecher Andreas Köster mit. Wie bereits berichtet, beinhaltet die Umsetzung des Sanierungskonzeptes unter anderem die Stabilisierung und Abdichtung des Lennebodens durch das Einbringen von Zement, den Neubau des Stahlbetonbeckens, die Betonsanierung der Stützmauern sowie das Verfüllen von Vertiefungen im Flussbett.

Erhebliche Schäden an der Bausubstanz des Wehres wurden bereits Ende 2007 festgestellt. Unter und über Wasser vorgenommene Kernbohrungen und Messungen hatten eine teilweise unzureichende Betonqualität im Bodenbereich des Wehres ergeben. Wasserbedingte Beschädigungen im Wehrboden wurden erkannt, ebenso wie Unterspülungen an Teilen des Fundamentes und der Staumauer.

Um die genauen Schäden zu ermitteln, wurden damals die 500 000 Kubikmeter Wasser aus dem Staubereich abgelassen. Seitdem floss die Lenne wieder in ihrem ursprünglichen Bett Richtung Altena.

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