Quarantäne-Regelungen

Was passiert im Herbst? Corona-Unsicherheit in den Kitas

Mit dem Herbst beginnt auch wieder die Erkältungszeit. Gerade in den Kitas ist dies mit Blick auf das Coronavirus eine besondere Herausforderung.
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Mit dem Herbst beginnt auch wieder die Erkältungszeit. Gerade in den Kitas ist dies mit Blick auf das Coronavirus eine besondere Herausforderung.

Der Herbst hat am Mittwoch begonnen – und damit auch wieder die Erkältungssaison. Besonders schnell betroffen sind häufig Kinder, deren Immunsystem noch nicht so stark ist.

Wie handhaben es die Kindergärten mit Schnupfennasen? Schließlich gilt dies auch als ein Coronasymptom und war deshalb zeitweise ein Grund, die Betreuung in den Einrichtungen zu verweigern.

Mittlerweile wurde diese Regelung aber gelockert, denn auch Kita-Kinder können längst auf eine Covid-19-Infektion getestet werden. „In den städtischen Kitas werden regelmäßige Tests angeboten. Und wir halten uns an die geltenden Corona-Schutzbestimmungen“, sagt Sabine Bleckmann administrative Leiterin des Werdohler Jugendamtes. Zwei Schnelltests im Lolli-Verfahren stehen jedem Kind pro Woche zur Verfügung. Diese können zu Hause gemacht werden und sind freiwillig. Nur wenn es einen Infektionsfall in einer Gruppe gegeben hat, müssen die Kinder verpflichtend drei Tests in der Woche machen.

Erzieher achten auf Erkältungssymptome

Morgens, wenn die Kinder gebracht werden, seien die Erzieher sensibilisiert, auf Erkältungssymptome zu achten. „Wir passen da auf“, betont Sabine Bleckmann. Vorsorgliches Fiebermessen gibt es in den Einrichtungen nicht, man verlässt sich stattdessen auf die Aussagen der Eltern und das eigene Auge. So lasse sich zum Beispiel oft schon an der Farbe des „Schnodders“ erkennen, ob ein Infekt vorliegt oder nicht.

Apropos Infekt: Für die Kindertagesstätten gilt inzwischen dieselbe Regelung wie für Grundschulen: Nur noch infizierte Kinder müssen sich in Quarantäne begeben. Wie finden das die Erzieher und die Eltern? „Ich habe mich mit den Einrichtungsleitungen ausgetauscht. Vonseiten der Eltern gab es kaum Feedback, weder positiv, noch negativ. Es war eher so, dass einfach Fragen gestellt wurden“, berichtet Bleckmann.

Fallzahlen im Kreis sind rückläufig

Eine Prognose für den Herbst abzugeben, wie der Betrieb weiterlaufen wird und ob die Infektionszahlen steigen, möchte Bleckmann nicht. Zumindest momentan sei sie aber recht positiv gestimmt, da die Fallzahlen im Märkischen Kreis rückläufig seien und sich außerdem immer noch Erzieher impfen ließen. Die Impfquote sei in den städtischen Einrichtungen unterschiedlich hoch.

Eine Impfquote unter den Erziehern von 100 Prozent gibt es im Awo-Familienzentrum Sonnenschein in Pungelscheid. Leiterin Melanie Sprenger hat in Bezug auf die Quarantäneregeln andere Erfahrungen als Bleckmann gemacht. Einige Eltern sorgten sich, weil nur noch infizierte Kinder in Quarantäne müssen. Andere seien dagegen froh, dass nicht mehr ganze Gruppen nach Hause geschickt werden. „Ich selbst habe ein sehr ungutes Gefühl“, sagt Sprenger mit Blick auf den Herbst. Zumindest das Zusammenspiel mit den Eltern funktioniere aber gut. Die Schnelltests würden stark in Anspruch genommen und es gebe ehrliche Gespräche über eventuelle Symptome.

Viele Kinder bleiben nach dem Urlaub daheim

Zudem nehme der Großteil der Eltern die Kinder vor und nach Familienurlauben aus der Betreuung – „auch dann, wenn es sich nicht um Risikogebiete handelt“, sagt Sprenger. Was Krankheitssymptome angeht, meint auch die Leiterin der Awo-Kita, dass die Erzieherinnen durch ihre Erfahrung relativ gut beurteilen könnten, ob ein Kind wirklich krank ist oder ob es sich um die jahreszeitbedingte Schnupfnase handelt. Um in einem Verdachtsfall Fieber messen zu können, gibt es ein spezielles Infrarot-Thermometer, das kontaktlos eingesetzt werden kann. Wenn das Risiko zu groß ist und der Verdacht einer Infektion besteht, wird das Kind nicht in die Betreuung aufgenommen, sondern muss ein bis zwei Tage zu Hause bleiben. „Die Eltern sind dann sehr verständnisvoll und fürsorglich“, sagt Sprenger. Sie beobachten, wie sich die Symptome ihrer Schützlinge weiter entwickeln.

Iris Leidel, die für die katholischen Kindergärten in Werdohl, die sich in Trägerschaft des Kita-Zweckverbands im Bistum Essen befinden, spricht, hält es für schwierig, Krankheitssymptome bei Kindern fachlich richtig einzuordnen. „Grundsätzlich können wir nicht unterscheiden, ob es sich um einen harmlosen Schnupfen oder um eine Coronainfektion handelt.“ Deshalb ist Leidel dankbar, dass so viele Eltern die freiwilligen Schnelltests in Anspruch nehmen. „Manchmal fragen sie sogar nach zusätzlichen Tests. Die Bereitschaft ist da und die Eltern sind in Bezug auf Erkältungssymptome sensibilisiert.“

Keine besonderen präventiven Maßnahmen

Leidel ist sich sicher, dass die Infektionszahlen im Herbst wieder hochgehen werden. Besondere Maßnahmen werden präventiv nicht ergriffen. „Wir haben funktionierende Hygienekonzepte und ich gehe davon aus, dass die Kita-Leitungen nach anderthalb Jahren Pandemie passende Konzepte wie aus der Schatulle ziehen können.“ Von Vorteil sei im Vergleich zur Situation vor einem Jahr, dass inzwischen die meisten Erzieher geimpft sind. „Die Bereitschaft war in den Einrichtungen in Werdohl relativ hoch.“

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