Luxus-Pflege aus der Küche

Warum die Beauty-Szene plötzlich nach Werdohl blickt

Die Werdohlerin Anna Tsekeridu hat mit „Morphoderm Skin Esthetics“ eine komplett eigene Serie von luxuriösen Pflegeprodukten entwickelt. Seit vier Wochen vertreibt sie Seren und Peelings in ihrem Institut und per Online-Shop.
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Die Werdohlerin Anna Tsekeridu hat mit „Morphoderm Skin Esthetics“ eine komplett eigene Serie von luxuriösen Pflegeprodukten entwickelt. Seit vier Wochen vertreibt sie Seren und Peelings in ihrem Institut und per Online-Shop.

Diese Geschichte ist nicht nur eine wunderschöne Marketing-Erzählung, sondern auch vollständig wahr: Die Werdohler Kosmetikerin Anna Tsekeridu hat während der Corona-Zwangspause eine komplett selbst entwickelte Serie von luxuriösen Hautpflegeprodukten auf den Markt gebracht. Beauty-Magazine und Szene-Bloggerinnen blicken auf einmal in die sonst eher glanzlose Industriestadt Werdohl.

Werdohl ‒ Seit vier Wochen sind Seren und Peelings unter dem Markennamen „Morphoderm Skin Esthetics“ per Webseite, im Online-Shop und im Institut von Anna Tsekeridu zu kaufen. Der allererste Vorläufer des ersten Tiegels der Marke „Morphoderm“ wurde tatsächlich in der Küche von Familie Tsekeridu-Papadopulos an der Bahnhofstraße zusammengerührt. Chefin Anna und ihr Mann Savvas betreiben das Kosmetik-Institut bereits seit 33 Jahren in Werdohl. Anna Tsekeridu ist 1967 in Werdohl geboren, Deutschland ist ihre Heimat.

Die griechischen Wurzeln sind dennoch stark, mindestens einmal im Jahr besucht sie auch das Heimatdorf ihres Großvaters Theodoros Tsekeridis. Der sei so ein Art Heilpraktiker gewesen und habe den Menschen aus dem Dorf mit Kräutern und Pflanzen aus seinem Garten geholfen.

Opas Rezeptur weiterentwickelt

Opa Theo war in den 70ern verstorben und es dauerte eine Weile, bis Enkelin Anna das Rezeptbuch ihres Großvaters an sich nahm und zuhause in Werdohl aufbewahrte. Vor gut vier Jahren kam der mehrfach ausgezeichneten Kosmetikerin die Idee, mit Hilfe dieser traditionellen griechischen Rezepturen und neuen, modernen Zutaten eigene Pflegeprodukte für die Haut zu entwickeln. Dabei sollten ihre besonderen Vorstellungen von Natürlichkeit, Reinheit und Gesundheit im Vordergrund stehen.

„Damals war von cleaner Kosmetik noch kaum die Rede“, erinnert sich Tsekeridu an ihr Bestreben, natürliche, unbelastete und nachhaltige Seren herzustellen. Nach allerhand Experimenten in der eigenen Küche hatte sie schließlich gemeinsam mit ihrem Mann ein erstes Serum aus natürlichen Extrakten zusammengerührt.

Wir wollen mit Terminals zum Umfüllen unserer Produkte in die Spas, die Hotels und andere Kosmetikstudios.

Anna Tsekeridu, Kosmetikerin

Die weitere Geschichte geht so: „Nach jeder Gesichtsbehandlung massiere ich üblicherweise die Hände der Kundinnen. Eine Kundin war neu bei mir und schämte sich wegen ihrer Hautprobleme.“ Tsekeridu schaute sich die Hände an und schenkte der Frau eine kleine Flasche ihres Küchen-Serums. „Nach einiger Zeit rief die Kundin zurück und fragte, was ich ihr denn wohl gegeben hätte. Ich war erst erschrocken und dachte das Schlimmste“, erzählt Tsekeridu mit ihrem gewinnenden Lächeln. Das Serum hatte die offenen Stellen fast verschwinden lassen und die Kundin wollte jetzt noch mehr von dem Extrakt haben. „Ich habe ihr den Rest aus der Flasche geschenkt und weiter an der Rezeptur gearbeitet.“ Dieses Erlebnis war Tsekeridu Ansporn, endlich eigene Produkte professionell zu entwickeln und zu vermarkten.

Aus familiären Gründen und weil sie ja weiterhin im Institut arbeitete, zog sich die Arbeit an den eigenen Seren in die Länge. Dann kam Corona und die Kosmetiksalons mussten schließen – Anna Tsekeridu begriff die Krise als Chance und steckte alle Kräfte in die Entwicklung ihrer Marke „Morphoderm Skin Esthetics“.

Natur-Wirkstoffe und neue Zutaten

Kundinnen mit Hauptproblemen bekommen oft Cortison verordnet. Nach Absetzen des Cortisons kämen die Probleme häufig wieder. „Das hatte mich beschäftigt, ich wollte eine Lösung finden.“ Granatapfel, Olive, Melisse – als das hatte Opa Theo im Garten. Auf diese natürlichen Wirkstoffe und neuen Zutaten sind Tsekeridus Seren und Peelings aufgebaut. Vorher hatte sie Seminare in Kräuterheilkunde belegt und sich immer weiter in das Thema eingearbeitet. Dann suchte und fand sie ein Labor, dass ihre Produkte vegan, ohne Tierversuche, rein biologisch, komplett nachhaltig, parfümfrei und ohne Synthetik produziert. Tsekeridu: „Das Labor stellt unsere Linie in höchster Qualität her. Wir lassen ausschließlich in Deutschland produzieren.“ Die beiden Seren und das Peeling kommen in Glasflaschen, die Kartons sind aus FSC-Papier.

Opa Theos Lebensphilosopie hilft

Tsekeridu ist schon einen Schritt weiter: „Wir wollen mit Terminals zum Umfüllen unserer Produkte in die Spas, die Hotels und andere Kosmetikstudios.“ In drei Monaten komme das dritte Serum auf den Markt, im Sommer soll ein Produkt für die Augen entwickelt sein. Tsekeridu ist sehr stolz auf das Erreichte: „Das haben wir alles selber gestemmt, wir haben keinen Investor.“

Sie ist sicher, dass sie Erfolg haben wird mit ihren „Morphoderm“-Produkten: „Unsere Sachen sind einmalig.“ Eine Lebensphilosophie gibt es obendrauf: „Egal welche Situation wir haben, es geht immer weiter. Nicht den Kopf in den Sand stecken, immer das Beste daraus machen.“ Das habe schon Opa Theo seinen Kindern und Kindeskindern mit auf den Lebensweg gegeben.

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