Kommissar warnt Senioren vor Betrügern

Viele Zuhörer fanden sich jetzt beim Frauenmittwochstreff in der Kreuzkirche ein und verfolgten aufmerksam den Vortrag des Kriminalhauptkommissars. - Foto: Peuckert

Werdohl - Immer wieder bekommt Kriminalhauptkommissar Frank Enser von Senioren zu hören, dass es bei ihnen nichts zu holen gebe und sie daher nicht Opfer von Diebstählen werden würden. Ein Trugschluss, wie Enser jetzt beim Frauenmittwochstreff aufzeigte.

Seit fast 20 Jahren ist Enser im Auftrag des Kommissariats Vorbeugung der Polizei im Märkischen Kreis unterwegs, um Menschen über die Tricks von Betrügern aufzuklären. Jetzt fand er sich in der Kreuzkirche beim Frauenmittwochstreff ein. Das Thema stieß auf großes Interesse, der Andrang zum Vortrag war enorm. Nach einer kurzen Einführung in seine Arbeit, kam der Kriminalhauptkommissar direkt zur Sache und referierte über Straftaten an der Haustür, denen besonders Senioren zum Opfer fallen. „Für Täter ist das unglaublich lukrativ“, so Enser. Die Methode sei meist diesselbe: Eine junge Frau steht vor der Tür. Sie ist sehr freundlich, bittet um ein Blatt Papier. Manchmal seien es auch Schwangere, die nach einem Glas Wasser fragten. 80 Prozent der Angesprochenen reagierten gleich, ließen die Tür ein Stück auf, während sie das Gewünschte aus dem Haus holen. In der Zeit schleiche eine zweite Person, die sich zuvor versteckt hatte, in die Wohnung, um Sachen zu stehlen. Unter einem Vorwand werde das Opfer erneut weggeschickt. Gelegenheit für den Eindringling, die Wohnung unbemerkt zu verlassen.

Um den Schaden für die Betroffenen deutlich zu machen, hat Enser 79 solcher Fälle miteinander verglichen. Keiner der Bestohlenen habe einen Bargeldverlust unter 50 Euro erlitten. Bei 15 habe der Schaden sogar bei mehr als 10 000 Euro Bargeld gelegen.

„Aber keine Angst, dagegen kann man sich schützen“, beruhigte Enser seine Zuhörer, die aufgrund der Zahlen sichtlich erschrocken waren. Sinnvoll sei ein Türspion. Der sollte aber neu sein und nicht aus den 60er Jahren: „Die älteren haben einen Blickwinkel von 120 Grad, neue Spione 180 Grad.“ Wichtiger als der Spion seien eine Türkette oder noch besser, ein Kastenzusatzschloss. Diese Vorrichtungen verhindern, dass die Tür weiter als zehn Zentimeter zu öffnen gehe.

Die Besucher nutzten die Gelegenheit, dem Kriminalhauptkommissar viele Fragen zum Thema zu stellen. Am Ende verteilte Enser noch Informationsmaterial zum Nachlesen zu Hause.

Von Jana Peuckert

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