Massiven Eingriff in die Natur befürchtet

Trotz des stürmischen Wetters stieß die Wanderung über die Brunscheider Höhen am Sonntag auf großes Interesse. Mit dabei waren neben Vertretern der beteiligten Kommunen auch Andreas Geck, Jörg Kenter und Erich Wilhelm Hevendehl für die Bürgerinitiative.

Werdohl – Wie emotional die Debatte um das geplante neue Gewerbegebiet in der Nähe von Rosmart geführt wird, zeigte sich am Sonntag auch an dieser Begebenheit: Eigentlich hatte Bürgermeisterin Silvia Voßloh nur ihre Meinung aus Sicht der Stadt Werdohl kundtun wollen, als ihr eine Bürgerin sofort ins Wort fiel. Begründung: Der Platzbedarf für die Wirtschaft könne auch durch bereits bestehende Brachflächen gedeckt werden.

Obwohl diese aus Sicht der Stadt zu klein seien, „finde ich es richtig und wichtig, dass es solch eine Initiative gibt“, so Voßloh. Trotz des stürmischen und teilweise auch sehr nassen Wetters waren dem Aufruf der Initiative gegen das geplante Gewerbegebiet neben dem bisherigen viele Bürger gefolgt. 

Gemeinsam mit den Vertretern der beteiligten Kommunen – neben der Werdohler Bürgermeisterin Silvia Voßloh waren dies noch der Lüdenscheider Bürgermeister Dieter Dzewas und Dr. Rita Rüth für die Stadt Altena – sollte es auf eine Wanderung durch das geplante Gewergebiet gehen. 

Anhand zweier in Baumkronen befestigter Flatterbänder wollte die Bürgerinitiative an einer der Stationen auf dem Weg deutlich machen, wie hoch eine mögliche Böschung am Ende sein würde, wenn für das Gewerbegebiet die notwendigen Erdbewegungen durchgeführt würden. 

„Der Eingriff wäre so massiv, dass wir dies nicht zulassen dürfen“, machte Jörg Kenter deutlich. Zudem argumentierte Forstrat Jens Poschmann aus ökologischer Sicht. Der gebürtige Werdohler, heute Stadtförster in Krefeld, ist auf den Brunscheider Höhen aufgewachsen. „Das Gebiet hier ist für mich eine Herzensangelegenheit. Aufgrund des Klimawandels hat der Bund kürzlich 500 Millionen Euro für die Aufforstung des Waldes bewilligt. Gerade vor diesem Hintergrund können wir doch nicht 20 Hektar verschenken“, so Poschmann. Exakt diese Fläche müsste nämlich im Falle der Entscheidung für ein Gewerbegebiet weichen. 

Während Dr. Rita Rüth hervorhob, dass es immer besser sei, sich vor Ort ein Bild zu machen, anstatt nur die Papiervorlage zu begutachten, plädierte der Lüdenscheider Bürgermeister Dieter Dzewas dafür, die Entwicklung in den kommenden drei Jahren nüchtern zu beobachten. Zunächst werde es eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben. Und auch wenn sich die Stadt sowohl dem Klimaschutz als auch der wirtschaftlichen Entwicklung verpflichtet fühle, laufe es auf die Frage hinaus, was die Erschließung den Unternehmen am Ende kosten werde. Das Interesse an der weiteren Entwicklung war in jedem Fall groß und nach der Wanderung blieb noch Zeit für einen Austausch.

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