Eggenpfad

Wandel der Zeit: So hat sich Werdohl verändert

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Im Park-Theater am Eggenpfad haben die Werdohler über vier Jahrzehnte Unterhaltung und Zerstreuung gefunden.

Werdohl – Das Park-Theater war über vier Jahrzehnte prägend für den Eggenpfad. Möglicherweise wäre es noch heute so, hätte sich die Stadt Werdohl in den 1970er-Jahren mit der damaligen Eigentümerin auf einen Verkauf einigen können.

So aber hat die Innenstadt auch an dieser Stelle ihr Aussehen stark verändert. 

Gebaut wurde das Kino 1939/40 als „Kulturstätte für Feierabendgestaltung“. Eigentlich hatte der Gastwirt Walter Schulte „nur“ einen Saal errichten wollen, der der wachsenden Bevölkerung Werdohls als Versammlungsstätte dienen könnte. Daran mangelte es nämlich in den 1930er-Jahren. Der damalige Bürgermeister Otto Hagedorn erkannte jedoch die Chance, einen Ort für das kulturelle Leben in Werdohl zu schaffen – das „Theater des Volkes“. Die Stadt stellte Schulte 20 000 Reichsmark zur Verfügung, um diesen Plan zu verwirklichen. Im Oktober 1940 wurde das für gut 700 Besucher ausgelegte Theater- und Lichtspielhaus eröffnet. 

Bezeichnung des Hauses geändert

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bezeichnung des Hauses, die die Werdohler wohl zu sehr an die unselige Zeit des Nationalsozialismus erinnerte, in „Park-Theater“ geändert. In den 1950er-Jahren fanden dort neben Filmvorführungen auch hochklassige Musik-, aber auch Theaterveranstaltungen statt. 

Als rund zehn Jahre später mit der zunehmenden Verbreitung des Fernsehens das große Kinosterben einsetzte, blieb aber auch Werdohls Vorzeige-Filmtheater nicht verschont. Ein Umbauplan, die groß dimensionierte Immobilie wirtschaftlicher zu nutzen, wurde zwar 1968 entworfen, aber erst 1976/77 verwirklicht – zu spät. 

Besucherschwund nicht mehr aufzuhalten

Der Besucherschwund war nicht mehr aufzuhalten. Die Besitzerin verhandelte mit der Stadt Werdohl über einen Verkauf. Für die Stadt wäre das Park-Theater als Ort für Kulturveranstaltungen an zentraler Stelle durchaus interessant gewesen, doch die Verhandlungspartner wurden sich nicht einig. Die Stadt errichtete daraufhin den Festsaal Riesei. 

Seit fast 40 Jahren steht an derselben Stelle am Eggenpfad ein Wohn- und Geschäftshaus.

Schließlich verkaufte die Besitzerin das Park-Theater 1980 an das Lüdenscheider Immobilienunternehmen Hellerforth. Das ließ das Gebäude 1981 abreißen, um ein modernes Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. 

Ein Juwelier und ein Kundencenter

So finden sich heute an der Stelle, wo die Werdohler 40 Jahre lang Unterhaltung und Zerstreuung gefunden haben, unter anderem der Juwelier Holtschmidt, ein Kundencenter des Energieversorgers Mark-E, die Fahrschule Häring, das türkische Reisebüro Özlem, das türkische Restaurant Tulays Küche und das (derzeit geschlossene) Modegeschäft Symanzik. 

Die dem Park-Theater gegenüber liegende Straßenseite hat sich dagegen kaum verändert. Das Reformhaus Hardt zum Beispiel befindet sich noch an derselben Stelle wie vor etwa 40 Jahren, als das Schwarzweiß-Foto entstanden ist. Erst später hat nebenan das Allianz-Versicherungsbüro Westendorf eröffnet. Hinzugekommen ist zu Beginn der 1980er-Jahre ein Gebäude, in dem jetzt der Zahnarzt Vizkelety seine Patienten behandelt. Und noch etwas weiter den Eggenpfad hinauf wurde auf der rechten Seite etwa zu selben Zeit ein Mehrfamilienhaus errichtet. 

Eckhaus unverändert

Unverändert ist dagegen hinten links das Eckhaus mit dem markanten runden Erker. Und auch das quer stehende Haus oben in der Bildmitte hat sein Aussehen kaum verändert.

Haben auch Sie alte Fotos aus Werdohl, die zeigen, wie es an Lenne und Verse früher ausgesehen hat? Können Sie vielleicht auch die eine oder andere Geschichte dazu erzählen? Dann nehmen Sie doch Kontakt zur Redaktion auf. Gemeinsam blicken wir dann für die Leser auf vergangene Zeiten zurück. Kontakt: Tel. 0 23 92 / 50 05 78 oder E-Mail: sv@mzv.net.

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