Neustadtstraße

Wandel der Zeit: So hat sich Werdohl verändert

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Die untere Neustadtstraße war in den 1960er-Jahren eine stark befahrene Verkehrsader Werdohls. Entlastung brachte erst die Umgehung über die heutige Derwentsider Straße.

Werdohl - Es sind meistens nicht die großen Baumaßnahmen, die ein Stadtbild verändern. Vielmehr vollzieht sich der Wandel einer Stadt oder Straße oft schleichend, mehr oder weniger unbemerkt - so auch in Werdohl. Alte Fotos sind es, die zeigen, wie es einst in der Stadt an Lenne und Verse aussah.

Erst wenn man nach vielen Jahren mit Hilfe von alten Fotos zurückblickt, kann man entdecken, wie ein Straßenzug sein Aussehen verändert hat. In einer losen Folge blickt diese Zeitung ab heute auf vergangene Zeiten zurück, zeigt alte Stadtansichten und stellt die Gegenwart gegenüber.

Den Anfang macht ein Foto, das wohl in den 1960er-Jahren in der winterlichen Neustadtstraße entstanden ist. Ein Motorradfahrer nimmt dort gerade die Kurve und will in die Bahnhofstraße oder die Freiheitstraße einbiegen. Rechts am Bildrand ist die Poststube zu erkennen, die Teil des Hotels Zur Post gewesen ist. Im Saal des Hotels eröffnete der damalige Besitzer Walter Schulte im November 1953 ein kleines Kino.

Was man heute kaum glauben kann: Damals gab es in Werdohl drei Kinos! Neben dem Post-Theater existierte noch das Park-Theater am Eggenpfad und das Monopol-Theater in Versevörde. Das Interesse an Filmvorführungen war groß in dieser Zeit. Rund eine Viertelmillion Besucher jährlich zählten die drei Lichtspielhäuser in den 50er-Jahren. Der Gebäudekomplex, in dem sich neben dem Hotel Zur Post auch das Kaufhaus Störmer befand, wurde 2009 abgerissen.

Heute ist die Neustadtstraße verkehrsberuhigt. Das äußere Erscheinungsbild der Häuser hat sich kaum verändert, jedoch werden sie anders genutzt.

Anschließend ist dort ein Neubau entstanden, in dem sich heute Geschäfte (Ernsting's Family, Rossmann) und die Stadtbücherei befinden. In dem Fachwerkhaus links neben der Poststube bediente zu der Zeit, als das alte Foto entstand, der Friseur Sechtenbeck seine Kunden. Heute ist dort der Bärentreff zuhause. Ebenfalls auf der rechten Straßenseite befand sich die Wiege des heute weltweit tätigen Bahntechnikkonzerns Vossloh.

Im Haus Neustadtstraße 6 betrieb Eduard Vossloh im 19. Jahrhundert eine Schmiede. Auf der anderen Straßenseite ist links zunächst der Heizungs- und Sanitärbetrieb Dunker zu sehen. Heute befindet sich dort das Bistro LA.

Im Haus rechts daneben befand sich bis 1996 das Schmuckgeschäft Solms. 1987 unter Denkmalschutz gestellt, wechselte die 1824 erbaute Immobilie 1996 die Besitzer. Seitdem gehört das Haus einem aus der Türkei eingewanderten Ehepaar, das es drei Jahre umfangreich sanieren ließ. Im Erdgeschoss zog anschließend ein türkischer Imbiss ein. Seit dem Frühjahr 2016 befindet sich dort eine Arztpraxis.

Mitmachen

Haben auch Sie alte Fotos aus Werdohl, die zeigen, wie es an Lenne und Verse früher ausgesehen hat? Können Sie vielleicht auch die eine oder andere Geschichte dazu erzählen? Dann nehmen Sie doch Kontakt zur Redaktion auf. Gemeinsam blicken wir dann für die Leser auf vergangene Zeiten zurück. Kontakt: Tel. 0 23 92 / 50 05 78 oder E-Mail: sv@mzv.net.

In einer früheren Version des Artikels hieß es fälschlicherweise, der Friseur Rüggeberg habe sein Geschäft in der Neustadtstraße gehabt. Außerdem haben wir korrigiert, dass sich das Geschäft Kik in dem Neubau befinde.

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