Waldstraße: Familie Herdes hat ein massives Problem mit Bolzplatz-Nutzern

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Hier wird die Lage ersichtlich: Der Zaun um den Bolzplatz ist nicht so hoch, als dass nicht häufig der Ball in den Garten der Familie fliegen könnte. Im Hintergrund ist die Grundschule Königsburg zu sehen, rechts im Bild liegt das Grundstück der Turnhalle Königsburg.

Werdohl - Die ganze Familie Herdes von der Waldstraße sind umgängliche Leute, doch ihre jahrelang geübte Geduld und Toleranz gegenüber der andauernden Ruhestörung durch den Bolzplatz direkt neben ihrem großen Garten ist überstrapaziert.

Überall haben sie ihr Problem schon vorgetragen. Jetzt fragen sie sich, warum sie von Polizei, Ordnungsamt und Verwaltung mit ihren Sorgen allein gelassen werden. Reporter der Lokalzeitung haben diese Fragen an die Behörden weitergeleitet. 

An der Waldstraße stellt sich die Situation ziemlich eindeutig dar: Ernst-Wilhelm Herdes und seine Frau Barbara sowie Sohn Oliver und Schwiegertochter Magdalena Herdes haben zwischen ihren Häusern eine sehr schöne und weitläufige Gartenanlage. Liegeflächen mit Gartenmöbeln, grüner Rasen, Pool, ein großer Unterstand – der Garten ist tipptopp gepflegt. 

Bolzplatz direkt hinter der Hecke

Direkt hinter der Hecke liegt seit mehreren Jahren ein Bolzplatz, der damals als „Integrationsspielplatz“ angelegt wurde. Gegen Sport und junge Leute haben Herdes absolut nichts, auch der Kinderlärm der direkt neben dem Garten liegenden Grundschule störe sie nicht im Geringsten. 

Nicht mehr ertragen können sie aber die Situation abends, an Sonntagen und an Feiertagen. Obwohl es verboten ist, werde der Bolzplatz auch zu diesen Zeiten regelmäßig genutzt. Ständig würde der Ball gegen die metallene Umrandung geschossen, das sei mehr als nur nervenraubend. Schlimmer aber noch sei die Situation, wenn der Ball über Zaun und Hecke im Garten einschlage. Meist junge männliche Migranten liefen dann ohne zu fragen in den Garten und suchten nach dem Ball. Eine Viertelstunde und länger durchstöberten die jungen Männer das Grundstück auf der Suche nach dem Ball. 

Kampfhund schnuppert an den Kindern 

„Die heben sogar Gartensachen an und schauen im Carport nach, während wir auf der Wiese daneben in der Sonne liegen“, hat Magdalena Herdes (38) überhaupt kein Verständnis. Im vergangenen Sommer sei sogar mal ein Kampfhund im Garten aufgetaucht und habe an den Kindern geschnuppert. Herdes: „Ich bin bald verrückt geworden.“ Spreche sie die jungen Männer an, würde sie beleidigt: „Was willst Du denn, Du Hure?“ Der Hinweis, dass Fußballspielen auf dem Platz am Sonntag schlicht und einfach verboten ist, interessiere die jungen Männer überhaupt nicht. Mancher stecke einfach die Hand in den Pool, ab und zu werde auch ein Apfel gepflückt. 

Ernst-Wilhelm Herdes und Schwiegertochter Magdalena Herdes im gemeinsamen Garten ihrer Häuser Waldstraße 35 (hinten rechts) und Waldstraße 33. Hinten links ist der Zaun vom Bolzplatz zu sehen, in der Mitte im Hintergrund der Turm der Kreuzkirche. Ständig liefen am Wochenende junge Leute durch den privaten Garten der Familie, um nach dem Ball zu suchen.

Der städtische Sportbeauftragte Ulli Betten sei der einzige, der auf die ständigen Hilferufe reagiere. Bei der Bürgermeisterin habe man sich gemeldet. Das Ordnungsamt fühle sich nicht zuständig, die Citystreife laufe nur in der Innenstadt. Ordnungsamtsleiterin Mentzel habe gesagt, dass alle ihre Bemühungen zur Problemlösungen erschöpft seien. Ständige Anrufe bei der Polizei würden dort nicht immer Anklang finden. Es sei oft gesagt worden, dass gerade kein Wagen zur Verfügung stehe. Ernst-Wilhelm Herdes drückt es so aus: „Wir sind im Stich gelassen worden.“ 

Herdes sehen zwei Lösungen

Herdes sehen zwei Lösungen: Entweder werde die ganze Anlage geschlossen und verlegt oder die Stadt müsse sicherstellen, dass abends und sonntags abgeschlossen wird. Letzteres sieht auch die Polizei so. Auf Nachfrage der Redaktion sagte Wachleiter Volker Bootz, dass die Stadt als Eigentümer des Bolzplatzes sicherstellen müsse, dass der Platz an Wochenenden nicht betreten werden kann. Zum Vorwurf, die Polizei unternehme nichts, sagte Bootz: „Natürlich fahren wir dahin und jagen die Jugendlichen dort weg.“ Manchmal gebe es die Einsatzlage allerdings nicht her, ständig zum Bolzplatz zu fahren. Personalien seien nicht aufgenommen worden. 

Bürgermeisterin Silvia Voßloh sagte auf Nachfrage, dass ihr die Lage persönlich bekannt sei. Anfang Mai habe sich Herdes bei der Stadt gemeldet, nach der Rückkehr aus ihrem Urlaub habe sie Pfingstmontag den Bolzplatz besucht und dort kickende Kinder und Jugendliche angetroffen. 

Kurzfristig werde dafür gesorgt, dass die Verbotsschilder besser erkennbar angebracht würden. Der Außendienstmitarbeiter werde angewiesen, dort regelmäßig vorbeizuschauen. Eine Schließregelung der Anlage erfordere Kreativität, da der Eingang zur Turnhalle einbezogen werden müsse. Mit Familie Herdes werde sie sich noch in dieser Woche treffen.

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