DJK will Sterngolf-Grundstück an die Stadtwerke zurückgeben

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Josef Schütt und Joachim Wurm von der DJK Eintracht werden auch in diesem Jahr die Sterngolfanlage nicht eröffnen. Der Vorstand denkt darüber nach, die Anlage ganz aufzugeben. Dann würde das Gelände an die Stadtwerke zurückfallen.

Werdohl - Das Gerücht hält sich hartnäckig: Weil die Stadtwerke in Ütterlingsen ein neues Hallenbad bauen wollen, muss die Sterngolfanlage weichen. Doch da sei nichts dran, versichert Stadtwerke-Chef Frank Schlutow glaubhaft. Das Ende der Sterngolfanlage ist dennoch offenbar sicher.

Minigolf, das kennen Menschen um die 50 heute vor allem aus ihrer eigenen Jugend. In den deutschen Urlaubsorten an der See oder in den Bergen lockten solche Anlagen vor allem die Kinder zum günstigen Zeitvertreib. Die einzige Regel war, die Bahn nicht zu betreten. Die letzte steile Rampe mit dem Netz erwischte ohnehin niemand.

In Ütterlingsen neben dem Freibad war so eine Anlage noch bis 2016 in Betrieb. Hier wurde allerdings nicht nur unterhaltsames Minigolf gespielt – die Anlage entspricht nach wie vor sportlichen Wettkampfnormen und darf sich deshalb sogar „Sterngolf“ nennen.

Jetzt denkt der Vorstand der Werdohler DJK daran, die Anlage ganz aufzugeben. Näheres wollte Josef Schütt als Vorsitzender der DJK nicht mitteilen. Man befinde sich im Vorstand in Gesprächen, sagte er.

Zusätzliche Fläche kostet Geld

Im vergangenen Sommer blieb die Freizeitfläche für die Öffentlichkeit geschlossen. Es fand sich kein Personal mehr, das ehrenamtlich Schläger und Bälle gegen einen Kostenbeitrag auslieh.

Dass der Verein die Fläche aufgeben will, ist auch dem Bäderbetriebs-Chef Frank Schlutow bekannt. Die Fläche der Sterngolfanlage gehört den Bäderbetrieben, sie ist seit Jahrzehnten an die DJK verpachtet. Es sei schon das Gerücht durch die Stadt gelaufen, so Schlutow, dass die Sterngolfanlage dem Bau des neuen Hallenbades zum Opfer fallen müsse. „Das hat mit unseren Planungen überhaupt nichts zu tun“, erklärt Schlutow: „So oder so wird gebaut.“

Alle Planungen seien ohne die an die Freibad-Wiese grenzende Anlage aufgestellt worden. Im Grunde will Schlutow die Wiese gar nicht zurückbekommen. Die zusätzliche Fläche müsste als Parkfläche oder als Liegewiese hergerichtet und bewirtschaftet werden. „Das kostet uns Geld und bringt den Bädern kaum einen zahlenden Gast mehr“, denkt Schlutow ganz kaufmännisch.

Neubau wird teuer als der erste Ansatz 

Für das Hallenbad existiert mittlerweile eine funktionale Leistungsbeschreibung. Die ist an mehrere spezialisierte Generalübernehmer ausgeschrieben worden. Ende März, so hofft Schlutow, möchte er zwei oder besser drei gute Angebote auf dem Tisch liegen haben. Wenn die Angebote vorliegen, müsse mit den Anbietern über Preise und Ausstattungswünsche gesprochen werden. Letztlich werde ein Unternehmen mit dem Bau des Hallenbades beauftragt.

Das geschehe bestenfalls im Sommer. Mit Glück könne im Herbst des Jahres mit dem Bau begonnen werden. Etwa vier Millionen Euro teuer sei der erste Ansatz. „Mit dem, was wir eingeplant haben, kommen wir aber vermutlich nicht hin“, so Schlutow. Markt und Nachfrage würden den Preis bestimmen, die Nachfrage nach Bauleistungen sei enorm, die Preise stiegen. Es sei im Augenblick nicht zu bewerten, ob das Hallenbad 3,8 oder 4,5 Millionen Euro kosten werde. Der Kalkulationsansatz gehe jedenfalls eher nach oben.

Das wesentliche Kriterium für das Angebot sei der Preis. Danach richte sich, ob das Becken zum Beispiel mit Edelstahl, Fliesen oder Folie ausgestattet werde. Das Hallenbad am Riesei fit zu machen sei jedenfalls keine Alternative. Rund 3 Millionen Euro würde die Reparatur kosten. Schlutow: „Wir müssen bauen. Ich habe keine Lust darauf zu warten, dass uns das Hallenbad irgendwann stillgelegt wird.“

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