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Wahrscheinlich schon bald wieder freie Fahrt durchs Versetal

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Von: Volker Griese

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Ab Donnerstag soll asphaltiert werden. Die Vorarbeiten für das Aufbringen einer neuen Asphaltdeckschicht waren bis Mittwochabend auf einer Hälfte der Straße bereits abgeschlossen.
Ab Donnerstag soll asphaltiert werden. Die Vorarbeiten für das Aufbringen einer neuen Asphaltdeckschicht waren bis Mittwochabend auf einer Hälfte der Straße bereits abgeschlossen. © Volker Griese

Seit nunmehr fast vier Wochen ist die Bundesstraße 229 durch das Versetal zwischen dem Abzweig zur Schwarzen Ahe und Fischerverse praktisch autofrei. Wegen der Arbeiten zur Ertüchtigung der Straße müssen Verkehrsteilnehmer bis zu 50 Kilometer lange Umwege in Kauf nehmen. Jetzt ist ein Ende der Sperrung in Sicht. Und es gibt noch eine gute Nachricht.

Werdohl/Lüdenscheid ‒ Eine sechswöchige Vollsperrung hatte der Landesbetrieb Straßen.NRW in Aussicht gestellt, als die Arbeiten am 27. Juni begannen. Auf dem rund 1,5 Kilometer langen Abschnitt sollte die Fahrbahn abgefräst und eine 4 bis 5 Zentimeter dicke neue Deckschicht aufgebracht werden. Inklusive aller Nebenarbeiten hätte das sechs Wochen dauern sollen.

Doch die Arbeiten begannen schon mit einer schlechten Nachricht: Der Untergrund war dermaßen schlecht, dass es mit einem Abfräsen und Neuauftragen der obersten Asphaltschicht nicht getan war. 60 Zentimeter tief mussten die Bagger der Neuenrader Straßenbaufirma Ossenberg den Straßenkörper ausbaggern und die Straße praktisch komplett neu aufbauen. Pessimisten gingen bereits von wochenlangen Verzögerungen aus.

Auch Andreas Berg, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW, sprach von einer voraussichtlichen Verlängerung der Baumaßnahme um eine Woche. Doch die Firma Ossenberg verstärkte sofort ihre Kolonnen, außerdem spielte das Wetter mit. Und es stellte sich heraus, dass der praktisch komplett fehlende Unterbau sich nur auf ein Teilstück vor der Spedition Haaf STS beschränkte. Deshalb konnte Berg im Anschluss an die dritte Arbeitswoche auch sagen: „Wir mussten zwar zu Beginn tiefer auskoffern, aber jetzt läuft alles rund.“

Der Sprecher von Straßen.NRW geht sogar noch einen Schritt weiter und verkündet nach einem Gespräch mit der Bauleitung vor Ort, dass die Arbeiten wohl vor Ablauf der anfangs genannten sechs Wochen abgeschlossen sein sollen. „Die Firma Ossenberg will Ende nächster Woche fertig sein“, sagte Berg am Dienstag (19. Juli). Das würde bedeuten, dass die Arbeiten trotz anfänglicher Schwierigkeiten bereits Ende Juli anstatt Anfang August abgeschlossen wären. Verkehrsteilnehmer dürften aufatmen.

Ab Donnerstag wird asphaltiert

Ob das wirklich klappt, wird sich zeigen, denn noch wartet einiges an Arbeit auf die Männer von Ossenberg. Die alte Asphaltdeckschicht ist noch nicht überall abgefräst. Immerhin soll aber ab Donnerstag bis Samstag eine Hälfte der Fahrbahn schon mit einer neuen Deckschicht versehen werden. Dazu muss allerdings das Wetter mitspielen, es darf nicht dauerhaft regnen. Anschließend dürfte dann in der nächsten Woche die andere Fahrbahnhälfte an der Reihe sein: zunächst die alte Deckschicht abfräsen, dann die neue auftragen. Auch einige andere Arbeiten sind noch zu erledigen. So werden zum Beispiel die Gehwege auch teilweise erneuert.

Bis jetzt scheint sich also die Aussage von Michael Schmidt, Geschäftsführer der mitten in der Baustelle gelegenen Spedition Haaf STS, zu bestätigen. Er hatte den Ossenberg-Leuten schon zu Beginn der Arbeiten ein großes Lob ausgesprochen. Schmidt hatte Ende Juni auch bereits gesagt, dass die Straßenbauer in Aussicht gestellt hätten, vor Ablauf der sechs Wochen fertig werden zu können. Das scheint sich nun zu bewahrheiten.

Für Ärger sorgen allerdings immer wieder Verkehrsteilnehmer, die in den Baustellenbereich hineinfahren. Zumindest Anliegern, also beispielsweise Lastwagen, die die dort ansässigen Firmen anfahren müssen, ist das zwar erlaubt. Doch nicht alle nehmen offenbar ausreichend Rücksicht auf die dort arbeitenden Straßenbauer. „Manche können wohl die Schilder nicht lesen und ballern einfach in die Baustelle“, sagte am Mittwochmorgen einer der Arbeiter, nachdem er kurz zuvor noch einen LKW-Fahrer zurechtgewiesen hatte. Der war ziemlich forsch aus Richtung Werdohl durch die Rotenhohl-Kurve gefahren – obwohl unmittelbar dahinter Menschen und Maschinen nah an der freien Fahrspur arbeiteten. Nach dem „klärenden Gespräch“ mit dem Bauarbeiter setzte der Kapitän der Landstraße den Fuß dann deutlich sanfter aufs Gaspedal.

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