VW-Motor heizt und beleuchtet Hallenbad

Sebastian Pfeiffer (rechts), Ingenieur bei der Firma Bosch, hat das Blockheizkraftwerk gestern zum ersten Mal in Betrieb genommen. Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister Andreas Ludwig und sein Team haben die Anlage eingebaut.

WERDOHL ▪ Wenn Sebastian Pfeiffer den Startknopf drückt, klingt es, als ob der Anlasser eines Autos im Heizungsraum des Hallenbades seinen Betrieb aufnimmt. Ganz falsch ist das tatsächlich nicht: Das neue Blockheizkraftwerk wird durch einen VW-Industriemotor angetrieben.

Dienstag hat der Ingenieur der Firma Bosch die Anlage auf dem Riesei zum ersten Mal in Betrieb genommen. Eingebaut wurde das mit Gas betriebene Blockheizkraftwerk von Andreas Ludwig, Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister, und seinem Team. „Die Verdampfungswärme wird im Brennwertkessel genutzt“, beschreibt Ludwig und erklärt weiter: „Das kann bei sehr niedrigen Verbrennungstemperaturen geschehen, die wiederum die Kondensation verstärken.“ Die Anlage stelle 19 Kilowattstunden elektrischen Strom zur Verfügung, die Heizleistung liege bei 36 Kilowattstunden. Produziere das Blockheizkraftwerk Strom, der aber gerade im Hallenbad nicht benötigt wird – zum Beispiel während der Nachtstunden – werde dieser ins Netz eingespeist.

Während der Brennwertkessel für die Erwärmung des Wassers im Schwimmbecken sorge, unterstütze das Blockheizkraftwerk die reguläre Heizungsanlage im Bad, die Erwärmung des Duschwassers sowie die Trinkwasserversorgung. Zusätzlich sorge auch noch ein Abgaswärmetauscher dafür, dass das Wasser im Schwimmbad energiesparend erwärmt wird.

Nachdem im Heizungsraum des Bads zunächst eine Öl- und seit 1985 eine Gasheizung untergebracht war, erfolgte nun der Umstieg auf ein Blockheizkraftwerk mit Brennwerttechnik. „Dass die Heizung überhaupt so lange in Betrieb war, liegt an der besonders regelmäßigen Wartung“, sagt Joseph Beier, Geschäftsführer der Bäder-Gesellschaft. Aus Gründen der Energieersparnis fiel die Wahl nun auf ein Blockheizkraftwerk: „Wir erhoffen uns eine Einsparung in Höhe von zehn Prozent der Energiekosten.“ 48 644 Euro hätte das Unternehmen im vergangenen Jahr für Gas und Strom im Hallenbad ausgeben müssen. „Es waren auch schon einmal 55 000 Euro“, stellt Beier fest – und erinnert unter anderem an besonders strenge Winter. Die Anschaffung der neuen Anlage schlage mit 105 000 Euro zu Buche. Allerdings gebe es Fördermittel – einen Zuschuss von 3500 Euro.

Mit dem Einbau des Blockheizkraftwerkes ist das Hallenbad nun technisch – fast – auf dem neuesten Stand. Beier: „Lediglich die alte Klimaanlage ist noch nicht ausgetauscht worden.“ Um Energie einzusparen wurde unter anderem das Dach des Bades gedämmt. Eine neue Fensterfront sorgt zusätzlich dafür, dass auch bei niedrigen Außentemperaturen möglichst wenig geheizt werden muss.

Von Carla Witt

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