Vossloh zahlt wieder Dividende

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Das Geschäftsfeld Fastening Systems, die Herstellung der weltweit erfolgreich eingesetzten Spannklemmen in Werdohl, hat im vergangenen Jahr maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg des Vossloh-Konzerns beigetragen.

Werdohl - Die Vossloh AG hat am Donnerstag ihren Geschäftsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 veröffentlicht. Die am Anfang des Jahres gesteckten Zielsetzungen wurden dabei insgesamt erfüllt und in Bezug auf wichtige Kennzahlen auch übertroffen.

Vossloh will seinen Aktionären erstmals wieder eine Dividende zahlen. 

Der Konzernumsatz stieg deutlich um 11,7 Prozent auf 918,3 Millionen Euro. Die Umsatzsteigerung war insbesondere auf die erstmalige Einbeziehung des Geschäftsfelds Tie Technologies zurückzuführen. Die ursprüngliche Umsatzprognose für den Vossloh-Konzern hatte bei 1 bis 1,1 Milliarden gelegen. Darin waren noch Umsätze des zum Verkauf stehenden Lokomotivengeschäfts von etwa 130 Millionen Euro enthalten. 

Der gesamte Vossloh-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2017 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 70,3 Millionen Euro. Es übertraf aufgrund einer außerordentlich guten Geschäftsentwicklung im Geschäftsbereich Core Components, dem Herzstück des Konzerns mit dem in Werdohl angesiedelten Geschäftsfeld Fastening Systems, den Vorjahreswert um 22,2 Prozent. Die Profitabilität im Kerngeschäft konnte entgegen der Erwartung erhöht werden. 

Erstmals wieder ein positiver Wertbeitrag

Erstmals seit Beginn der Neuausrichtung konnte der Vossloh-Konzern 2017 mit 11,1 Millionen Euro wieder einen positiven Wertbeitrag ausweisen. Verantwortlich hierfür war die positive Geschäftsentwicklung im Geschäftsfeld Fastening Systems, also der Herstellung von Schienenbefestigungssystemen am Stammsitz in Werdohl. Allerdings lag trotz der deutlichen operativen Ertragssteigerung das Konzernergebnis von Vossloh im Jahr 2017 mit 0,3 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 10,1 Millionen Euro. 

Vor dem Hintergrund der deutlichen Profitabilitätsverbesserung im Kerngeschäft sowie angesichts der weiteren Stabilisierung der Finanzlage haben Vorstand und Aufsichtsrat der Vossloh AG beschlossen, der Hauptversammlung in diesem Jahr eine Dividendenausschüttung in Höhe von 1 Euro je Vossloh-Aktie vorzuschlagen. Die voraussichtliche Ausschüttungssumme beläuft sich damit auf rund 16 Millionen Euro. Dazu erklärte Andreas Busemann, Vorsitzender des Vorstands der Vossloh AG: „2017 entwickelte sich unser Kerngeschäft ausgesprochen gut. Unser Einstieg in das Geschäft mit Betonschwellen verlief bemerkenswert erfolgreich, und wir gehen davon aus, im Verlauf des Geschäftsjahres 2018 das in Kiel ansässige Lokomotivengeschäft verkaufen zu können. Nach den harten Einschnitten der Vorjahre ist die Beteiligung unserer Aktionäre am Erfolg des Unternehmens nun ein sichtbares und wegweisendes Zeichen der Fortschritte, die wir gemacht haben und weiter machen werden.“ 

Bahnschwellen für USA und Mexiko

Wesentlicher Treiber von Umsatz und Ergebnis des Konzerns war im Geschäftsjahr 2017 der Geschäftsbereich Core Components mit dem angestammten Geschäftsfeld Fastening Systems und dem neuen Geschäftsfeld Tie Technologies, also der Herstellung von Betonschwellen und Bahnübergangssysteme in den USA und Mexiko. Der Umsatz dieses Geschäftsbereichs stieg im Vergleich zum Vorjahr um 36,7 Prozent auf 351,4 Millionen Euro. Ursächlich für diesen Anstieg war insbesondere die erstmalige Einbeziehung von Tie Technologies, aber auch ein deutliches Umsatzplus bei Fastening Systems. Vor allem das Geschäft mit Befestigungssystemen in China entwickelte sich wesentlich besser als erwartet, zumal die dort ansässigen Kunden zum Teil sogar Liefermengen abriefen, die ursprünglich erst für 2018 vorgesehen waren. 

Für das Jahr 2018 erwartet Vossloh Konzernumsätze auf dem Niveau von 2017. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen und damit die Ertragskraft werden allerdings unter den Werten von 2017 erwartet. Ausschlaggebend dafür sei die sehr starke Geschäftsentwicklung im margenstarken Fokusmarkt China im Jahr 2017, teilte Vossloh mit. Die werde zum Teil zu Lasten des Folgejahres gehen, da ursprünglich für das Jahr 2018 vorgesehene Lieferungen schon vorgezogen wurden. 

Insgesamt werden für 2018 Konzernumsätze zwischen 875 und 950 Millionen Euro erwartet. 2019 wird wieder ein Anstieg der Geschäftstätigkeit des Geschäftsfelds Fastening Systems in China und eine spürbare Belebung der Nachfrage der großen US-amerikanischen Frachtbetreiber erwartet – und damit eine entsprechende Verbesserung der Profitabilität.

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