Vossloh: Werdohl nicht betroffen

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Diese Schienenklemmen produziert Vossloh Fastening Systems am Standort Werdohl. Wie der Vorstand mitteilte, sind die Arbeitsplätze der Werdohler Mitarbeiter nicht in Gefahr.

Werdohl - Der neue Vorstand der Vossloh AG will den Konzern umstrukturieren. „Das wird nicht ohne Personalanpassungen gehen“, sagte Vorstandsmitglied Oliver Schuster am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz. Am Standort Werdohl seien aber „keine Personalmaßnahmen geplant“, teilte der Vorstand auf Nachfrage mit.

Von Constanze Raidt

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Grund für die Neuausrichtung ist einer Pressemitteilung zufolge, dass Vossloh seinen geplanten Umsatz nicht erreichen kann. Im Laufe der vergangenen Wochen habe der Vorstand „eine umfassende Bestandsaufnahme“ aller Aktivitäten des Konzerns vorgenommen. „Wir haben mit Mitarbeitern und Kunden geredet“, sagte der Vorstandsvorsitzende Hans M. Schabert am Freitag. Eine neue Strategie wollen Schabert und seine Vorstandskollegen Oliver Schuster und Volker Schenk am Ende des Jahres vorstellen. Erste Entscheidungen gab das Team bereits gestern bekannt.

Sieben Führungskräfte – rund ein Drittel des Managements – mussten in den vergangenen Wochen gehen. Einen Teil ihrer Posten wollen die Vorstandsmitglieder selbst übernehmen, der Rest fällt weg. So wird der Vorstandsvorsitzende Schabert zusätzlich Geschäftsführer von Fastening Systems.

Die Geschäftsfelder Fastening Systems und Rail Services „bleiben in ihren Grundstrukturen unverändert“, schreibt Vossloh in der Pressemitteilung. Sowohl die Konzernzentrale als auch die Geschäftsführung von Fastening Systems sollen in Werdohl bleiben, teilte der Vorstand auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Während in Werdohl also offenbar keine Arbeitsplätze in Gefahr sind, könnte das in Düsseldorf und Kiel bald anders aussehen. „Wir werden Gespräche mit den Personalvertretungen führen“, kündigte Oliver Schuster an. Handlungsbedarf sieht die neue Konzernführung vor allem an den Standorten Kiel und Düsseldorf. Kiel soll sich künftig auf standardisierte Industrie- und Rangierlokomotiven konzentrieren. „Die Entwicklung kundenspezifischer Lokomotiven übernimmt ab sofort Valencia“, kündigte Schabert an. Vossloh Kiepe in Düsseldorf solle sich auf Nahverkehrsbahnen, Trolley-Busse und die E-Mobilität konzentrieren.

Schon im kommenden Jahr soll der Konzern wieder Gewinne machen. Bis dahin wird die Neuausrichtung aber erst einmal teuer. Ein Verlust von 150 Millionen bis 180 Millionen Euro könnte im laufenden Jahr anfallen, kündigte das Unternehmen an. Die Vossloh-Aktie verlor daraufhin am Freitag bis zu zwölf Prozent an Wert. „Wir sind in der Lage, die Maßnahmen zu finanzieren“, sagte Schuster. „Die Umstrukturierung wird den Konzern nicht in finanzielle Schwierigkeiten bringen.“

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