Vossloh: Belastendes Halbjahr nach Neuausrichtung

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Führen das weltweite Unternehmen Vossloh mit Sitz in Werdohl seit dem Frühjahr 2014 (v.l.): Vorstand Volker Schenk, Vorstandsvorsitzender Dr. h.c. Hans M. Schabert und Vorstand Oliver Schuster.

Werdohl -  Der neue Vossloh-Vorstand krempelt das Unternehmen komplett um. Die Neuausrichtung belastet das finanzielle Ergebnis der Aktiengesellschaft im ersten Halbjahr 2014 deutlich. Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern – das so genannte EBIT – liegt bei minus 145,4 Millionen Euro.

Auch operativ verlief das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres schwach und blieb weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.

Nach Angaben des Unternehmes stiegen die Umsatzerlöse in den ersten sechs Monaten stiegen um 2,2 Prozent auf 626 Millionen Euro nach 612,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Mit 661,6 Millionen Euro übertraf der Auftragseingang des Konzerns im ersten Halbjahr jedoch den entsprechenden Vorjahreswert um 12,4 Prozent. Der Auftragsbestand lag Ende Juni bei 1,76 Milliarden Euro und übertraf den Vorjahreswert von 1,52 Milliarden Euro ebenfalls deutlich.

„Die Geschäftsentwicklung ist im ersten Halbjahr 2014 operativ schwach ausgefallen. Das unterstreicht den akuten Handlungsbedarf, mit dem wir uns auseinandersetzen, um Vossloh wieder auf ein solides und nachhaltig belastbares Fundament zu stellen. Die Grundlagen dafür haben wir in den vergangenen Wochen geschaffen. Wichtige und zwingend notwendige Maßnahmen sind bereits in die Wege geleitet und teilweise auch schon umgesetzt worden. So haben wir beispielsweise unsere Strukturen verschlankt und die Entscheidung für einen neuen, modernen Standort von Vossloh Locomotives innerhalb des Stadtgebiets von Kiel getroffen“, sagt Dr. h.c. Hans M. Schabert, Vorstandsvorsitzender der Vossloh AG. „Das ganze Team konzentriert sich jetzt darauf, alle Projekte zur Restrukturierung und Neupositionierung der Geschäftsfelder rasch voranzutreiben. Es gilt nun vor allem, unseren außergewöhnlich guten Auftragsbestand in profitables Wachstum zu übersetzen. Parallel arbeiten wir an unserer mittel- und langfristigen Strategie für die Zukunftsperspektive des Konzerns.“

Der Umsatz im Geschäftsbereich Rail Infrastructure, der sämtliche Aktivitäten rund um Produkte und Dienstleistungen für die Schieneninfrastruktur umfasst, lag im ersten Halbjahr 2014 um drei Prozent unter dem Vorjahresumsatz. Dabei blieben die Umsätze im Geschäftsfeld Fastening Systems (dazu gehören die in Werdohl hergestellten Schienenklemmen) in den ersten sechs Monaten mit 155 Millionen Euro wie erwartet hinter dem starken Vorjahreswert zurück.

Im Geschäftsbereich Transportation, in dem das Schienenfahrzeug- und Fahrzeugkomponentengeschäft einschließlich entsprechender Dienstleistungen gebündelt wird, stiegen die Umsätze im ersten Halbjahr um 13,2 Prozent.

Der Konzern erwartet für das Gesamtjahr 2014 ein negatives EBIT zwischen minus 150 und minus 180 Millionen Euro. Die vorherige Umsatzplanung ist für das Geschäftsjahr 2014 nicht mehr erreichbar. Das Unternehmen strebt an, bereits 2015 wieder profitabel zu arbeiten.

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