Vossloh: Weniger Mitarbeiter, mehr Umsatz

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Die „Fabrik der Zukunft“ lässt der Vossloh-Konzern derzeit am Stammsitz in Werdohl errichten, um den Standort zukunftssicher aufzustellen.

Werdohl – Der Umsatz und Auftragseingang des Bahntechnikkonzerns Vossloh liegen nach dem dritten Quartal 2019 jeweils deutlich über den Werten des Vorjahres.

Das teilte das börsennotierte Unternehmen mit Stammsitz in Werdohl am Donnerstag mit. Zudem wolle man weiter konsequent das in diesem Jahr eingeleitete Maßnahmenprogramm zur Steigerung der Profitabilität umsetzen. Erste Effekte würden bereits spürbar. 

Der Umsatz der Vossloh AG stieg in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 6,2 Prozent auf 662,1 Millionen Euro (Vorjahr: 623,2 Millionen Euro). Zudem verzeichnete der Konzern ein Wachstum der Auftragseingänge um 11,7 Prozent von 684 Millionen Euro auf 763,9 Millionen Euro. Das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) dagegen ist mit 31,9 Millionen Euro um knapp fünf Prozent rückläufig. Dies begründet Vossloh mit Einmaleffekten aus dem laufenden Maßnahmenprogramm. 

Verkauf von US-Tochter

Die Sonderbelastungen in den ersten neun Monaten des Jahres 2019 belaufen sich auf 37,7 Millionen Euro und betreffen den Personalabbau sowie die Trennung von unprofitablen Aktivitäten. So hatte Vossloh erst Anfang dieser Woche bekannt gegeben, seine schwächelnde US-Tochter Cleveland Track Material für umgerechnet rund 35 Millionen Euro verkauft und sich damit von der größten US-amerikanischen Konzerngesellschaft im Geschäftsbereich für kundenspezifische Module gelöst zu haben. „Insofern führt das Maßnahmenprogramm bereits im laufenden Geschäftsjahr zu einem positiven Liquiditätseffekt und trägt damit zur Reduktion der Nettofinanzverschuldung bei“, heißt es in der Mitteilung des Vossloh-Konzerns wörtlich. 

Zudem hat der Vorstand beschlossen, sich auch von allen weiteren Gesellschaften des Geschäftsbereichs kundenspezifische Module in den USA sowie in Südamerika zu trennen, was weitere Millionen einbringen soll. 

Mitarbeiterzahl sinkt um 5 Prozent

Teil des Programms ist darüber hinaus bekanntlich die Senkung der Mitarbeiterzahl um fünf Prozent. Im Durchschnitt beschäftigte der Vossloh-Konzern 2019 3907 Personen, was gegenüber dem Jahresende 2018 bereits einem Minus von 80 Beschäftigten entspricht. „Infolge des Maßnahmenprogramms wird eine weitere spürbare Absenkung der Mitarbeiterzahl bis zum Jahresende erwartet. Zum Teil wird sich das Ausscheiden der Mitarbeiter ins Jahr 2020 verschieben“, schreibt Vossloh. 

Diese Einsparungen seien ein wichtiger Schritt, um mittelfristig in sämtlichen Geschäftsbereichen des Großkonzerns zweistellige EBIT-Margen erzielen zu können sowie den finanziellen Handlungsspielraum „spürbar zu erweitern“. 

Hohe Investition in den Stammsitz

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Vossloh mit einem Gesamtumsatz zwischen 900 Millionen und 1 Milliarde Euro. Das EBIT für das operative Geschäft wird voraussichtlich zwischen 50 und 60 Millionen Euro liegen. Für 2020 plant Vossloh aufgrund der Portfolio-Bereinigungen nunmehr ebenfalls mit einem Konzernumsatz zwischen 900 Millionen und 1 Milliarde Euro. Das dann verbesserte EBIT soll zwischen 65 und 80 Millionen Euro liegen. 

Um den Standort Werdohl zukunftssicher zu machen, investiert der Konzern an seinem Stammsitz 40 Millionen Euro in seine „Fabrik der Zukunft“. In dieser soll nicht nur die Fertigung automatisiert erfolgen, sondern gleichzeitig durch mehr Systemkomponenten aus eigener Fertigung die Wertschöpfungstiefe erhöht werden.

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