Konzern stellt Geschäftsbericht vor

Vossloh: Verlust in dreistelliger Millionenhöhe

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Vossloh baut am Stammsitz in Werdohl aktuell seine „Fabrik der Zukunft“, eines der wichtigen Investitionsprojekte des Konzerns. Insgesamt werden hier rund 40 Millionen Euro investiert. Entstehen soll die weltweit modernste Produktion für Schienenbefestigungssysteme.

Werdohl – Nach der Trennung von verlustreichen Aktivitäten soll es beim Verkehrstechnikkonzern Vossloh im laufenden Jahr wieder aufwärts gehen. 

Der Vorstand erhofft sich 2020 dank der eingeleiteten Sparmaßnahmen eine spürbare Verbesserung der Profitabilität, wie der Konzern am Donnerstag zur Vorlage seiner Zahlen für das vergangene Jahr in Werdohl mitteilte.

2019 hatte Vossloh den Umsatz vor allem dank guter Geschäfte mit Schienenbefestigungssystemen etwa in Nordamerika und einer Übernahme in Australien um knapp sechs Prozent auf 916,4 Millionen Euro gesteigert. 

2018 noch 23 Millionen Euro Gewinn

Auch der Geschäftsbereich Lifecycle Solutions trug nach der Kapazitätserweiterung durch den Erwerb mehrerer neuer Fräsmaschinen maßgeblich zum Umsatzwachstum bei. Unter dem Strich rutschte Vossloh in die roten Zahlen: Der Verlust lag bei 136,8 Millionen Euro, nach einem Gewinn von knapp 23 Millionen ein Jahr zuvor. Das Minus hängt unter anderem auch mit dem 2019 durchgeführten Maßnahmenprogramm zur Erhöhung der Profitabilität des Unternehmens zusammen. So trennte sich der börsennotierte Konzern mit Stammsitz in Werdohl unter anderem von nicht rentablen Geschäftsbereichen und entließ auch Mitarbeiter. So beliefen sich die Einmaleffekte aus diesem Programm auf insgesamt 93,3 Millionen Euro. Davon fielen 30,2 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Freisetzung von Mitarbeitern an. 

Der verbleibende Teil von 63,1 Millionen Euro betraf überwiegend Wertberichtigungen und Abgangsverluste aus der Trennung von nicht profitablen Aktivitäten wie dem verlustträchtigen amerikanischen Weichengeschäft. 

Vorstand spricht von erfolgreichem Jahr

Oliver Schuster, Vorstands-Vorsitzender der Vossloh-AG, spricht trotz des Verlustes in dreistelliger Millionenhöhe von einem erfolgreichen Jahr 2019: „Neben höheren Umsatzerlösen und einer gesteigerten Profitabilität zeigen vor allem die starken Auftragseingänge und neu geschlossenen Rahmenverträge, dass Vossloh auf dem richtigen Weg ist.“ Gleichzeitig sei es gelungen, wichtige Investitionsprojekte entscheidend voranzubringen. Neben der Gründung eines neuen Gemeinschaftsunternehmens im für Vossloh wichtigen chinesischen Markt und der Errichtung einer neuen Fabrik für Betonschwellen in Kanada, nannte Schuster auch den Bau der Leitfabrik für Schienenbefestigungssysteme am Werdohler Stammsitz. Weil auch das Maßnahmenpaket greife, könne man auf dieser Basis „selbstbewusst in die Zukunft“ blicken. 

Allerdings bleibt auch Vossloh von der weltweiten Corona-Krise natürlich nicht verschont und stellt seinen Dividendenvorschlag unter Vorbehalt. Ursprünglich sollte eine stabile Dividende von 1 Euro gezahlt werden. Der Vorstand behält sich nun aber vor, den Dividendenvorschlag anzupassen. Trotz der Pandemie-Auswirkungen rechnet Vossloh für das Geschäftsjahr mit Umsätzen zwischen 900 Millionen und einer Milliarde Euro.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 beschäftigte die Vossloh AG 3531 Mitarbeiter, ein Rückgang von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Rückgang ist auf die Umsetzung des Maßnahmenprogramms zurückzuführen, welches neben der Reduzierung der Mitarbeiterzahl auch die Trennung von unprofitablen Aktivitäten beinhaltet. Noch enthalten sind 126 freigestellte Mitarbeiter, deren Arbeitsverhältnisse bis zum Auslaufen der Kündigungsfrist fortbestehen.

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