Arbeiten liegen im Soll

Vossloh-Neubau: Ein Besuch auf der 40-Millionen-Euro-Baustelle

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Allmählich werden die Ausmaße des Vossloh-Neubaus sichtbar. In der gut 7000 Quadratmeter großen Halle will der Bahntechnik-Konzern die weltweit modernste Produktion von Schienenbefestigungen aufbauen.

Werdohl - Für bis zu 40 Millionen baut der Vossloh-Konzern an seinem Stammsitz eine neue Produktionshalle und neue Verwaltungsbüros. 

Mit dem Bauvorhaben wollen sich die Bahntechnikspezialisten für den Wettbewerb in den nächsten Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten wappnen. Nicht umsonst bezeichnet Vossloh das Projekt als „Fabrik der Zukunft“. Eine Zwischenbilanz.

Fast ein Jahr lang hatte Vossloh seit dem Sommer 2018 auf seinem Werksgelände zum Teil 100 Jahre alte Fabrikhallen abreißen und etwa 17 000 Tonnen Abbruchmaterial abfahren lassen, mit dem symbolischen ersten Spatenstich begann dann Anfang Juli die Aufbauphase. Gut sieben Monate später kann Christian Renners, als Geschäftsführer von Vossloh Fastening Systems maßgeblich verantwortlich für das Bauprojekt, zufrieden sagen: „Was Kosten und Termine angeht, liegen wir auf Kurs.“ 

Der Bauleiter ist zufrieden

Zufrieden mit dem bisherigen Bauablauf ist auch Beuleiter Arnd Gansohr vom Lüdenscheider Architekturbüro MTT. „Wir sind froh, dass dieser erste Schritt zeitlich so gut gelungen ist“, sagt er mit Blick auf die in einem Rechteck angeordneten Säulen und Träger aus Stahlbeton, die bereits die zukünftigen Ausmaße der neuen Fabrikhalle erahnen lassen: 120 mal 60 Meter groß wird das Gebäude sein, in dem Vossloh die weltweit modernste Produktion von Schienenbefestigungen aufbauen will. 

Gansohr, der darauf verweist, dass diese Bauphase sogar ein wenig vor dem Zeitplan abgeschlossen werden konnte, blickt aber schon nach vorne. Nach der Weihnachtspause soll es am 6. Januar weitergehen auf der Großbaustelle am mittleren Werdohler Lennebogen. Ende Januar, spätestens Anfang Februar sollen auch die letzten Betonfertigteile an ihrem Platz sein. „Dann steht das Skelett des Rohbaus“, erklärt der Bauleiter. Mitte Januar sollen auch schon die ersten in dezentem Grau lackierten Bleche kommen, mit denen Dach und Wände von außen beplankt werden sollen. „Im April oder Mai steht dann die Hülle“, prognostiziert Gansohr. Spätestens dann wird sichtbar sein, wie Vosslohs Zukunftsfabrik sich ins Werdohler Stadtbild einfügen wird. 

Viele Firmen aus der Region

Die Arbeit auf der Baustelle erledigen übrigens bisher schon und wohl auch in der Zukunft viele Firmen aus der Region. „Wo es möglich und sinnvoll ist, setzen wir auf regionale Firmen. Der Erfolg zeigt, dass das eine richtige Entscheidung war“, meint Renners mit Blick auf den bisher mehr als gut eingehaltenen Zeitplan. 

Von seinem Bürofenster aus hat Christian Renners (links), Geschäftsführer von Vossloh Fastening Systems, einen guten Überblick über die Baustelle. Rechts blickt Bauleiter Arnd Gansohr auf das Firmenareal.

Nicht nur für die Baufirmen soll es nach einer Art Baustellenfest im späten Frühjahr (Renners: „Dafür lassen wir uns noch etwas einfallen.“) ohne Pause weitergehen: Fenster, Türen und Tore müssen eingebaut werden, die mit Stahlfasern versehene Bodenplatte aus Beton muss gelegt werden, Gas-, Wasser- und Elektroleitungen sind zu installieren. 

Maschinen kommen in der letzten Bauphase

In der letzten Bauphase werden dann die Maschinen und Anlagen eingebaut. „Wenn ab September die ersten Anlagen kommen, wird das für uns eine großer Herausforderung“, ist Geschäftsführer Renners schon ganz gespannt auf den Moment, wenn sich allmählich abzeichnet, wie die Arbeitsplätze für die Vossloh-Mitarbeiter in Zukunft aussehen wird. „Zum Teil ist das ja eine ganz neue Technik. Da muss vieles aufeinander abgestimmt werden“, erklärt Renners, wo er die Herausforderungen erwartet. 

Bis Ende 2020, so lautet jedenfalls der Plan, soll das Neubauprojekt abgeschlossen, sollen alle Maschinen, Anlagen und Öfen einsatzbereit sein. Dann könnte Vossloh Anfang 2021 mit der Herstellung seines weltweit verwendeten Kernprodukts, der elastischen Spannklemme zur Befestigung von Bahnschienen, beginnen – zumindest theoretisch. Dass es genau so kommen wird, daran glaubt bei Vossloh nämlich niemand. Geschäftsführer Renners geht vielmehr davon aus, dass es eines mehrere Wochen, wenn nicht Monate dauernden Prozesses bedarf, bis alle Komponenten und Arbeitsschritte der Fertigung aufeinander abgestimmt sind. Für Projekte dieser Größenordnung ist das aber nichts Ungewöhnliches. Vossloh sei darauf auch vorbereitet, versichert Renners. „Wir sind total abgesichert“, sagt er. In den noch vorhandenen alten Hallen werde weiterproduziert, bis im Neubau wirklich alles reibungslos läuft. Und das könne nach jetzigem Kenntnisstand auch ohne Weiteres bis zum Frühjahr 2021 dauern. 

Renners: Kaum Belästigungen der Bevölkerung

Auf einen Punkt legt Christian Renners noch großen Wert: Die Abbruch- und die bisherigen Bauarbeiten hätten ohne größere Belästigungen der Bevölkerung durchgeführt werden können. Jedenfalls habe es diesbezüglich praktisch keine Beschwerden gegeben.

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