Vossloh: So haben sich die Mehrheitsverhältnisse geändert

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Der Stammsitz der Vossloh AG in Werdohl. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen einen Umsatz von rund 865 Millionen Euro, schrieb damit wieder schwarze Zahlen.

Werdohl - Der Hauptaktionär der Vossloh AG mit Stammsitz in Werdohl, Heinz Hermann Thiele, hat sich im Zuge einer Kapitalerhöhung die Mehrheit an dem Verkehrstechnikkonzern gesichert.

Thiele habe Aktien entsprechend seiner Beteiligung von bisher 47,24 Prozent sowie weitere Papiere gezeichnet und komme nun auf 50,09 Prozent, teilte das SDax-Unternehmen am Mittwoch in Werdohl mit. 

Insgesamt platzierte Vossloh knapp 1,6 Millionen Aktien zu einem Preis von je 30,70 Euro bei institutionellen Anlegern. Vor Provisionen und Kosten ergibt das einen Emissionserlös von rund 49 Millionen Euro. Mit der Kapitalerhöhung sollen laut der Mitteilung die finanzielle Flexibilität verbessert und das Wachstum gesteigert werden. Zudem sollen Schulden abgebaut werden. 

Abbau von 200 Stellen

Mit der Kapitalerhöhung soll ein Maßnahmenprogramm ergänzt werden, das der Konzern zur Stärkung der Eigenfinanzierungskraft und Profitabilität bereits im April 2019 beschlossen hat. Teil dieses Maßnahmenprogramms ist auch der Abbau von weltweit 200 Stellen. Ob auch Werdohler um ihren Arbeitsplatz bangen müssen, ist weiterhin unklar. Klar ist bislang nur: „Entscheidungen werden 2019 getroffen, resultierende Maßnahmen im Wesentlichen 2019 umgesetzt“, teilte die Vossloh AG im April mit. 

Das Unternehmen hatte 2018 dank geringerer Verluste in den verkauften oder zum Verkauf stehenden Sparten wieder schwarze Zahlen geschrieben (Gewinn rund 18 Millionen Euro). 2017 hatte es einen Verlust von acht Millionen Euro gemacht. Doch im Tagesgeschäft kämpfte Vossloh 2018 mit einem schwächeren Geschäft mit Schienenbefestigungssystemen auf dem chinesischen Markt. Die Erlöse gingen um knapp sechs Prozent auf 865 Millionen Euro zurück. 

Umsatzsteigerung im ersten Quartal

Im ersten Quartal dieses Jahres legte der Konzern beim Umsatz zu, vermeldete mit rund 190 Millionen Euro eine Steigerung um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang wurde mit 281 Millionen Euro im Jahresvergleich um 33 Prozent gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieb mit minus 0,6 Millionen Euro allerdings unter Vorjahresniveau (1,6 Millionen Euro). 

Für das laufende Geschäftsjahr geht Vossloh von einem Konzernumsatz von 900 Millionen Euro bis 1 Milliarde Euro (2018: 865 Millionen Euro) und einem Ebit zwischen 50 und 60 Millionen Euro aus. 

Großauftrag aus China

Profitieren wird das Unternehmen auch von einem Großauftrag aus China, der im Mai bekannt gegeben wurde. Für rund 40 Millionen Euro werden in diesem und im nächsten Jahr Schienenbefestigungssysteme für Hochgeschwindigkeitsstrecken geliefert. 

Die Zulassung der neuen Aktien zum Handel an den Börsen in Frankfurt und Düsseldorf wird voraussichtlich am Freitag, 21. Juni, erfolgen. „Es ist beabsichtigt, die neuen Aktien am 24. Juni in die bestehenden Notierungen der Aktien der Gesellschaft mit einzubeziehen“, teilte Vossloh abschließend mit.

Das Unternehmen

Vossloh ist weltweit in den Märkten für Bahntechnik tätig. Kerngeschäft ist die Bahninfrastruktur. Die Konzernaktivitäten sind in den drei Geschäftsbereichen Core Components, Customized Modules und Lifecycle Solutions gegliedert. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte Vossloh mit etwa 3800 Mitarbeitern einen Umsatz von 865 Millionen Euro.

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