Vossloh-Aktionär will mehr Anteile kaufen 

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[UPDATE 17.10 Uhr ] Werdohl - Der Vossloh-Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Hermann Thiele will nach eigenen Angaben seine Anteile an der Vossloh AG „moderat ausbauen.“

Bislang hält der Münchner, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des ihm selbst gehörenden Unternehmens Knorr-Bremse AG ist, 29,99 Prozent. Durch ein so genanntes Übernahmeangebot will der schwerreiche Mann seinen Einfluss auf den Werdohler Bahntechnikkonzern noch weiter vergrößern.

Eine komplette Übernahme scheint aber derzeit nicht in seinem Sinne zu sein. Die Knorr-Bremse Holding GmbH hatte gestern entschieden, den Aktionären der Vossloh AG anzubieten, alle ihre auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,84 Euro je Aktie zu erwerben. Das geschieht im Wege eines „freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots“.

Thiele hält über die KB Holding derzeit 29,99 Prozent der Aktien der Vossloh AG; um seinen Anteil auf mehr als 30 Prozent zu erhöhen, ist so ein „Übernahmeangebot“ nötig. Die KB Holding GmbH beabsichtigt nach Unternehmensangaben, einen Geldbetrag in Höhe des gewichteten durchschnittlichen inländischen Börsenkurses der Vossloh-Aktie während der letzten drei Monate anzubieten. Dieser Preis dürfte in der Größenordnung von 48 bis 49 Euro je Vossloh-Aktie liegen.

Die Börse reagierte gestern unmittelbar auf das Übernahmeangebot Thieles, Minuten nach der Meldung legte die Vossloh-Aktie über vier Prozent zu und kletterte auf 56,50 Euro. Das war der höchste Stand seit über fünf Monaten und für Anleger eine Wohltat. Schließlich war der Titel gerade auf einem zaghaften Erholungskurs nach einer monatelangen Talfahrt.

Seit Juni 2014 hatte das Papier deutlich an Wert verloren und war im November 2014 auf bis zu 42,33 Euro gefallen. Heinz Hermann Thiele, Geschäftsführer und mittelbarer Gesellschafter der KB Holding, wird von einem Unternehmenssprecher so zitiert: „Ich unterstütze die vom Vorstand der Vossloh Aktiengesellschaft im Dezember 2014 veröffentlichte Strategie. Den vor der Gesellschaft liegenden, längerfristigen, zweistufigen und schwierigen Transformationsprozess werde ich als unternehmerischer Investor begleiten. Mit dem Übernahmeangebot möchte ich meine Beteiligung an der Vossloh Aktiengesellschaft moderat ausbauen und absichern. Gleichzeitig will ich Vossloh als eigenständiges, börsennotiertes und unabhängiges Unternehmen mit einem nennenswerten Freefloat erhalten.“

Der Schritt kommt nicht vollkommen überraschend. Thiele hatte schon im November vergangenen Jahres angekündigt, seinen knapp 30-prozentigen Anteil an Vossloh aufstocken zu wollen. „Ich habe meine Beteiligung so positioniert, dass ich ausreichend Einfluss nehmen kann. Je nach Geschäftsentwicklung muss es bei dieser Beteiligung ja nicht bleiben.“ So wurde er im November vom Handelsblatt zitiert.

Der Knorr-Bremse-Eigner Thiele war im Frühjahr 2011 bei Vossloh eingestiegen und schnell auf Konfrontationskurs mit dem damaligen Management und der Gründerfamilie Vossloh gegangen. Nach dem Managementwechsel 2014 bereinigten Geschäftsführer Hans M. Schabert und Finanzchef Oliver Schuster die Bilanz systematisch von Altlasten.

Gegenüber dem Handelsblatt sagte Thiel, er habe sich „einen kompetenten Vorstand geholt“, um nicht überall mitmachen zu müssen. Im März 2014 waren sowohl Vossloh-Vorstandssprecher Werner Andree als auch sein Vorstandskollege Norbert Schiedeck aus dem Führungsgremium ausgeschieden. - dpa/ots/heyn

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