„Hervorragende Wachstumsperspektiven“

Vossloh expandiert auf dem niederländischen Markt

Firmensitz von ETS Spoor B.V. im niederländischen Purmerend: Die Vossloh AG hat das auf dem Bahninfrastrukturmarkt des Nachbarlandes etablierte Unternehmen gekauft.
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Firmensitz von ETS Spoor B.V. im niederländischen Purmerend: Die Vossloh AG hat das auf dem Bahninfrastrukturmarkt des Nachbarlandes etablierte Unternehmen gekauft.

Der Werdohler Bahntechnikkonzern Vossloh expandiert auf dem niederländischen Markt. Am Montag hat er den Kauf des jungen nordholländischen Unternehmens ETS Spoor B.V. perfekt gemacht. Oliver Schuster, Vorstandsvorsitzender der Vossloh AG, sieht in dem Geschäft einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Umsetzung der Konzenstrategie.

Werdohl ‒ ETS Spoor ist seit etwa 20 Jahren auf dem Gebiet der Bahninfrastruktur ein etablierter und führender Marktteilnehmer mit einem breiten Spektrum an Produkten und Dienstleistungen. Vossloh hat mit den Niederländern bereits seit vielen Jahren kooperiert. Mit der Übernahme stärkt der Vossloh-Konzern nun seine strategisch wichtige Position im technologisch anspruchsvollen und hochinnovativen niederländischen Bahninfrastrukturmarkt. Vossloh sieht in den Niederlanden „hervorragende Wachstumsperspektiven“.

ETS, in der 80.000-Einwohner-Stadt Purmerend in der Provinz Nordholland etwa 30 Kilometer nördlich von Amsterdam angesiedelt, verfüge über ausgezeichnete Marktkenntnisse und Kontakte zu allen wesentlichen Kunden vor Ort und arbeite bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich unter anderem mit Vossloh zusammen, teilten die Werdohler am Dienstag in einer Pressemitteilung mit.

Darüber hinaus habe ETS exklusive Vertriebsvereinbarungen mit Anbietern von Produkten und Leistungen außerhalb des Vossloh-Portfolios und komplettiere damit künftig das lokale Angebot im Sinne eines „One-Stop-Shops“, also der Erledigung aller bürokratischen Schritte, Finanzaufgaben und Steuererklärungen an einer Stelle. Diesem Aspekt komme unter anderem mit Blick auf zukunftsweisende Servicemodelle entscheidende Bedeutung zu, erklärte Vossloh.

Der Akquisition von ETS Spoor fällt eine zentrale Schlüsselrolle im Rahmen der Umsetzung unserer Konzernstrategie zu.

Oliver Schuster, Vorstandsvorsitzender der Vossloh AG

„Der Akquisition von ETS Spoor fällt eine zentrale Schlüsselrolle im Rahmen der Umsetzung unserer Konzernstrategie zu“, sagte Vossloh-Vorstandschef Schuster. Vosslohs strategische Ausrichtung setzt auf eine Kombination des existierenden Kerngeschäfts mit innovativen, digital basierten Geschäftsmodellen. Mit dem Zukauf in den Niederlanden rücke damit ein entscheidendes Stück näher an wichtige niederländische Kunden wie etwa den Netzbetreiber ProRail heran, die Produkte und Dienstleistungen des Bahntechnikriesen bislang direkt oder indirekt über ETS Spoor gekauft hätten, betonte der Vorstandsvorsitzende.

Schuster: „Dadurch werden wir zukünftig noch besser in der Lage sein, unsere einzigartige technologische Expertise sowie unser gesamtes Leistungsangebot optimal auf die Bedürfnisse unserer Kunden abzustimmen.“ Der niederländische Markt sei bereits heute Vorreiter für zukunftsweisende Geschäftsmodelle im Bereich Bahninfrastruktur. „Wir sehen uns in der neuen Konstellation hervorragend positioniert, um dies weiter voranzutreiben und wichtigen Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen“, erläutert Schuster.

Der Vollzug des Verkaufs findet am 30. Juli statt. Über die Höhe des Kaufpreises haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. ETS erzielte im Jahr 2020 einen Umsatz von rund 20 Millionen Euro und wird zukünftig im Vossloh-Geschäftsbereich Lifecycle Solutions geführt, in dem Vossloh Dienstleistungen rund um die Schiene erbringt.

Hierunter fallen unter anderem Schweißungen und Transport der Langschienen, das korrektive Fräsen und die präventive Pflege von Schienen und Weichen oder die Aufarbeitung und Rückführung von Altschienen. Die Leistungen reichen bis zum Lebenszyklus-Management ganzer Streckenabschnitte. Mit dem High-Speed-Grinding, einem präventiven Schienenschleifverfahren mit hoher Geschwindigkeit, verfügt Vossloh weltweit über eine Technologie mit Alleinstellungsmerkmal.

Erst vor kurzem hat die Vossloh AG am Stammsitz Werdohl ihre für rund 40 Millionen Euro entstandene „Fabrik der Zukunft“ in Betrieb genommen.

Wenige Tage später hat das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Jahr 2021 um bis zu 100 Millionen Euro nach oben korrigiert.

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