Heimat

Literaturspende für den Heimat- und Geschichtsverein

Aus den Händen von Anne Katrin Traub nahmen Gerd Kalthoff und Heiner Burkhard für den Heimat- und Geschichtsverein eine große Anzahl von Büchern entgegen, die ihre Eltern Hans und Else Vossloh sowie ihre Tante Reinhild Vossloh einst besessen haben.
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Aus den Händen von Anne Katrin Traub nahmen Gerd Kalthoff und Heiner Burkhard für den Heimat- und Geschichtsverein eine große Anzahl von Büchern entgegen, die ihre Eltern Hans und Else Vossloh sowie ihre Tante Reinhild Vossloh einst besessen haben.

Auf Gerd Kalthoff vom Heimat- und Geschichtsverein Werdohl (HGV) wartet viel Arbeit. In sieben Kartons lagern Bücher, die noch genauer angeschaut werden müssen. Nach einem ersten Blick weiß Kalthoff aber schon: „Da sind einige interessante Exemplare dabei.“

Werdohl – Die Bücher, die da in unscheinbaren Pappkartons mit dem Aufdruck eines Baumarktes im Flur des Stadtmuseums stehen, gehörten einst Dr. Hans Vossloh, dem früheren Geschäftsführer des Werdohler Bahntechnikherstellers Vossloh, und seiner Frau Else sowie der Inhaberin der früheren Sonnen-Apotheke, Reinhild Vossloh. Die Nachkommen haben die Bücher nun dem HGV vermacht.

Die jüngste Tochter von Hans und Else Vossloh, Anne Katrin Traub, war eigens aus Leverkusen gekommen, um die Bücher zu überreichen. „Wir wissen sie beim Heimat- und Geschichtsverein in den besten Händen“, sagte sie und sprach von einer „guten Lösung“ für die Weiterverwendung der Druckwerke, die ihre Eltern und ihre Tante einst in großer Zahl gesammelt haben. Es seien viele Heimatbücher darunter, aus Werdohl, aber auch aus anderen Städten in der Umgebung, erzählte Traub. „Und manches Buch ist auch doppelt und dreifach vorhanden“, ergänzte sie mit Blick auf Chroniken von Werdohler Vereinen oder Bänden über die Geschichte und Geschichten der Region.

Ihre Eltern seien immer sehr bodenständige Leute gewesen, versuchte Anne Katrin Traub zu erklären, warum sie eine solche Menge an Heimatliteratur angehäuft haben. Immerhin füllen die Bücher nicht nur sieben Kisten, sondern auch eine achtseitige Liste. Insgesamt dürften es an die 150 Exemplare sein, die nun in den Besitz des HGV übergegangen sind.

Bodenständige Familie

Doch warum hat sich die Familie ausgerechnet jetzt dazu entschieden, die Büchersammlung von Eltern und Tante in andere Hände zu geben? Immerhin sind alle drei schon vor etlichen Jahren verstorben. Sie und ihre Geschwister hätten einige Zeit gebraucht, um den Nachlass zu sichten, hatte Anne Katrin dafür eine einfache Erklärung. Auch sei zunächst noch überlegt worden, ob es für die Bücher, die bis zuletzt in der Vossloh-Villa an der Nordstraße aufbewahrt worden seien, noch Interessenten aus der Familie gibt.

Nachdem das nicht der Fall gewesen sei, hätten sich die Hinterbliebenen entschlossen, diesen Teil des Nachlasses dem HGV zu schenken. Dessen Vorsitzender Heiner Burkhardt bedankte sich für die unerwartete Spende. Das eine oder andere Buch, das der HGV noch nicht in seinem Bestand habe, sei bestimmt dabei. Sein Blick fiel dabei auf ein Werdohl-Buch aus dem Jahr 1963, das wohl nur noch selten zu bekommen ist. „Das ist mittlerweile sehr beliebt.“ Auch Gerd Kalthoff, dem die Aufgabe zukommt, den literarischen Zuwachs zu sichten und zu ordnen, hatte bei einem oberflächlichen Blick schon „einige sehr interessante Bücher“ entdeckt. „Genaueres kann ich aber erst in acht bis zwölf Wochen sagen“, deutete er an, dass die Sichtung Zeit braucht.

Dass die Familie Vossloh bemüht ist, Dinge, die für den früheren Firmen-Chef bedeutsam waren, in Werdohl zu belassen, ist nichts Neues. Vielleicht haben ihre Eltern ihre Bodenständigkeit und die Liebe zur Heimat an sie weitergegeben. So haben die Kinder beispielsweise die historische Lokomotive, die ihr Vater 1998 zu seinem 80. Geburtstag als Geschenk bekommen hat, nach dessen Tod der Stadt Werdohl geschenkt. Das Schienenfahrzeug steht nun am Rande der B 229 in Versevörde. Und Anne Katrin Traub dokumentierte ihre Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt nicht zuletzt, indem sie zur großen Vossloh-Ausstellung des HGV vor acht Jahren die Reproduktion eines Glasfensters aus der Fabrikantenvilla beisteuerte.

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