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Vorwurf der Ignoranz: Streit um den Martinszug

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Von: Volker Griese

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Am Termin für den Werdohler Martinszug (hier ein Foto von 2021) übt der Vorsitzende des TuS Versetal heftige Kritik.
Am Termin für den Werdohler Martinszug (hier ein Foto von 2021) übt der Vorsitzende des TuS Versetal heftige Kritik. © Julius Kolossa

Um den für den 19. November geplanten Martinszug durch die Werdohler Innenstadt ist ein Streit entbrannt. Die Kontrahenten: Stefanie Starbatty, private Organisatorin des Martinszuges, und Henning Meyer, Vorsitzender des TuS Versetal. Seit Wochenbeginn stehen sie sich scheinbar unversöhnlich gegenüber.

Werdohl ‒ Was ist geschehen? Stefanie Starbatty, die bereits seit 2018, nachdem das Stadtmarketing die Verantwortung für die Martinszüge abgegeben hatte, diese Laternenumzüge in privater Initiative organisiert, hatte den diesjährigen Martinszug für den 19. November angemeldet und diesen Termin anschließend auch öffentlich gemacht. Dieses Vorhaben stößt aber bei Henning Meyer, dessen TuS Versetal zusammen mit drei anderen Vereinen am 18. und 19. November den Versetaler Winterzauber veranstaltet, auf wenig Gegenliebe.

Wo liegt das Problem? Just zu dem Zeitpunkt, wenn sich die Kinder am Rathaus zum Martinszug versammeln sollen, soll im Versetal der Nikolaus mit einer Überraschung für die Kinder aufwarten. Die Kinder müssten sich also zwischen St. Martin und St. Nikolaus entscheiden.

Meyer drückte gegenüber der Redaktion mehr als deutlich aus, was er von der Terminplanung Starbattys hält: Er wirft der Organisatorin des Martinszuges eine „unglaubliche Ignoranz gegenüber anderen Werdohler Vereinen“ vor. „Trotz expliziter Hinweise“ sei ihr diese Terminkollision egal, behauptet er.

Tatsache ist: Der TuS Versetal, der Versetaler Schützenverein, die Löschgruppe Eveking und der Versetaler Obst- und Gartenbauverein, die den Winterzauber gemeinsam veranstalten, haben schon vor Wochen auf diese Veranstaltung hingewiesen, auch diese Zeitung hat darüber berichtet. Stefanie Starbatty ist erst am 2. November mit ihrem Termin des Martinsumzuges an die Öffentlichkeit gegangen.

Davon, dass am 19. November gleichzeitig auch der Versetaler Winterzauber stattfindet, habe sie nichts gewusst, beteuert Stefanie Starbatty. Darauf sei sie auch von niemandem hingewiesen worden – nicht vom Ordnungsamt, wo sie den Umzug genehmigen lassen musste, und nicht vom Musikzug des Versetaler Schützenvereins, der den Laternenumzug musikalisch begleiten wird. Auf den für den 12. November geplanten Martinszug im Versetal habe sie dagegen Rücksicht genommen.

Den Vorwurf Meyers, nicht zumindest das Gespräch mit den Veranstaltern aus dem Versetal gesucht zu haben, will Starbatty deshalb nicht gelten lassen. Nach Bekanntwerden der Kritik an ihrem Vorhaben habe sie aber Kontakt zu Henning Meyer aufgenommen, berichtet sie. Eine Lösung des Problems habe dabei aber nicht erreicht werden können. Meyer sei überhaupt nicht verhandlungsbereit gewesen, berichtete Starbatty von ihrem Telefonat mit dem Vorsitzenden des TuS Versetal.

Festzuhalten bleibt somit: Die beiden Veranstalter kommen nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Leidtragende seien Kinder, die sowohl am Martinszug durch die Stadt teilnehmen als auch den Nikolaus-Besuch beim Winterzauber in Altenmühle miterleben wollen, meint Henning Meyer. Der Nachwuchs werde sich für die eine oder die andere Veranstaltung entscheiden müssen. Gut möglich, dass dies für die Erwachsenen ein größeres Problem ist als für die Kinder selbst.

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