Sattler wirft das Handtuch

Peter Sattler trat zurück.

WERDOHL ▪ Paukenschlag bei der Herbstversammlung der Bogenschützen im Werdohler Schützenverein: Peter Sattler trat nach einer kontrovers geführten Diskussion von seinem Amt als 1. Vorsitzender überraschend zurück.

Hintergrund war eine Aussprache über die diesjährigen Bezirksmeisterschaften. Aus dem Festausschuss wurde Unmut über die Art der Organisation dieses Sportereignisses geäußert. In diesem Moment muss Peter Sattler seinen Entschluss gefasst haben: „Ich bin nicht bereit, mich zum Buhmann zu machen und mir eine an sich gute Veranstaltung kaputt machen zu lassen“, sagte der frustriert wirkende Vorsitzende und warf das Handtuch. Die Mitglieder waren geschockt und schwiegen.

Eigentlich sollte sich an den Rückblick auf die Bezirksmeisterschaft 2012 mit dem fünften Tagesordnungspunkt die Abstimmung darüber anschließen, ob im kommenden Jahr überhaupt ein Championat auf Bezirksebene ausgetragen werden soll. Doch der nun in die Verantwortung genommene 2. Vorsitzende Ernst-Wilhelm Herdes sagte konsterniert: „Wir können doch so nicht weitermachen“. Zudem wollte Michael Dannowski ins Protokoll aufgenommen wissen, dass er mit dem Rücktritt nicht einverstanden sei. Die Versammlung wurde für zehn Minuten unterbrochen. Peter Sattler blieb jedoch bei seiner Entscheidung. In der kommenden Frühjahrsversammlung muss sich der Verein einen neuen Vorsitzenden suchen. Die Abstimmung über die Durchführung der Bezirksmeisterschaften im Jahr 2013 wurde positiv bewertet, obwohl den sieben Ja-Stimmen eine ebensolche Zahl an Enthaltungen gegenüberstand. Ein Vereinsmitglied stimmte gegen die Veranstaltung.

Bei all dem Trubel rückten die Ehrungen fast in den Hintergrund. Das Ranglistenschießen gewann Michael Dannowski vor Christian Frahm und Andreas Schmieder. In der Klasse der Compound-Bogen konnte sich Gerd Mollitor durchsetzen. Die Frauenklasse entschied Gaby Dannowski für sich. Das Vogelschießen auf dem Kettling-Platz soll in Zukunft umgestaltet werden. Hierzu bildeten die Bogenschützen einen Arbeitskreis, der bis zum Frühjahr Vorschläge erarbeiten soll. Auch über die Hallennutzung wurde während der Herbstversammlung diskutiert. In Zukunft bleiben für die Bogenschützen während der Ferienzeiten die Übungsräume verschlossen. „Dies wird sich natürlich auf unseren Vereinskalender auswirken“, sagte Peter Kettling. Und Michael Dannowski kritisierte, dass die guten Leistungen durch die verkürzten Trainingszeiten nicht mehr gewährleistet seien. Zudem fällt ein geplanter VHS-Kurs dieser neuen Regelung zum Opfer. Auch können die Bogenschützen ihren Sport nun nicht im Rahmen eines Wochenendes der Schützenvereine präsentieren. Dies soll im nächsten Jahr beim öffentlichen Anschießen nachgeholt werden. Auch über die Hallennutzungsgebühr in Höhe von vier Euro wurde diskutiert. Ob die Abgabe im nächsten oder übernächsten Jahr fällig wird, blieb unklar und wurde zudem durch den Trubel um den zurückgetretenen Vorsitzenden überdeckt.

Von Jari Wieschmann

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