Vorschuss auf Unterhalt: Werdohl muss mehr zahlen

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Werdohl – Die Neuregelung des Unterhaltsvorschusses für säumige Eltern hat in vielen Kommunen in Nordrhein-Westfalen zu teils deutlichen Mehrausgaben geführt. Auch in Werdohl sind die Ausgaben im vergangenen Jahr gestiegen.

Die Verantwortlichen des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen haben jetzt Zahlen veröffentlicht. Demnach zahlte die Stadt im vergangenen Jahr Vorschussleistungen in Höhe von 143 515,36 Euro. 2017 waren es noch 97 775,02 Euro, 2016 lag der Betrag bei 111 516,83 Euro. Zumindest ein Teil der gestiegenen Kosten sei auf die Neuregelung zurückzuführen, hieß es. 

Zum Hintergrund: Rückwirkend zum 1. Juli 2017 wird der Unterhaltsvorschuss bis zur Volljährigkeit des Kindes gezahlt. Die bisherige Höchstbezugsdauer von 72 Monaten ist für alle Kinder aufgehoben worden. Damit Kinder nach Vollendung des zwölften Lebensjahres Anspruch auf den Vorschuss haben, ist zusätzlich Voraussetzung, dass sie selbst nicht auf Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) angewiesen sind oder, dass der alleinerziehende Elternteil im SGB-II-Bezug eigene Einkünfte in Höhe von mindestens 600 Euro brutto monatlich erzielt. 

Hilfe für Kinder von Alleinerziehenden 

Der Unterhaltsvorschuss ist eine staatliche Leistung für Kinder von Alleinerziehenden. Er soll helfen, die finanzielle Lebensgrundlage eines Kindes zu sichern, wenn das andere Elternteil nicht oder nur teilweise oder nicht regelmäßig Unterhalt in Höhe des Unterhaltsvorschusses zahlt. Das andere Elternteil muss den Vorschuss später zurückzahlen, wenn er keinen Unterhalt zahlt, obwohl er ganz oder teilweise Unterhalt zahlen könnte. 

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses richtet sich nach dem Alter der Kinder und beträgt seit dem 1. Juli monatlich: für Kinder von 0 bis 5 Jahren 150 Euro, für Kinder von 6 bis 11 Jahren 202 Euro und für Kinder von 12 bis 17 Jahren 272 Euro.

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