Alltagstauglichkeit kritisch gesehen

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Uwe Bettelhäuser zeigt die im Gerät integrierte Mülltonne.

Werdohl - Der Benzinmotor beginnt zu rattern. Jürgen Grüber, Baubetriebshof-Mitarbeiter aus Altena, beugt sich vorne über. In der Hand hält er den langen Schlauch des Stadtmüllsaugers aus der Nachbarstadt und reinigt damit den neuen Brüninghaus-Platz. Die Mitglieder des Werdohler Umwelt- und Stadtentwicklungs-Ausschusses (USteA) verfolgen seine Bemühungen.

Fachbereichsleiter Thomas Schroeder erklärt, warum der Gast aus Altena stets gebückt laufen muss: „Das Schlauch-Ende muss plan über den Boden geführt werden, damit auch wirklich jede Kippe erwischt wird.“ Grüber selbst erläutert, dass der Stadtmüllsauger in ganz Altena eingesetzt wird, aber auch an der dortigen Lennepromenade. Mit ihm käme man besser in die Ecken als mit einer großen Kehrmaschine, außerdem ließen sich mit dem Schlauch-Sauger auch Fugen reinigen.

Einige Ausschuss-Mitglieder befürchten jedoch, dass auch die Fugenmasse angesaugt werden könne, die zuvor vom Regen gelöst worden sei. Und die Testvorführung scheint das zu belegen. Der Werdohler Baubetriebshof-Leiter Uwe Bettelhäuser ergänzt: „Unsere Mitarbeiter sind mit der Zange schneller und effektiver unterwegs.“ Und auch trotz des Fünf-Liter-Ersatzkanisters im Gerät reicht das Benzin nicht, um den Sauger auch nur einen Tag lang zu betreiben.

Jürgen Grüber muss sich nach vorne beugen, um den Schlauch des Stadtmüllsaugers über den Boden zu führen.

Und schon bleibt im Schlauch des 15 000 Euro teuren Saugers ein großes Papierknäuel stecken und verstopft diesen. Grüber muss lange am Schlauch rütteln, bis das Papier sich löst. Er verrät, dass größere Teile, nasses Laub, Hundekot und Getränkedosen von Hand aufgelesen werden müssen. Dabei streikt der Stadtmüllsauger.

Das, was das Gerät ansaugt, wird in eine auf dem Sauger montierte 240-Liter-Mülltonne geführt. Die größeren, per Hand aufgesammelten Teile, können direkt über eine Klappe eingefüllt werden. Bürgermeisterin Silvia Voßloh betont: „Es ist gut, dass uns jemand den Sauger vorführt, der Erfahrung im Umgang mit dem Gerät hat.“ Sie befindet: „Das ist praxisorientierter als eine Hersteller-Präsentation.“

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