„Vorfahrt“ für die Fische

Die Tages dieses 2,80 Meter hohen Verse-Wehres bei Henneckenhammer sind gezählt.

WERDOHL ▪ Im Rahmen der Renaturierung der Verse müssen – wie berichtet – nach einem in den städtischen Gremien festgelegten Zeitplan bis 2015 vier Wehranlagen und weitere vier sogenannte hohe Abstürze beseitigt werden, um die Durchlässigkeit des Baches für Fische und andere Wasserlebewesen gewährleisten zu können.

Für die Beseitigung eines der größten Hindernisse – Wehranlage in Henneckenhammer mit einer Höhe von 2,80 Metern – hatte die Stadt Mitte August eine Förderbewilligung des Landes über 153 000 Euro erhalten. Baubeginn sollte ursprünglich im Oktober sein, doch dieser Termin ist Vergangenheit. Jetzt wird mit der Beseitigung des Wehres Mitte dieses Monats begonnen.

Diese Verschiebung steht im Zusammenhang mit der Sanierung der Husberger Brücke in Dresel, so erläuterte Peter Erwig von der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement der Stadtverwaltung. Das gröbere Material des dort bald nicht mehr benötigten Lennedamms sowie ein Großteil der Abflussrohre sollen in Henneckenhammer wieder verwendet werden.

Mit den Rohren aus Dresel wird das Auslaufbauwerk des Regenüberlaufbeckens verseabwärts verlängert; das Boden- und Steinmaterial wird zur Gestaltung der künftigen rauen Sohlgleite verwendet, die sich unterhalb des Wehres über eine Länge von rund 75 Metern hinziehen soll. Das heißt: Die Gewässersohle in diesem Abschnitt wird angehoben, und zugleich wird für eine Angleichung der Uferzone gesorgt. Die Böschung im derzeitigen Wehrbereich bleibt – aber sie wird nicht mehr so hoch wie bisher sein.

Die von der Stadt mit einem zehnprozentigen Eigenanteil mit zu finanzierende Maßnahme, so Peter Erwig, wird auf Grund des erzielten Ausschreibungsergebnisses „etwas preiswerter ausfallen, als ursprünglich kalkuliert“. Das bedeutet: „Wir werden nicht die volle, vom Land zur Verfügung gestellte Summe anfordern.“ Und das aus gutem Grund, denn die Stadt müsste nicht nur den Rest der Fördermittel zurück überweisen, sondern obendrein auch Zinsen für den Betrag zahlen, „und das wollen wir natürlich vermeiden“.

In der kommenden Woche, so hieß es im Rathaus, wird es gemeinsam mit Vertretern der ausführenden Firma, die ihren Hauptsitz in Marburg hat, und der Unteren Wasserbehörde einen Ortstermin am Wehr geben. Dann soll auch der Bauablauf besprochen werden. Sicher sei, so Peter Erwig, dass die Arbeiten von der Seite Henneckenhammer aus durchgeführt werden. Eine Beeinträchtigung des Fahrzeugverkehrs auf der B 229 werde es im Zusammenhang mit dieser Maßnahme nicht geben.

Mit Beginn des Abbruchs der Wehranlage sind bis zum Abschluss des Projektes 23 Arbeitstage veranschlagt, so dass die Durchgängigkeit der Verse in diesem Bereich noch in diesem Jahr hergestellt sein kann; vorausgesetzt, das Wetter macht der Planung keinen Strich durch die Rechnung.

Auch für das Jahr 2011 hat die Stadt schon weitere Maßnahmen angemeldet, durch die die Verse durchgängiger gestaltet werden soll. Diese Projekte sind in Arnsberg aktenkundig. Im Werdohler Rathaus wird Anfang des kommenden Jahres auf ein positives Signal der Bezirksregierung gehofft.

Rainer Kanbach

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