Vorbereitungen auf Volkszählung in Werdohl

Die Fragesteller sind auf ihre Aufgabe vorbereitet worden. Die Interviewer lernten, dass diejenigen, die ihnen die Auskunft verweigern, bis zu 100 000 Euro zahlen müssen.

WERDOHL ▪ Auch in Werdohl werden demnächst Befrager durch die Straßen ziehen, um das Volk zu zählen. Vom 9. Mai bis zum 31. Juli wird EU-weit der Zensus (lat. Zählung) durchgeführt.

Etwa zehn Prozent der Bevölkerung wird befragt nach Wohnort, Alter, Schulbildung, Beruf, Arbeitgeber, Gesundheitszustand, Kindern und Familienstand. Die Ergebnisse werden dann auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet.

Am Montagabend wurden die ersten zehn Fragesteller im Schulungsraum der Feuerwehr im Gebäude der Grundschule Kleinhammer auf ihre Aufgabe vorbereitet. Bei der Schulung wurden sie darauf hingewiesen, dass sie alles, was sie bei den Interviews erfahren, absolut geheim halten müssen. Die Befragten dagegen müssen Auskunft erteilen. Lediglich bei einer Frage dürfen die Bewohner Deutschlands die Antwort verweigern. Welcher Religion sie sich zugehörig fühlen, müssen die zufällig Ausgewählten der Volksbefragung nicht beantworten.

Befragt werden kann grundsätzlich jeder – vom Neugeborenen bis hin zum Greis. Gegebenenfalls müssen andere Haushaltsmitglieder beim Ausfüllen des Bogens helfen. Nachdem der Interviewer sich mit einer Karte im Briefkasten angekündigt hat, kommt er ins Haus und hilft beim Ausfüllen des Formulars. Das wird im Schnitt etwa 15 bis 20 Minuten pro Person dauern.

In Nordrhein-Westfalen wird es folgedessen bei rund 1,5 Millionen Menschen an der Haustür klingeln. Im Märkischen Kreis sind es 52 000 Frauen und Männer, die um ihre Mithilfe beim Zensus gebeten werden. 500 Befrager werden deshalb ausschwärmen. In Werdohl werden weitere Helfer am 3. Mai von Mitarbeitern des Märkischen Kreises in Hinblick auf diese Aufgabe ausgebildet.

Übrigens: Wer sich weigert an der Volkszählung teilzunehmen, obwohl er per Zufallsprinzip als Kandidat ausgewählt wurde, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Die Werdohler Interviewer lernten am Montag, dass diejenigen, die ihnen die Auskunft verweigern, schließlich bis zu 100 000 Euro zahlen müssen.

Im Anschluss an die Schulung im Gebäude der Grundschule erhielten die zehn Zensus-Helfer ihre Fragebögen und weiteren Unterlagen. Damit sie als rechtmäßige Fragesteller erkennbar sind, bekamen sie außerdem auch einen Ausweis, den sie beim Gespräch mit dem Bürger an der Haustür auf Wunsch vorzeigen können.

Michael Koll

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare