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Von Rauchmeldern bis Notrufen: Vorschulkinder besuchen die Feuerwehr

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Von: Michael Koll

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Das macht Spaß: Am Gerätehaus in Eveking wurden die Wassermassen in die Luft gespritzt.
Das macht Spaß: Am Gerätehaus in Eveking wurden die Wassermassen in die Luft gespritzt. © Michael Koll

„Dann mach’ doch einfach die Tür auf“, sagt der kleine Steppke und macht Rüdiger Fenner damit für einen Augenblick sprachlos. Der Feuerwehrmann ist im Team der Werdohler Brandschutzerziehung.

Werdohl – Aurelie, Lara, Alessio, Esila, Linus, Luca und Milan sind zu Besuch im Gerätehaus Eveking. Den sieben fünf- und sechsjährigen Vorschulkindern der Kita St. Bonifatius will Fenner soeben erläutern, warum es nicht ausreicht, wenn nur in der Diele ein Rauchmelder hängt.

Also hat er ein Szenario skizziert: Es ist Nacht, alle im Haus schlafen, als plötzlich ein Feuer im Kinderzimmer ausbricht. Und da kommt der kleine Junge mit dieser vermeintlich einfachen Lösung daher, was Fenner einen Augenblick ratlos erscheinen lässt.

Dann lachen er und Alexander Butzelar. Der Leiter der Werdohler Kinderfeuerwehr erinnert die St.-Bonifatius-Kinder daran, dass in der Geschichte ja alle schlafen und keiner die Tür öffnen kann. Und er verdeutlicht mit einem Merksatz die Gefahr: „Die Nase schläft auch – nur die Ohren sind wach. Aber der Rauchmelder geht hier ja nicht los.“

Fenner greift den Faden auf: „Und wenn der Rauch zu dicht wird, bekommt ihr keine Luft mehr.“ Er mahnt zugleich: „Wenn ihr aber wach werdet, macht nicht die Tür auf.“ Das Wort „nicht“ betont er nachdrücklich. „Öffnet das Fenster und ruft so laut ihr könnt ,Feuer’ oder ,Hilfe’“, gibt er den im Ernstfall lebensrettenden Hinweis, was zu tun ist.

Der Feuerwehrmann Fenner war es übrigens, der seinerseits die Mädchen und Jungen früher an diesem Morgen sprachlos gemacht hatte. Butzelar hatte die Kinder im Schulungsraum der Evekinger Wehr begrüßt. „Und da habe ich ganz schnell bemerkt, dass sie theoretisch sehr gut vorbereitet waren. Sie konnten alle Fragen richtig beantworten“, staunte er nicht schlecht.

Viel Material befindet sich auf einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF), das sich die Kinder im Gerätehaus in Eveking ansehen durften.
Viel Material befindet sich auf einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF), das sich die Kinder im Gerätehaus in Eveking ansehen durften. © Michael Koll

Als er aber zur Praxis überging und die Vorschulkinder bat, einen Notruf abzusetzen, verblüffte er sie damit, dass sich am anderen Ende der Telefonleitung wirklich jemand meldete. Das war Fenner, der sich zu diesem Zeitpunkt noch im Nebenraum aufhielt. „Die ersten zwei, drei Kinder waren einfach sprachlos“, berichtet Butzelar am Ende des zweistündigen Vormittages.

Mittlerweile haben die Mädchen und Jungen Fenner kennengelernt. Gerade hat er ihnen das HLF 20 gezeigt – also ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, dessen Pumpe 2000 Liter pro Minute in die Schläuche befördert.

Eben solch einen Schlauch schließen Fenner und Butzelar nun an einen Hydranten auf dem Gelände im Gewerbepark Eveking an. Und die sieben Kinder halten den Schlauch gemeinsam fest, um dem Wasserdruck Stand halten zu können.

Doch dann haben sie hörbar Spaß an den Wassermassen, die in die Luft geschleudert werden. Das ist ein Abschluss dieser ersten Brandschutzerziehung im Gerätehaus vor Ort nach der Corona-Zwangspause, die es auch in diesem Bereich geben musste.

Glücklich und auch ein wenig nass gehen die Erzieherinnen Janine Heinhaus und Jutta Schulze mit den Kindern zurück in die Kita. Glücklich sind auch Fenner und Butzelar. Letzterer sagt: „Es ist vernünftig, auch mal wieder hier mit den Kindern zu lernen. Im Gerätehaus sind sie doch aufmerksamer, als wenn wir sie in ihrer gewohnten Umgebung besuchen.“

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