Vollsperrung der B 236: Umwege für LKW

Die Kayser-Lastwagen müssen Umwege fahren.

Werdohl -  Axel Neu ärgert sich mächtig, wenn er an die geplante Vollsperrung der Bundesstraße 236 denkt. „Wir müssen riesige Umwege fahren“, sagt der Mitarbeiter der Spedition Kayser, die ihren Sitz In der Lacke in Dresel hat.

Am Montagmorgen hat Neu erfahren, dass die B 236 im Bereich Winkelsen in Altena voraussichtlich ab dem kommenden Montag für drei Wochen komplett gesperrt sein wird. Rolf Prange von der Stadt Werdohl hat die in Dresel ansässigen Unternehmen über die Pläne des Landesbetriebs Straßen NRW informiert. Nach dessen Angaben müssen an der Bundesstraße so schnell wie möglich rund 200 Bäume mit Hilfe eines Krans gefällt werden, da „Gefahr in Verzug“ sei.

„Es ist nicht das erste Mal, dass wir mit so einer Situation konfrontiert werden,“ stellt Axel Neu fest – und erinnert an eine Vollsperrung der Lüdenscheider Straße, die der Spedition Kayser große Probleme beschert habe. „Aber das interessiert niemanden“, stellt Neu frustriert fest. Im Gegensatz zu Autofahrern müssen Lastwagenfahrer, die aus Richtung Altena/Hagen kommen und die B 236 nicht nutzen können, einen erheblichen Umweg in Kauf nehmen, um nach Dresel zu gelangen. „Unsere Fahrer müssen die Rahmede hoch fahren und dann weiter durch Augustenthal. Das ist ein Umweg von rund 50 Kilometern pro Einsatz“, sagt der Speditions-Mitarbeiter. Betroffen seien circa 20 Lastwagen täglich. Neu rechnet vor: „Wenn man jetzt nur mit einem Euro pro Kilometer rechnet, dann ist das ein Verlust von 1000 Euro pro Tag. Und dass in einer Branche, in der man ohnehin kein Geld verdient.“

Entspannter sieht Ludwig Kirchhoff-Stewens den kommenden Wochen entgegen. „Die Vollsperrung betrifft uns indirekt. Wir werden von Speditionen zwei bei drei Mal wöchentlich mit Material beliefert,“ sagt der Geschäftsführer der Rötelmann GmbH. Diese müssten dann natürlich eine längere Anfahrt in Kauf nehmen, stellt Kirchhoff-Stewens fest. Wichtig sei, dass die Stadt Altena oder der Landesbetrieb die Vollsperrung in den Traffic Message Channel (TMC) einspeise. „Die Lastwagen fahren nach Navigationssystem – und wenn die Sperrung darin nicht auftaucht, dann gibt es Chaos“, befürchtet der Rötelmann-Geschäftsführer.

Das Kraftwerk in Elverlingsen wird täglich von durchschnittlich 75 Lastwagen angesteuert. „In Spitzenzeiten sind es auch 100 Lastwagen,“ berichtet Andreas Köster, Pressereferent der Mark-E. Im Ver- und Entsorgungsverkehr würden unter anderem Kohle, Granulat, Kalk und Klärschlamm angeliefert, beziehungsweise Flugasche oder Gips abtransportiert. „Die Vollsperrung bedeutet natürlich einen erheblichen Mehraufwand für uns und unsere Dienstleister,“ stellt Köster fest. Dementsprechend müssten noch Gespräche mit den Dienstleistern geführt und eventuell Vereinbarungen getroffen werden.

Probleme für den Kraftwerksbetrieb befürchtet Köster aber nicht – dass es auf den Lkw-Ausweichstrecken zu Behinderungen und Staus kommen könnte, schließt er dagegen nicht aus: „Es könnte auf den entsprechenden Straßen voll werden.“

Die Verantwortlichen der ebenfalls In der Lacke ansässigen Niederlassung der Uniwheels AG waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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