Volles Haus bei Postkartenausstellung

Insgesamt 96 Motive aus 75 Jahren Stadtgeschichte sind ausgestellt. ▪ Fraune

WERDOHL ▪ Normalerweise finden sie sich im Briefkasten, seit gestern sind sie in Schaukästen ausgestellt: Post- und Ansichtkarten. In der Stadtbücherei werden einige der sehenswertesten Exemplare aus den vergangenen 75 Jahren mit Werdohler Motiven vom Heimatverein präsentiert. Damit wollen Vorsitzender Heiner Burkhardt und seine Mitstreiter mit Unterstützung der Stadt die Geschichte in einer besonderen Form aufarbeiten und den Bürgern näher bringen.

Am ersten Tag ist dies hervorragend gelungen. Insgesamt zwischen 80 bis 90 Interessierte kamen zu der Ausstellungseröffnung in die Stadtbücherei, in der Ludwig Kirchhoff-Stewens am Saxophon für eine schwungvolle musikalische Umrahmung sorgte. Mit strahlenden Augen blickte Burkhardt auf komplett besetzte Stühle und zudem dahinter stehende Gäste. Mit dieser großen Anzahl habe er nicht gerechnet, freute sich der Heimatvereinsvorsitzende. „Wir werden dieses Thema sicher noch einmal aufgreifen.“

Denn vor der Präsentation von 96 Karten, dem „Best of“, stand bei der intensiven Beschäftigung mit der Ausstellung die Qual der Wahl, erinnerte Burkhardt. Hier konnte auf die Hilfe des Archivs des Märkischen Kreises, des städtischen Archivs und der Unterstützung durch zahlreiche Werdohler Bürger gesetzt werden, die historische Post- und Ansichtskarten aus den vergangenen 120 Jahren zur Verfügung stellten. Die älteren und weitere andere Karten sollen nun in anderer Form noch Beachtung finden, kündigte Burkhardt an.

Ein Dreivierteljahrhundert Stadtgeschichte zeigen die ausgewählten Motive. Da nicht immer das Alter der Karten bestimmt werden konnte, sind diese in den Schaukästen nach Gebieten geordnet – wie Ansichten aus Eveking oder der Innenstadt. Darüber hinaus gibt es Sonderstempel zu begutachten – vom ersten aus dem Jahr 1962 (mit dem Ahehammer) bis zum erst im Rahmen des Bahnhofsfestes am 6. August erscheinenen Stempel.

Auf 75 Jahre Stadtrechte ging Bürgermeister Siegfried Griebsch in seiner Eröffnungsrede ein. So hob er die zwischenzeitlich deutliche Zunahme der Einwohnerzahl Werdohls hervor, um dies angesichts der aktuell schlechteren Entwicklung als Herausforderung für die Stadt zu definieren – gleiches galt für die schlechte Finanzlage. Dennoch verbreitete der Erste Bürger Zuversicht angesichts des anstehenden Stadtumbaus West und der seiner Ansicht nach vom Land erkannten Systemrelevanz von Kommunen, Stichwort: Gemeindefinanzierung.

Lobende Worte fand Griebsch auch für den Heimatverein, der eine „ehrenamtliche Ergänzung dieses Gedächtnisses“ hervorhob, womit er in Richtung der Arbeit des Stadtarchivs zielte. Beide würden sich künftig im Kulturbahnhof gemeinsam ergänzen. Erst einmal dankte er dem Heimatverein aber für eine gelungene Ausstellung in der Stadtbücherei. Diese ist noch bis einschließlich 4. Juni zu sehen. ▪ Marco Fraune

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