Muss Schulte Schweine jagen?

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Diplom-Ingenieur Manfred Höne, Geschäftsführer der Firma Eco.Plan, versprach unter anderem, die geforderten Informationen bereitzustellen.

WERDOHL ▪ Wer für was im Baugebiet Düsternsiepen zuständig ist, scheint vielen Beteiligten offenbar nicht ganz klar zu sein. Weil die Volksbank im Märkischen Kreis, die in der Öffentlichkeit als Erschließer und Vermarkter im Fokus steht, in der Vergangenheit mit teils abstrusen Forderungen konfrontiert wurde, lud das Bankhaus nun zu einer öffentlichen Klärung der Umstände ein.

Von Markus Jentzsch

Der Gipfel der Forderungen: Das Vorstandsmitglied der Volksbank, Josef-Werner Schulte, wurde persönlich angerufen, damit er sich um die Vertreibung der Wildschweine im Baugebiet kümmere. Schulte gab sich am Dienstagabend im Restaurant Vier Jahreszeiten Mühe, sachlich zu bleiben, konnte sich aber die eine oder andere emotional eingefärbte Bemerkung nicht ersparen. Unterm Strich diskutierten alle Beteiligten – die Entscheidungsträger der Volksbank, die Vertreter der Stadtverwaltung, die Geschäftsführung der an einem Teil der Erschließung beteiligten Firma Eco.Plan und die Anwohner – zwar teils kontrovers, eine Klärung sämtlicher Sachverhalte scheint aber greifbar.

Nachdem Josef-Werner Schulte kurz alle Eckpunkte der verschiedenen Bauabschnitte erläutert hatte, stellte er unmissverständlich klar, dass die Volksbank bezüglich der Kritikpunkte in keinster Weise verantwortlich sei. Unter anderem stand die Forderung im Raum, das Bankhaus müsse die freien Flächen bewirtschaften, regelmäßig mähen und pflegen. „Quatsch“, erwiderte Schulte.

Die Bank habe aber trotzdem einen Lohnbetrieb damit beauftragt, für Ordnung zu sorgen – aber ausschließlich zum Zwecke einer besseren Vermarktung. Den Vorwurf, das Feuchtgebiet im Baugebiet stehe unter Naturschutz und dort dürfe nicht gemäht werden, entschärfte Schulte ebenfalls.

Im Rahmen des Termins kam die Frage nach exakten Höhen der späteren Straße auf. Die lägen schon lange vor und könnten jederzeit angefordert beziehungsweise eingesehen werden. Aus dem Publikum kamen Anmerkungen, diese Information sei den Anwohnern nicht zugänglich gemacht worden. Hier versprach Diplom-Ingenieur Manfred Höne, Geschäftsführer der Firma Eco.Plan, Besserung.

Der ursprüngliche Zeitplan, der für die Vermarktung vorgesehen war, sei laut Schulte durch die weltweite Wirtschaftskrise über den Haufen geworfen worden. Verständlich, dass die Anwohner nicht bis 2025 warten wollen, bis sie endlich eine fertige Straße befahren können. Schulte gab zu bedenken, dass es nicht sinnvoll sei, die letzte Deckschicht aufzubringen, so lange im Gebiet noch rege Bautätigkeiten mit entsprechendem Schwerlastverkehr zu erwarten seien.

Schulte versicherte, dass sich die Volksbank jederzeit als neutraler Vermarkter, sowohl für die eigenen Grundstücke als auch für die Flächen, die sich im städtischen Besitz befinden, darstelle. Die Nachfrage richte sich nach der Lage der Grundstücke und dem Preis. Auf diese die Nachfrage bestimmenden Faktoren hätte die Volksbank als Vermarkter keinen Einfluss. Den Vorwurf, die Bank würde vorrangig ihre Grundstücke anpreisen, wies Schulte deshalb entschieden zurück.

Die Erschließung des Baugebiets sei zudem mustergültig durchgeführt worden. Und was das Verlegen von Strom-, Telefon- oder Datenkabeln, angehe, da stünden die entsprechenden Versorger in der Pflicht und nicht der Erschließer.

Die Frage nach Grenzpunkten beantwortete Manfred Höne sachlich knapp. Die endgültigen Grenzpunkte würden erst nach Fertigstellung aller Arbeiten sichtbar gesetzt, also etwa ab 2018. Die Grundstücksgrenzen seien bei den Behörden hinterlegt. Weitere Fragen würde das Vermessungsbüro Locke-mann beantworten.

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