Uhrenumstellung: Fünf Stunden vertane Arbeitszeit

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Volker Stöckel von der Elektroabteilung des Baubetriebshofes Werdohl muss im Rathaus (Foto), in Schulen und Sporthallen die Uhren an den Heizungen umstellen.

Werdohl - Rund fünf Stunden benötigt Volker Stöckel von der Elektroabteilung des städtischen Baubetriebshofes, um eine Tätigkeit auszuführen, die nur zweimal im Jahr anfällt. Wenn im Frühjahr und Herbst die Uhren umgestellt werden, muss er die Uhreinstellungen an den Heizungen in verschiedenen städtischen Gebäuden korrigieren.

Fünf Stunden – das hört sich im ersten Moment nach einem großen Zeitaufwand für ein paar kleine Handgriffe an. Doch Volker Stöckel muss die über das Stadtgebiet verteilten Gebäude auch nacheinander anfahren und dann vor Ort die Einstellungen vornehmen.

Im Rathaus sind zwei Heizungsanlagen umzustellen, weil Alt- und Neubau getrennte Heizungen haben. Darüber hinaus muss Stöckel in der Realschule, in der St.-Michael-Grundschule und im VHS- und Musikschulgebäude tätig werden.

Elf verschiedene Anlagen

Auch verschiedene Turnhallen stehen auf seiner Liste: auf der Königsburg, in Kleinhammer und in Eveking. Und dann sind da noch die Sportplätze am Riesei und in Altenmühle, wo die Heizungen für die Dusch- und Umkleideräume auf die jeweils neue Zeit eingestellt werden müssen. Das sind insgesamt elf verschiedene Heizungsanlagen.

Damit die Schüler und Lehrer am Montagmorgen, dem ersten Tag nach den Herbstferien, nicht in kalte Klassenräume kommen, hat Stöckel die Heizungen in den Schulen bereits am Freitag umprogrammiert auf Normalzeit, die die meisten Winterzeit nennen. „Das konnte ich schon machen, weil die Heizungen in den Schulen am Wochenende sowieso in den Absenkbetrieb gehen“, erklärt er.

Auch im Rathaus hat er die Einstellung bereits geändert und dabei in Kauf genommen, dass die Heizungen dadurch am Freitagnachmittag erst eine Stunde nach dem offiziellen Dienstschluss in den Wochenendbetrieb geschaltet haben.

Sportstätten sind später dran

Zur Umstellung der Heizungen in den Sportstätten muss Stöckel aber am Montagmorgen noch einmal losfahren. Der Grund: Am Wochenende ist dort Sportbetrieb, und würden Heizungen zu früh umgestellt, müssten die Vereinssportler freitags abends oder samstags unter Umständen kalt duschen. „Ich muss also bei der Umstellung die Belegungszeit der Sportstätten berücksichtigen“, erklärt Stöckel.

Es gibt also einiges zu bedenken bei der Uhrenumstellung. Dabei hat sich auf diesem Gebiet schon einiges getan. „In der Grundschule Kleinhammer, aber auch im ganzen Schulzentrum am Riesei zum Beispiel gibt es schon neuere Heizungen, die das Zeitsignal für ihre Uhren über Funk beziehen“, berichtet Stöckel. Dort muss er in den Tagen rund um die Zeitumstellung also gar nicht mehr tätig werden.

Mehrarbeit durch Nachtabschaltung

Mehr Arbeit hatte Stöckel dagegen während der Zeit der Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung. 2015 hatte der Stadtrat beschlossen, die Straßenbeleuchtung nachts vorübergehend abzuschalten, um damit Kosten zu sparen. Dieser Beschluss wurde Anfang dieses Jahres revidiert, weil die Stadt inzwischen auch durch LED-Einsatz viel Geld sparen kann. „In den Jahren während der Nachtabschaltung mussten wir aber gut 60 Uhren in den Schaltschränken umstellen“, erinnert sich Stöckel.

Den halbjährlichen Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit hält Volker Stöckel übrigens für überflüssig. „Ich glaube nicht, dass das wirklich etwas bringt“, sagt er mit Blick auf den ursprünglichen Gedanken der Energieeinsparung durch längere Ausnutzung des Tageslichts. „Die Arbeitszeit könnte ich sinnvoller nutzen“, glaubt der Mann, der auch für die Betreuung der EDV-Netzwerke in den Werdohler Schulen zuständig ist.

Vielleicht war die Zeitumstellung an diesem Wochenende ja auch eine der letzten. Die EU-Kommission trägt sich mit dem Gedanken den Wechsel zwischen Normal- und Sommerzeit schon 2019 abzuschaffen. Volker Stöckel hätte übrigens „am liebsten immer Sommerzeit.“ Nicht nur, weil ihm damit mehr Zeit für seine eigentlichen Aufgaben in den Schulen bleiben würde, sondern auch, weil es abends länger hell bleibt.

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